Sunbeam 30.1 [3]
Die Sunbeam 30.1 ist die bislang „mutigste“ Yacht der Mattseer Werft. Oberflächlich betrachtet fügt sie sich nahtlos in die neue Sunbeam-Linie ein. Tatsächlich legt sie aber eine Eigenständigkeit an den Tag, die man durchaus als radikal bezeichnen kann. Das Design ist geprägt von klaren Linien und Kanten, kein Weichzeichner, keine Verwässerung. Das entschlossene Gesicht wird durch ein markantes Rumpfdesign verstärkt. Im Bugbereich springt der deutliche Decksprung (gewölbter Deckslinienverlauf) ins Auge, am Heck überrascht ein Knick in der Bordwand.
Solche Knicke – engl. chines – waren bislang nur auf Rennyachten wie Open 60, VO 70 oder TP 52 zu finden; sie verbessern bei Lage vor allem raumschots den Strömungsabriss. Manfred Schöchl und Georg Nissen übertrugen das Konzept auf die Sunbeam 30.1 und könnten damit eine Nachahmungswelle auslösen. Außer dem besseren Abrissverhalten sind geringere benetzte Fläche bei Lage und die Verlagerung des Auftriebsschwerpunktes nach Lee (= höhere Formstabilität) positive Nebeneffekte. Abgesehen von hydrodynamischen Vorzügen brachte der Knick im Fall der 30.1 einen leichten Raumgewinn in der Achterkajüte.
Der seglerische Anspruch äußert sich im hohen Ballastanteil (36 Prozent) und einer ausgewogenen Auftriebsverteilung des Rumpfes. Letzteres verhindert Luvgierigkeit und Ersteres ermöglicht viel Segelfläche. Konkret sind es um 12 m2 mehr als auf Jeanneaus Sun Odyssey 30i und um 7,5 m2 mehr als auf der etwas größeren Oceanis 31.
Diese Ausgabe kann online nachbestellt werden.

















Werter Pegasus,
da ein neues Boot Flgel verleiht, bin ich nun stolzer Eigner einer Sunbeam 30.1 und habe das Schiff vor 3 Wochen bekommen.
Ich habe natrlich vor dem Kauf auch einiges ber die neue Schchl Yacht gelesen unter anderem auch Deinen Eintrag in einer deutschen Testseite. Da ich mit Erstaunen diesen gleichen Eintrag auf dieser Seite gefunden habe, fhle ich mich doch bemssigt Dir etwas entgegen zu setzten.
Ich habe vor dem Kauf die, nach meiner Empfindung, sehr freundlichen und serviceorientierten Verkufer nach den Daten und Mglichkeiten befragt und wundere mich ber Deine Kritik.
Nachdem die 30.1er mit einem Volvomotor geliefert wrude, hat man mir gesagt, dass der 29PS Motor auf das gleiche Motorfundament passt.
Die Backskiste ist mit einem Stauraum von ca. 1m auch fr ein Klappfahrad gut, das habe ich nmlich drin.
Die Beinfreihet bei meinem Schiff in der Achterkabine ist 42cm. (ich wei nicht wo Du gemessen hast)
Die ST60+ Gerte sind ber dem Schiebeluk leicht abzulesen.
Die Spinnakerschoten fahre ich lieber ber die Fallwinschen, da man hier beide leicht bedienen kann und gut steht.
die Geschichte mit dem Preis ist nicht ganz zu Ende gedacht. Mein Boot ist sehr gut ausgestattet, gerne schicke ich Dir auch die Liste der Extras, und hat genau 126T gekostet. So, eine HR 31 konnte man in der neuen Yacht lesen fngt bei 138T an, resp. die alte MKII bei 143T. Hab ich da was falsch verstanden. Um Extras fr 20T einzubauen, muss ich schon die Wasserhhne vergolden lassen.
Mir kommt ja eher vor, da wird ein kleines Scharmtzel abgefeuert. Was Du mit den Verkufern frn Problem hattest, solltest Du mit denen klren, nicht im Forum mit Unwahrheiten um Dich schmeissen.
Ich finds einfach schade, wenn man aus persnlichen Grnden ein Produkt schlecht macht und dazu auch noch mit Unwahrheiten versieht.
Ich hoffe mein Feedback freut Dich wirklich.
handbreit
Zerberus
P.S.: die Geschichte vom Fuchs und den sauren Trauben, die etwas hoch hingen ist sicher nicht Dein Thema. Als Pferd mit Flgeln kommt man ja fast berall hin.
Hallo Zerberus,
auch dieses Jahr bin ich auf der Boot in Düsseldorf wieder um die ausgestellte Sunbeam 30.1 herumgeschlichen. Natürlich muss man bei dieser Größe auch Kompromisse eingehen; wenn selbst die neue HR 310 keine Naviecke mehr hat…. Von allen ausgestellten Booten dieser Größe ist sie nach wie vor mein Favorit und scheint rundum gelungen.
Mich würde interessieren, ob du jetzt – nach der ersten Segelsaison – noch unverändert positiv denkst oder ob es doch kleinere oder größere Kritikpunkte gibt. Auch die Liste der Extras würde mich interessieren; für mich steht eine Kaufentscheidung erst in etwa 3 Jahren an. Die aktuelle Preissteigerung von gut 10% innerhalb eines Jahres schockiert allerdings schon etwas. Bei einem Liegeplatz im Süden hätte ich Bedenken wegen der relativ geringen Lüftungsmöglichkeiten. Außerdem frage ich mich, warum offenbar kein anderer Hersteller auf die Kraft des Klebers vertraut, sondern verbolzt bzw. laminiert?
Wäre schön, von deinen Erfahrungen zu hören.
Eine schöne Saison 2010 wünscht
Ekkes
Kurz vorab, ich habe die Sunbeam 30.1 vor kurzer Zeit intensiv begutachtet, denn ich habe der Schchl Werft einen Besuch abgestattet. Allerdings haben mich die Verkufer herbe enttuscht, denn ganze 5 stunden konnte sich kein Verkufer so recht Zeit nehmen und war auch nicht wirklich interessiert.
Das Sunbeam Konzept mag auf den ersten Blick gut erschein und das Design ist aufjedenfall mal was Neues und meiner Ansicht nach sehr attraktiv, was aber nicht erwhnt wird sind folgende Defizite:
- sehr magere Basisausstattung, die z.B. nur ein Propan statt Gaskocher enthlt, und kein wie oft suggeriertes Teak enhlt, das schlgt noch einmal krftig zu Buche. Zudem sind Spinnaker, Baum, Traveller, Scheuerleiste, Springklampen, Ankerwinsch, Khlfach, und und und … aufpreispflichtig
So kostet ein gut ausgestattetes Modell schnell 135.000 und mehr!
- es besteht keine Mglichkeit (noch nichmal Aufpreis) 4 statt 2 Winschen zu bekommen um vernnftig Spinnaker zu segeln, Kommentar von Sunbeam: unsere Kunden fahren eh nur Gennaker
- allgemein sehr wenig Stauraum was praxisuntauglich ist
- keine Mglichkeit eine strkere Maschine nachzursten, da der Maschinenraum zu eng ist
- extrem, wirklich extrem wenig Beinfreiheit in der Achterkajte … ist mit 29 cm angegeben allerdings stieen meine Zehen beim Probeliegen leicht an die Decke weshalb wohl etwas ber 25cm realistischer sein drften. Hier fhlt man sich vom Oberkrper abwrts wirklich unangenehm eingeengt und muss aufpassen, wenn man sich im Schlaf umherdreht nicht mit den Knien an die Decke zu schlagen. Insgesamt auf Dauer schlafuntauglich (hier sollte man sich selbst ein Bild machen und sich nicht durch die retuschierten, gut in Szene gesetzten Bilder tuschen lassen)
Einfach unverstndlich wie man so etwas auf dem Markt anbieten kann …
- Kompass mit anderen Instrumenten ziemlich weit nach vorne gerckt ber dem Niedergang, dadurch ist es kaum Mglich speziell beim Kompass genaue Gradzahlen von der Pinne aus abzulesen
Insgesamt macht die Sunbeam 30.1 einen unausgereiften Eindruck es gab noch mehrer Kleinigkeiten die ich jetzt nicht alle erwhne und von denen ich ein Teil auch schon nicht mehr im Kopf habe. Was wirklich traurig ist, ist der Decksausbau, bei dem bei genauerem Hinsehen deutlich wird das hier und da einiges an Platz verschwendet wurde. Die einzige Backskiste ist so lt geraten und bieten eine so schmale ffnung, dass es kaum mglich sein drfte z.B. Bootsfahrrder zu verstauen.
Daher sollte man hier ehrlich und klar auch die Schwchen benennen, denn bei einem Hersteller der Premium Boote anbieten will und sich seiner Qualitt rhmt, sollten solche Patzer nicht vorkommen. Zumal der Gedanke nahe liegt, bei dem Preis zu einer Hallberg Rassey zu tendieren, die eine wirklich solide Basisausstattung mitbringt und allgemein das rundere Konzept enthlt. Darauf habe ich auch den Sunbeam Verkufer angesprochen, bekamm aber auf die Frage wo die Rechtfertigung des stolzen Preises herrhrt nur die Antwort, dass msse man als Kunde selber wissen !!!!!!!
Ich hoffe das hiermit auch einmal eine kritische Betrachtung erfolgt ist, denn viele Segelzeitschriften haben euphorisch fr diese Yacht geworben und kaum Defizite angesprochen was doch schon sehr merkwrdig ist und einen faden Beigeschmack hinterlsst, wenn dann noch groe Anzeigen von Sunbeam in den Magazinen erscheinen …. naja mit Geld kann man wohl so einiges auf dieser Welt bewegen …
Gru an alle Leser, ber Feedback wrde ich mich freuen