Saisonstart in Europa [0]
- Sylvia Vogl und Carolina Flatscher (470er) wollen auf das Podest
- Andreas Geritzer kehrt nach einer Babypause in den Laser-Regattazirkus zurück
- Nico Delle-Karth/Niko Resch zählen im 49er zu den Favoriten
- Finnist Florian Raudaschl geht mit einem neu entwickelten Segel an den Start
- Matthias Schmid/Florian Reichstädter erhoffen sich von 470er-Trainer Peter Krimbacher neuen Input
Mit der Trofeo Princesa Sofia in Palma, Mallorca, feiert der neu installierte ISAF Sailing World Cup in Europa Premiere. Neun olympische Bootsklassen, 780 Teilnehmer, 580 Boote, 48 Nationen – das sind die Eckdaten dieser Regatta, die heute mit den ersten Wettfahrten beginnt und traditionell unter der Patronanz des spanischen Königshauses steht. Zum insgesamt 40. Mal wird um den Handschlag von König Juan Carlos und dessen Gattin Sophie, die am 10. April die Siegertrophäen überreichen weden, gewetteifert. Österreich ist durch zehn Segler vertreten, neben dem gesamten Olympiakader hat der heimische Verband mit Veronika Haid (Laser R) und Matthias Sailer (Laser) auch zwei Nachwuchshoffnungen nominiert.
Andreas Geritzer, mittlerweile zweifacher Familienvater, kehrt nach den Olympischen Spielen wieder in den Rennzirkus zurück und zeigt sich voller Tatendrang. „Die Pause war notwendig und hat sehr gut getan, jetzt wird es aber Zeit, dass es wieder losgeht.“ In der Vorbereitung hinterließ der Olympia-Zweite von 2004 einen starken Eindruck, vor allem die Bootsgeschwindigkeit war ganz nach dem Geschmack des 30-jährigen Neusiedlers, der mit Jürgen Brandstötter einen zusätzlichen Betreuer im Boot hat. Ob in der 159 Starter großen Monster-Feldes nach der knapp sechsmonatigen Pause ein Spitzenplatz möglich ist? „Primär ist es eine Standortbestimmung, aber aufgrund der guten Trainingsleistungen sollte das Medal Race möglich sein.“
In der 49er-Klasse brennen drei Fragen unter den Fingernägel: Wie belastbar ist der um acht Zentimeter längere Karbonmast? Wie funktionell sind die um 1,5 Quadratmeter größere Segel? Und kann Darren Bundock auch im Skiff gewinnen? Der Australier und Österreicher-Schreck, der im Tornado zwei Olympiamedaillen geholt hat, ist nämlich in den 49er umgestiegen und hat sich ein großes Kaliber an die Vorschot geholt: Ben Austin, bislang Partner von 49er-Weltmeister Nathan Outteridge. Der Umsteiger meint es also ernst. „Ich glaube nicht, dass er uns schon jetzt das Leben ähnlich schwer machen wird wie früher Roman und Hans Peter, aber auf Dauer wird mit ihm wohl zu rechnen sein“, vermutet Nico Delle-Karth, der dem neuen Klassen-Material noch nicht ganz über den Weg traut. „Im Training hatten fast alle Probleme und mussten die Masten tauschen. Man wird die Belastbarkeit im Rennen abwarten müssen, um das neue Set-up auch tatsächlich beurteilen zu können.“ So oder so wollen die Sieger von Miami neuerlich auf das Podest. „Eine andere Zielsetzung“, so Vorschoter Niko Resch, “wäre Tiefstapelei.“
Auch das wiedervereinigte 470er-Duo Sylvia Vogl und Carolina Flatscher definiert einen Podestplatz als Ziel. „Allerdings haben sich im Training einige neue Gesichter gezeigt, einen Teil unserer Konkurrentinnen können wir noch nicht ganz einschätzen“, gibt Vogl zu bedenken. Der Sieg werde vermutlich über die Weltranglisten-Zweiten, Ingrid Petitjean und Nadège Douroux aus Frankreich führen.
Auch die Kollegen Matthias Schmid und Florian Reichstädter legen sich die Latte hoch. Zum einen aufgrund der Top-Leistung vor Miami, zum anderen wegen der konstant starken Trainingsleistungen. „Wir wissen um unsere gute Form Bescheid und segeln wieder voll auf Angriff.“ Das Medal Race der Top Ten sollte in jedem Fall möglich sein. „Der Rest bleibt abzuwarten, es sind auch bei uns eine Menge unbekannte Gesichter am Kurs, zudem liegt uns das Revier im Gegensatz zu Miami oder Hyères nicht unbedingt.“ Peter Krimbacher, Erfolgstrainer von Christoph Sieber und zuletzt an der Seite von Delle-Karth & Resch, wird die heimischen 470er-Herren vor Palma erstmals betreuen.
Für Florian Raudaschl hängen die Trauben ziemlich hoch. Der 30-jährige Wolfgangseer, der den Winter über in Europa trainiert hat, liebäugelt mit dem Medal Race. Kein leichtes Unterfangen, mit Ausnahme von Olympiasieger Ben Aislie ist die komplette Finn-Elite vor Ort. Ab Freitag vor Ort, bezeichnet der Segelmacher sein neu entwickeltes Tuch als Geheimwaffe: “Über mangelnde Bootsgeschwindigkeit konnte ich mich zuletzt nicht beklagen.“
ÖSV-Sport-Koordinator Georg Fundak hofft auf zumindest zwei Top-Sechs Platzierungen und begründet seine eher vorsichtige Prognose mit der durchwegs starken Besetzung und der Tatsache, dass sich auf dem Materialsektor einiges getan hat. Der gebürtige Ungar, erst vor kurzem in die ISAF Olympic Commission berufen, ist die gesamte Woche vor Ort und wird vom Motorboot aus auch Veronika Haid und Matthias Sailer über die Schultern schauen. „Für sie ist es eine internationale Feuerprobe, sie sollen ohne Druck agieren“, meint er.
Die erste Wettfahrt sind für heute angesetzt, die Medal-Race-Entscheidungen fallen am 10. April.


















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