Geschichtsträchtiges Venedig

Die Lagunenstadt war Anfangs- und Endpunkt der österreichischen Kriegsmarine

Geschichtsträchtiges Venedig
Geschichtsträchtiges Venedig

Mit dem Frieden von Campo Formio am 17. Oktober 1797, geschlossen zwischen Napoleon und dem Kaiser Franz II, verzichtet dieser auf die Niederlande zugunsten Frankreichs. Österreich fallen Venedig mitsamt Istrien, Dalmatien und der Bucht von Kotor zu. Die Lombardei und die Ionischen Inseln gehen an Frankreich. Wesentlich ist aber die Übernahme der gesamten venezianischen Kriegsflotte durch Österreich. Diese Flotte und das Arsenal von Venedig bildete eigentlich erst die Basis für die österreichische Kriegsmarine. Die Kommandosprache blieb somit auch italienisch (venezianisch). In Venedig war dann mit der k.k. Marine-Kadettenschule auch die erste Ausbildungsstätte für angehende Seeoffiziere, zu deren Zöglingen der spätere Admiral Tegetthoff gehörte. Sie war Vorläuferin der späteren k.u.k Marineakademie, die ihren letzten Standort in Braunau am Inn hatte. Es war daher naheliegend, dass auch wir in Venedig einlaufen und uns nach den Spuren der österreichischen Seefahrt umsehen.
Mit dem Kriegseintritt Italiens auf Seiten der Entente im Mai 1915 lief die Österreichische Flotte aus und beschoss die italienischen Küstenstädte, allen voran Ancona. Dies nahmen wir zum Anlass,, allerdings in friedlicher Mission, ebenfalls die Adria in der Nacht auslaufend aus Pula zu überqueren.
Gegenüber den Bedingungen beim Wintertörn war natürlich das Auslaufen bei knapp 20° C und 5 bis 10 kn Wind deutlich entspannter als Anfang Februar. Am Abend passierten wir noch die Untergangsstelle der Baron Gautsch und dann in den frühen Morgenstunden jene der RN Amalfi, die am 7. Juli 2015 20 Meilen vor Venedig versenkt wurde. 67 Tote waren auf Seiten der Italiener zu beklagen. In Venedig selbst ist nicht nur der Anfang der Kriegsmarine sondern auch ihr Ende gesetzt worden. Vor dem Museo Storico Navale stehen die Anker der in Pula versenkten Viribus Unitis und der nach Kriegsende als Beute nach Venedig verbrachten Tegetthoff, die den Namen jenes österreichischen Admirals trug, der vor Lissa (Vis) den Italienern die wohl schmerzlichste Niederlage zufügte.

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