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Norbert Sedlacek

Norbert Sedlacek live! Das Blog vom Vendee Globe

Vendee Globe hautnah: Norbert Sedlacek berichtet in seinem Yachtrevue-Blog aktuell von Bord seiner Nauticsport Kapsch.

Wieder im Atlantik [9]

Donnerstag 5. Februar 2009, 11:30 Uhr

Hallo zu Hause, am 04.02.2009 um 14:07 UTC habe ich die Länge von Kap Hoorn von West nach Ost übersegelt und bin wieder im Atlantik! Ich bin nach bereits jetzt 21.276 Seemeilen über Grund und 87 Bordtagen auf Nordostkurs, auf Kurs zum Start- und Zielhafen der Vendée Globe in Les Sables d’Olonne.

Was sich alles in den vergangenen 87 Tagen ereignet hat und wie hart und anspruchsvoll dieses Rennen bisher verlaufen ist, lässt sich an meiner Reaktion beim Passieren der dem Kap im Westen vorgelagerten Isla Jordan erahnen. Es ist mir noch nie, bei keinem Projekt passiert, dass ich unterwegs nach einem Teilerfolg so völlig überwältigt war.

Kap Hoorn liegt im Kielwasser!

Nun, technisch beleuchtet ist die Ausgangsposition für das letzte Teilstück nicht so schlecht. Natürlich gibt es einige schwierige Probleme an Bord wie das Fehlen der Windmessanlage, die kaputte Mastschiene, zum Teil sehr verschlissene Deckbeschläge, das defekte Inmarsat C, das nur teilweise einsetzbare Inmarsat B und vor allem die desolate, zum Teil auch schon mit Haarrissen versehene Kielkopfführung. Auch ein Bolzen des achterlichen Kieljoches ist verrieben und lässt sich nicht mehr festziehen. Über Kleinigkeiten wie einen gebrochenen Bugkorb oder kaputte Lichter möchte ich hier gar nicht sprechen, sie werden die letzten Wochen nicht beeinflussen. Eher schon das Backbordruder bei welchem der Ruderstock im oberen Führungslager Luft hat und das Lager selbst bereits massiven Verschleiß zeigt.

Grundsätzlich aber bin ich guter Dinge alle meine “Patienten” mit der richtigen Pflege und unter Aufbietung all meiner technischen Fähigkeiten so weit am Leben zu erhalten, dass ich mit meiner nauticsport-kapsch in den ersten Märztagen das Ziel in Les Sables erreichen werde.


Mental bin ich motiviert wie nie zuvor. Physisch habe ich natürlich auch schon einige Verschleißerscheinungen, vor allem der Rücken, die Hände und die Augen machen mir ein wenig zu schaffen. Natürlich versuche ich mich zu “pflegen”, aber die nunmehr schon fast drei Monate andauernden Belastungen und nicht zuletzt die Unannehmlichkeiten, verbunden mit permanenter körperlicher Anspannung, haben eben ihre Spuren hinterlassen.

Dennoch hoffe ich auf ein gutes Vorankommen bis in die gemäßigten Breiten und dass ich dort ausreichend Kraft tanken kann um das letzte “kalte” Wegstück im Nordatlantik gut zu überstehen.

Angesichts der aktuellen Wettersituation werde ich jetzt versuchen Ost zu machen und somit auch im Osten der Falklands vorbei Richtung Nordosten ziehen. Mal sehen wie der “Aufstieg” wird.

Liebe Grüße aus dem Atlantik
Norbert

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Kommentare

9 Kommentare zu “Wieder im Atlantik”
  1. hans sagt:

    Super Geschwindigkeit im Moment
    Hoffentlich beutelt dich das kommende Tief nicht zu sehr durch. Auf Dinelli hast ja wieder 50 sm gutgemacht. Vielleicht geht ja noch was.
    Alles Gute fr dich und dein Schiff.

    Hans

  2. dehlerianer sagt:

    dein rigg:
    ein paar tage auf oder ab sind vllig egal, im ziel anzukommen ist das grte fr dich (und fr uns!).
    bring das ding heim, mit vorsicht und spendenbereitschaft an neptun.

    sedlacek – hau rein!

  3. Laurin sagt:

    Habe das rennen hier im Blog mit Spannung verfolgt.
    Freue mich riesig da du es bis zum Hoorn geschafft hast und wnsch dir am letzen Stck noch alles erdenklich Gute.
    Komm ins Ziel um die, meiner Meinung nach jetzt schon, grte sterreichische Segelleistung wrdig abzuschlieen.

  4. calafati sagt:

    Es ist unglaublich, du machst deine Sache wirklich gut. Wir, die wir zu Hause das Geschehen miterleben sind ergriffen, stolz, begeistert, voller Anspannung und fiebern einem Ziel entgegen – wie Du, nur ein bisserl kleiner, auf unsere Art halt, mit unseren Mglichkeiten. Genau deswegen braucht es solche Typen wie Dich und alle anderen die sich auch auf den Weg machten.

    Du hast schon gewonnen – unsere Herzen!

  5. johnfm sagt:

    Norbert ist bereits 10. (!!!!!)
    Alles Gute und
    Mast- und Schotbruch

  6. dehlerianer sagt:

    “back in town” – beinahe …

    gratuliere herzlichst zum letzten kap!
    und den rest der strecke nach bewhrtem sedlacek-motto:
    sedlacek – hau rein!

  7. fritz baku sagt:

    super norbert!
    es ist unglaublich was du schaffst und noch immer drauf hast.
    mit dieser motivation wirst du auch die restlichen tage berstehen.
    ich wnsche es dir von ganzem herzen.vielleicht gibt es wieder einen vortrag ber diese reise,wrde mich freuen.
    also ran mit allem was noch in dir steckt und weiter heimwrts.
    herzlichst fritz

  8. Heidrun & Anton Martinello sagt:

    Gratulation, Norbert, Du bist super! Nur weiter so. Fein, da Du so motiviert bist, nach all diesen Strapazen.
    Noch einige Tage mut Du Dich durchbeien… aber Du schaffst das!
    Herzlichst Heidrun & Toni

  9. Bernhard sagt:

    Lieber Norbert! Ich htte gerne einen Teil Deiner mentalen Strke – aber Egoist, wie Du einer bist, gibst’ natrlich nix her ;-)

    OK, fr so ein Race muss man halt auch einen gesunden Egoismus haben, also behalt Dir Deine gute Psyche, Dein G’spr und gutes Hndchen fr die Technik und bring die Lady gut heim.

    HAU REIN NORBERT….

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