Norbert Sedlacek live! Das Blog vom Vendee Globe
Vendee Globe hautnah: Norbert Sedlacek berichtet in seinem Yachtrevue-Blog aktuell von Bord seiner Nauticsport Kapsch.Zwischenbilanz [8]
16 Renntage bei der Vendée Globe 2008 sind geschlagen. Während die Führenden des Feldes sich bereits auf der Südhalbkugel befinden, werde ich mit der nauticsport-kapsch voraussichtlich am Donnerstag, also am 18. Fahrtag den Äquator überqueren. Bisher war der Rennverlauf für mich so wie erwartet.

Bislang gibt es keine gröberen Probleme, doch den Kiel beobachte ich mit Argusaugen und die Rumpf-Deckverbindung ist auch undichtVergleicht man meine Position so entspricht sie in etwa der von 2004. Man könnte auch sagen diesmal bin ich Karin Leibovici, welche mit dem ältesten Boot der Flotte ein zwar langsames aber solides Rennen bestritt. Mein bisheriges Spitzenetmal liegt bei 284 sm ÜG.
Natürlich hat die nauticsport-kapsch noch einiges an Reserven aber wie bereits die ersten Renntage gezeigt haben ist es zwischen Triumph und Niederlage nur ein sehr, sehr schmaler Pfad. Diese Tatsache mussten letztendlich auch einige der Superstars schmerzvoll zur Kenntnis nehmen.
Während ich diese Zeilen tippe, hackt das Boot gerade durch eine zwar grundsätzlich friedliche, jedoch mit kurzer Welle bestückten See und so mancher „Bauchfleck“ lässt die Struktur, vor allem den Kiel, erzittern. Der Kiel ist auch nach wie vor das Sorgenkind Nr.1, allerdings nicht nur bei mir. Während des Schwerwetters in der Biskaya hat es die Führung des Kielkopfes im Mittelteil um einige Millimeter auseinander gedrückt. Es werden bei konfusem Seegang einfach unvorstellbare Kräfte frei, welche vor allem bei Amwindkursen immer für Schäden gut sind.
Wenngleich die Konstruktion diesmal auch wesentlich verstärkt ist beobachte ich jedes Detail mit Argusaugen.
Eindeutig übergeordnetes Ziel meiner Teilnahme ist und bleibt es die Regatta erfolgreich zu beenden. So ich den aktuellen Schnitt halten kann, oder am Heimweg vielleicht noch etwas verbessern, werde ich in etwa die Siegerzeit aus 1996 erreichen, also eine sehr gute Zeit für das Boot ersegeln.
Technische Probleme gab und gibt’s natürlich auch bei mir an Bord. So ist zur Zeit leider der Inmarsat B Terminal nicht einsatzfähig, Modemstöhrung, zwei Umlenkblöcke für das Lazybag sind gebrochen und müssen ersetzt werden, die Führungsplatte des BB-Ruderstockes hatte sich im Biskaya-Schwerwetter gelockert, bei einer Niedergangstür sind Schrauben ausgerissen und das Deck ist trotz intensivster Bemühungen nicht ganz dicht, seitlich sickert Wasser zwischen Deckshaus und Deck ins Innere.
Die Steuerleinen mussten bereits 2 Mal nachgespannt werden und die Blackbox des Autopiloten meldet zeitweise einen Verbindungsfehler. Letzteres ist besonders unangenehm sowie auch gefährlich weil hierbei auch gleichzeitig der Autopilot auf Standby geht.
Last but not least musste ich am Großbaum bereits einige Reffleinen und den Unterliekstrecker nachsetzen, da sie starke Scheuerstellen hatten.
Nun, die Liste kann sich also sehen lassen, wenngleich hierbei nichts Ungewöhnliches ist. Jeder Teilnehmer, jede Yacht hat so ihre Sorgenpunkte, Beschädigungen oder Teilausfälle. Dies ist angesichts der harten Nutzung einfach unumgänglich.
Auf die nauticsport-kapsch bezogen ist jedoch die Gesamtausstattung sowie das Handling wesentlich verbessert. Ich genieße die neuen Segel, wenn auch der Spinnaker schon nach wenigen Stunden aus den Lieken geflogen ist. Ich habe diesmal ja noch einen Zweiten.
Das Deckslayout ist komplett. Die Innenausstattung angenehmer, wenngleich es natürlich immer noch sehr spartanisch zu geht.
Im Resümee ist die Yacht zurzeit noch voll einsatzfähig und hat keine technischen Totalausfälle.
Persönlich geht es mir sehr gut. Ich habe mich diesmal körperlich optimal vorbereitet. Zwar hat am Starttag in der Biskaya auch bei mir die Seekrankheit zugeschlagen aber nach einigen Stunden hatte ich es überstanden und das wird wohl auch bis zum Regattaende so bleiben.
Nun freue ich mich auf den Süden und hoffe das ich in spätestens 15 Wochen den Äquator zum zweiten Mal übersegeln werde.
Liebe Grüße
Norbert














Hallo Forian. Ich komme bei meiner Rechnung(vom Plotter abgemessen) auf ca. 180sm pro Tag. Wenn man davon ausgeht da es im Sden etwas flotter zur Sache geht ist die Zeit von
Karen Leibovici durchaus realistisch. Vielleicht geht es ja auch noch schneller.
Wenn das Wetter hlt was es verspricht knnte sich Norbert ja den Umweg um das Hochdruckgebiet ersparen(auch fast 600sm).
Ich wnsche ihm das Glck des Tchtigen.
Hallo Norbert du hast unsere Hochachtung. Vergiss die Nrgler und gib weiterhin alles so wie bisher.Nicht der Sieg zhlt sondern dein wille diese Regatta zu beenden.
Es ist schn wieder mehr von Norbert zu hren. Mir ist schon klar, dass er wenig Zeit hat lange Romane zu schreiben. Kurz und bndig ist doch auch ok. Immerhin sollte er sich um sein Schiff und sich selbst kmmern. Das steht doch im Vordergrund. Wenn man alleine mehr al 18 Meter Segelboot zu bedienen hat und mit allen Problemen auf sich alleine gestellt ist, ist es klar – Schiff und Sicherheit gehen voran.
Allen “Maulern” sei vorweggenommen: Worber htten Ihr zu schreiben wenns den Sedlacek nicht gbe? Euer Tag sehe sicherlich trieste aus.
Lieber Norbert weiter so, ich halte Dir die Daumen, egal ob 100 Tage oder 130 Tage!
Hallo Florian,
Deine Rechnung ist doch sehr pauschal. Bei Sturm in der Biskaya gegenan oder bei Flaute in den Doldrums sind naturgem geringere Etmale drin, als im Southern Ocean mit einem Tief raumschots dahingleiten.
Typischerweise vergleicht man bei solchen Regatten die selber abgesegelte Zeit bis zum eigenen Standort mit der des Vorgngers (z.B. Sieger 1996). Wenn er in der Rechnung vorne liegt, hat er guten Grund zu hoffen die Siegerzeit insgesamt zu erreichen.
Ich habe hohe Achtung alleine ber sehr viele Wochen nahe am Limit zu segeln.
Daumen hoch,
Sven
es ist immer wieder spannend etwas von Norbert zu hren: Seine Strategie, materialschoned und daher sicherer, scheint sich bewhren. Siehe Ausscheiden von Delata Dore am heutigen Tag. Ich halte weiterhin die Daumen, dass er im race bleibt.
Hannes
Ich mchte gerne einige Vendee Globe-Beobachter darauf hinweisen, da Norbert S. bereits 5 Yachten berholt hat! Konnten die alle noch weniger segeln wie er ???
Alles Gute fr den weiteren Rennverlauf !!
Elisabeth
Die Siegerzeit von 1996 waren rund 106 Tage. Wenn ich richtig gerechnet habe, hat Norbert bisher im schnitt Etmale von 160 Meilen erreicht. Bei 24.000 Meilen sind das hochgerechnet 150 Tage. Entweder ich kann nicht rechnen, oder NS hat die Bodenhaftung entgltig verloren. Die erwhnte Karen Leibovici hat brigens 126 Tage gebraucht. Und zwar mit einem Boot von 1988! Selbst diese Zeit wird NS nicht schaffen. Es ist wirklich an der Zeit, dass er sein Material nicht mehr fr sein mageres Abschneiden verantwortlich macht.
schn ein paar mehr zeilen von norbert zu hren. meine untersttzung hat er auf alle flle, auch wenn sie nur geistiger natur ist, und den tiefsten respekt vor dieser leistung. ja, leistung…auch wenn diese von anderen seiten nicht gewrdigt wird.
*hut-ab* und weiter so. viel glck weiterhin