Die Marineakademie ohne Meer in Braunau am Inn

Heute standen die Interviews und Filmaufnahmen in Braunau am Inn an. Ort des geschehens die ehemalige Marineakademie welche in der Torkaserne und den angrenzenden Gebäuden an der Kaserngasse in Braunau am Inn untergebracht waren. Als kompetente Interviewpartner stehen und Herr Manfred Rachbauer vom Bezirksmuseum und Stadtarchiv sowie der Historiker und Obmann des Vereins für Zeitgeschichte und Veranstalter der „Braunauer Zeitgeschichtetage“ Mag. Florian Kotanko zur Verfügung.
Manfred Rachbauer hat sich insbesondere den kuriosen Geschichten in und um Braunau verschrieben. Natürlich ist da die Tatsache, dass eine Marineakademie mitten im Binnenland angesiedelt war ein besonderes Highlight. Gemeinsam mit seiner Tochter Tamara berichtet er im Buch Braunau Geschichte(n) auf Schritt und Tritt auch ausführlich über die Marineakademie in Braunau. Mit einem Schmunzeln berichtet Rachbauer darüber, dass die Blue Jeans erstmals in Europa bereits 1918/19 aufgetaucht sind. War doch Braunau, nach der Auflösung der k.u.k. Marine und Plünderung des dortigen Stofflagers, angeblich jahrelang in marineblau gekleidet.Mag. Florian Kotanko beleuchtet die historischen Gründe der Verlegung der Marineakademie von Fiume (Rijeka) über die Stiftskaserne in Wien und Schloss Hof nach Braunau mit der Evakuierung des Marinenachwuchses aus der feindgefährdeten Nähe zum 1914 potentiellen und dann 1915 tatsächlichen Kriegsgegner Italien. Aber auch der Standort in Braunau war nicht ideal, da sich der damals unregulierte Gerbirgsfluss Inn sich in keiner Weise für die Übungen am Wasser eignete.So musste das Training am Wasser im Sommer am Wolfgangsee durchgeführt werden. Eine weitere Verlegung nach Linz die angedacht war erfolgte dann doch nicht, weil man dies der Kleinstadt Braunau für die die Ausbildungsstätte zum Wirtschaftsfaktor geworden war nicht antun wollte. Die Geschichte der Marineakademie endete wie Kotanko berichtet mit der Übergabe der österreichischen Marine an den SHS Staat (dem späteren Jugoslawien) am 30.Oktober 1918. Dies schließt den Kreis zu unserm Projekt „Mare Vostrum“!

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