Teenie unterwegs [2]
- Hoffentlich kehrt die 16-jährige Jessica Watson heil nach Sydney zurück ...
Eigentlich wollte die junge Australierin schon früher die Leinen lösen, doch bei der Anreise von ihrer Heimat in Queensland zur Startlinie vor Sydney kollidierte Jessica Watson mit einem chinesischen Frachter. Ihre Yacht wurde erheblich beschädigt, der Mast brach – ein längerer Reparaturstopp war unumgänglich. Ein gefährlicher Zwischenfall, der das Mädchen auch das Leben hätte kosten können und zahlreiche Kritiker auf den Plan rief.
Doch weder Jessica noch ihre Eltern ließen sich beirren und hielten an dem Projekt fest. Am vergangenen Sonntag, den 18. Oktober startete Jessica Watson nun tatsächlich zu ihrem Törn, der sie nonstop um den Globus führen und ihr einen Eintrag als jüngste Solo-Weltumseglerin einbringen soll. Dieser Rekord gehört derzeit ihrem Landsmann Jesse Martin, der vor zehn Jahren als 18-Jähriger allein und nonstop um die Welt gesegelt war.
Tolle Leistung eines engagierten jungen Menschen oder kranke Rekordsucht? Lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Yachtrevue eine kritische Bestandsaufnahme zu diesem aktuellen Thema!















@Ätzer
Typisch europäischer Pessimismus. Früher nannte man es sogar noch etwas härter – Defätismus. Alle möglichen Leute, die noch nie gesegelt sind, meinen zu wissen, daß die junge Frau ja völlig ahnungslos ist.
Man sollte sich klarmachen, daß da im Vorfeld so einiges läuft, was diesen Fall komplett ausschließt: angefangen von den Crews, bei denen sie mitgesegelt ist, über das persönliche Umfeld, über eine Menge von see-erfahrenen Personen, die involviert sind, bis hin zu den Sponsoren, die ihr Geld ganz sicher nicht für eine unglaubwürdige Sache zum Fenster hinausschmeißen.
Die angelsächsische Welt zeigt da ein anderes Herangehen: was zählt, ist Unterstützung, Mutmachen, aufbauende Worte und wenn möglich, tatkräftige Hilfe. Das Unternhemen kann, so betrachtet, eine ganze Nation beflügeln – und das tut es auch. Bisher schlägt sich Frau Watson offensichtlich sehr gut, wenn auch die ganz großen Stürme noch ausstehen.
Die psoitive Herangehesnweise an Herausforderungen und Aufgaben würde uns Deutschen jedenfalls guttun.
Ohne Halt um die Welt?
Ohne Halt um die Welt heißt doch, daß eigentlich niemand Frau Watson entlang ihrer angekündigten Strecke begegnen wird. Wer weiß, ob Frau Watson überhaupt auf dem Weg um die Welt ist? Niemand wird bezeugen können, das Frau Watson tatsächlich um die Welt gesegelt ist.
So läßt sich auch verstehen, daß Frau Watson bei der Einvernahme nach dem Zusammenstoß mit dem Tanker weder einen Kurs auf einer Karte abstecken noch Wegpunkte elektronisch eingeben konnte. Braucht sie ja auch nicht. Haben die Vorbereitungen nur dazu gedient, das Tagebuch vorzubereiten?
Überkommen ist das geflügelte Wort ‘Papier ist geduldig’ – digital geht es einfacher…