Hybrid-Superyacht

Arcadia 115. Luxusyacht mit Hybridantrieb und Energiegewinnung aus Solarzellen

Die Arcadia 85 (siehe auch YR 10/2010) hat auf den Herbstmessen für Furore gesorgt: Mit hydrodynamisch optimiertem Rumpf, unkonventioneller Raumaufteilung (der Fahrer sitzt ganz vorne) und Fotovoltaikzellen, die in die Salonverglasung integriert sind, hat man den Nerv der Zeit getroffen. Motoryachten sollen sparsamer, effizienter und insgesamt "grüner" werden.
Ins selbe Horn stößt die große Schwester Arcadia 115. Der Rumpf des Halbgleiters ist bereits fertig, jetzt geht es an den aufwändigen Innenausbau. Aufwändig, weil im Prinzip fast das gesamte Oberdeck komplett verglast ist und Glaswände und -dächer noch dazu über integrierte Solarzellen zur Stromerzeugung bestückt sind. Das sieht nicht nur futuristisch aus, sondern hat auch einen ernsthafen Hintergrund: Die Stromerzeugung an Bord liefert nicht nur Energie für die (reichlich vorhandenen) Bordverbraucher, sondern soll auch teilelektrischen Vortrieb erlauben. Maximal 19 Knoten sind möglich, wer sich mit deutlich weniger zufrieden gibt fährt elektrisch – zumindest für kurze Zeit.

www.arcadiayachts.it

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Frühjahr 2009. Wolfgang Schmalzl verschickte ein „Save the Date“ für das 50-jährige Werft-Jubiläum. Unter den Adressaten fanden sich das Who-is-Who der Wörthersee-Schickeria sowie sämtliche Eigner eines Boesch, Pedrazzini, Riva oder Chris Craft. Kein Zufall, hatte sich die 1976 übernommene Feinig-Werft doch zur ersten Adresse für Holzboot-Liebhaber entwickelt. Schmalzl war bekannt dafür jeden noch so extravaganten nautischen Wunsch erfüllen zu können; für Ferdinand Piech beispielsweise organisierte er eine Swan 45 inklusive Winterliegeplatz direkt im Bootshaus am Wasser. Die Dinge liefen in jeder Hinsicht rund. Neben dem historischen Fachwerkbau, der Werkstätte und Bootshaus beherbergt, hatte Schmalzl ein neues, schickes Bürogebäude mit Marinarestaurant und darüber liegender Wohnung errichtet. Der Kontrast aus historischer und moderner Bausubstanz erzeugte ein eigenständiges, einzigartiges Flair. Auf der einen Seite die wunderschöne Terrasse des Lokals und die edlen Yachten der Marina, auf der anderen Seite die Werkstätte mit ihren typischen Geräuschen und Gerüchen sowie Motorboote, die mit offenen Maschinenraum im Wasser oder an Land parken. Der Besucher spürte: Yachten brauchen Zuwendung – und bekommen sie hier. Am 18. April wollte sich Wolfgang Schmalzl nach einem arbeitsreichen Tag – die Vorbereitungen auf die kommende Saison liefen auf Hochtouren – in seiner über dem Marinarestaurant befindlichen Wohnung schlafen legen, als es ihm draußen ungewöhnlich hell vorkam. Zunächst dachte er, jemand habe die Hafenbeleuchtung eingeschalten. Er ging zum Fenster, warf einen Blick hinaus – und sah Werkstätte und Bootshaus lichterloh brennen. Ein Auto konnte Schmalzl in Sicherheit bringen, außerdem das automatische Hoftor für die Feuerwehr öffnen. Das Tor zum Bootshaus funktionierte nicht mehr. Die darin verwahrten Yachten wurden ein Raub der Flammen, darunter der Schärenkreuzer Sia aus dem Jahre 1947, der einst Ferdinand Piech gehörte und sich bis zuletzt im Besitz der Familie Porsche befand. Sieben Boesch-Boote, ein restauriertes Riva Olympic sowie Piechs Swan 45 gingen verloren. Insgesamt waren 60 Kunden in irgendeiner Form betroffen, da in der Bootshalle Masten, Persennings, Batterien, Ladegeräte und vieles mehr gelagert war. Der Gesamtschaden belief sich auf 4,5 Millionen Euro. Neustart mit Vision „Jede Katastrophe bietet die Chance etwas Neues zu beginnen“, formulierte damals ein ungebrochen positiv denkender Wolfgang Schmalzl. Und drückte aufs Tempo: Zehn Tage nach dem Brand war der Kran soweit wiederhergestellt, dass alle Boote rechtzeitig gewassert werden konnten. Lebenswichtig, im Nachhinein betrachtet, denn die Kunden wussten das Krisenmanagement zu schätzen. 58 der 60 Geschädigten blieben der Werft bis heute treu. Parallel zum Tagesgeschäft konzipierte Schmalzl den Neubau der Werft, inklusive einer revolutionären, automatischen Bootsgarage, der weltweit ersten dieser Art. Wie so oft war die Projektplanung eine vergleichsweise leichte Übung, die Umsetzung hingegen ein kräfteraubender Hürdenlauf.









 

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