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Zu viel gewollt [4]

Donnerstag 26. November 2009, 06:00 Uhr
Bernt Lüchtenborg muss seine doppelte Weltumsegelung abbrechen – mit Video!

Bescheiden war das Projekt nicht gerade: Zwei Mal wollte der Deutsche Bernt Lüchtenborg um die Welt segeln, alleine und nonstop, einmal mit, einmal gegen den Strom – wir berichteten hier.

Ende Juni war der 55-Jährige auf seiner 16 Meter langen Alu-Yacht Horizons losgesegelt – nun, nach nicht einmal fünf Monaten, ist das Projekt gescheitert. Die Horizons erlitt nach einer Kollision mit einem unbekannten Gegenstand (laut Skipper vermutlich ein schlafender Wal) einen schweren Ruderschaden und trieb in Folge manövrierunfähig im Pazifik südlich von Neuseeland. Lüchtenborg setzte schließlich einen Notruf ab und wurde von einem Kreuzfahrtschiff abgeborgen. Seine Yacht ließ er auf offener See zurück. Der neuseeländische Fernsehsender TVNZ hat auf seiner Website ein Video über die “Rettung” veröffentlicht, in dem Lüchtenborg auch zu Wort kommt.

In einem Mail beschreibt Lüchtenborg die Ereignisse so:

„Bin heut morgen bei 35kn Wind und 7m hohen Wellen vom Rettungsboot des Crusing Ship Seven Seas Mariner von Horizons abgeborgen worden. Die Aktion die ausschließlich meiner Sicherheit diente, geschah in Absprache mit meiner Versicherung (Panteanius) und New Zealand Rescue, die leider auf Grund der Entfernung und des schlechten Wetters nicht in der Lage war, ein Schiff zu schicken, um die manövrierunfähige Horizons in Schlepp zu nehmen. Ich werde in 2 Tagen Neuseeland erreichen und hoffe dass meine Versicherung dann ein Abschleppboot gefunden hat, mit dem ich gleich auslaufen möchte um Horizons deren Position ich kenne zu finden und zur Werft nach Neuseeland zu schleppen. Dort sollen die Schaeden repariert werden und anschliessend gehe ich wieder auf See und setze die Reise fort. Das Projekt sail2horizons ist trotz des technischen Stopps nicht beendet, sondern geht wenn auch in anderer Form weiter.“

So kann man es auch nennen …

www.sail2horizons.com

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Kommentare

4 Kommentare zu “Zu viel gewollt”
  1. Tester sagt:

    Das Lügengebäude des Bernt Lüchtenborg ist zusammen gebrochen. Siehe hier bei Yacht online: http://www.yacht.de/yo/yo_news/powerslave,id,8735,nodeid,30.html
    Einer der Tiefpunkte des deutschen Hochseesegelns. Traurig und unverständlich.

    • KUA_1 sagt:

      Ein Seemann, der nicht in der Lage ist, sich bei seinen Rettern in aller Form und Öffentlichkeit zu bedanken, ist von einem grenzenlosen Egoismus befallen. Dieser zieht sich wie ein roter Faden durch seine gesamten Logbucheintragungen. Menschen mit einem derartigem Drang nach Anerkennung und Selbstbestaetigung sollten sich nicht dem Risiko einer Ein-Mann Non-Stop-Weltumsegelung aussetzen. Darüber hinaus scheint ihm offensichtlich die seemännische Befähigung zu fehlen, sich im Falle eines Ruderbruchs aus der entstandenen Lage selbst zu befreien. Es ist schon grob fahrlässig, ohne einen sinnvollen Ruderersatz wie zB eine zweite Windsteueranlage oder verschiedene Seeanker so eine Reise zu beginnen. Es ist fuer mich nicht erkennbar, weshalb er sich von einem weitgehend dichten Schiff in zwar ungemütlicher aber nicht gefährlichen See abbergen liessen. Das Abbergen erscheint wesentlich risikoreicher als das Ausharren bis Schlepphilfe da ist. Die Fahrt durchs Wasser hätte er ohne weiteres durch Ausbringen von Seeankern reduzieren koennen und Schlepphilfe anfordern koennen. Die wären auch innerhalb von 3 Tagen da gewesen. Schliesslich befand er sich in einem freien Seegebiet. Wenn jeder Fahrzeugfuehrer sein Schiff aufgibt, der Manoevrierunfähig auf hoher See treibt, wuerden ungezaehlte herrenlose Schiffe auf den Weltmeeren treiben. Die Aktion wirft mehr Fragen auf als Lüchtenborg bisher überzeugende Antworten lieferte. Man darf gespannt sein, wie er sein Verhalten erklaeren wird. Wenn er tatsächlich mehrere Male Landgänge hatte und dies verschwiegen hat, ist das für den Segelsport peinlich und sehr betrüblich.

  2. pemue sagt:

    Das schnelle Ende dieser Reise war doch seit der Ankündigung absehbar.

    Die Meeresgötter mögen halt keine Schaumschläger.
    Und Schaumschlägerei war dieses Projekt seit der Veröffentlichung dieser Idee.

    Die Idee, sich mit einem Luxusliner für 350.000 € aus Alu, unter der Zuhilfenahme eines Kinderprojektes aus Wismar und fragwürdigen – im Sinne von nutzbringenden – Umweltexperimenten für irgendein Institut aus Warnemünde, das Herz der Öffentlichkeit zu erobern, ist schon recht dreist. Zumal die Nachfragen bezüglich Nutzen für Umwelt und Kinderprojekt nie beantwortet wurden. Fragt nach beim Team Lüchtenborg! Frau Anita antwortet, dass einem Segler die Haare zu Berge stehen.

    Aber die Menschen sind leichtgläubig. Sponsoren werden gesucht und auch gefunden. Lüchtenborg ist ein gut verkaufter Autor und Weltumsegler. Mindestens das Logo auf der Website und eine Erwähnung im Livestream oder Logbuch. Genauso liest sich das Log und hören sich die Streams an.
    Wie bei den Privatsendern: 10 Minuten Film und 5 Minuten Werbung. Zwischendurch ein paar Weisheiten vom Meister.
    Der ‘Anti-Kommerz-Papst’ aus dem Buch ‘Meereslust’ mutiert zum Mainzelmännchen der ZDF-Werbung. Erlebt man selten bei Seglern.

    Nochmal zum sozialen Engagement: 350.000€ Bootsanschaffung + 100.000€ Umbau + den Einsatz der Sponsoren, macht gut eine halbe Million für den Egotrip eines Menschen, der eigentlich schon alles hatte. 5 Jahre Weltumseglung, Anerkennung und Aufmerksamkeit.
    Mit diesem verpulverten Geld hätte jedenfalls der Verein Licht am Horizont e.V. aus Wismar – jenes Kinderprojekt – für die nächsten 10 Jahre keine Überlebensängste.

    Mit der Anerkennung ist es leider auch vorbei. So’n Pech!

    pemue
    aus Berlin

  3. Daniel Stengel sagt:

    Sehr geehrte Judith Duller-Mayrhofer,

    mit Interesse verschlang ich gerade Ihren Bericht und was soll ich sagen: er stößt mir nun fortwährend auf!

    “Zu viel gewollt” ist ein ziemlich unpassender Titel für eine Reise, die weil gut vorbereitet auch einen schöneren Verlauf verdient gehabt hätte. Da fahren andere Leute in ganz anderer Verfassung mit wesentlich mieseren Kähnen übers große Wasser und kommen einfach an, Glück gehabt:-).

    “nun, nach nicht einmal fünf Monaten, ist das Projekt gescheitert“ fahren Sie mit Ihren Worten fort. Wirklich? Denn kurz darauf zitieren Sie Lüchtenborgs Worte: “Das Projekt sail2horizons ist trotz des technischen Stopps nicht beendet, sondern geht wenn auch in anderer Form weiter.“ Ihr lakonischer Kommentar: “So kann man es auch nennen … “.

    Ja wie denn nun? Sie sollten sich auf der Basis Ihrer sicher eingehenden Recherche schon entscheiden: ist das Projekt nun gestorben, oder taugt es ganz einfach nichts in Ihren Augen?

    Das ist mit Verlaub journalistisches Niveau der Unterklasse und der Kampagne “sail2horizons.de” von Bernd Lüchtenborg ganz sicher nicht angemessen. Und das unter Seglern, Sie segeln doch sicher auch?

    Bitte machen Sie nicht weiter so,

    mit freundlichen Grüßen aus Berlin,

    Daniel Stengel

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