Schwarze Bora

Der gefürchtete Adria-Wind zeigt die Zähne

Fliegendes Wasser in Pula

Fliegendes Wasser in Pula

Wenn wir geglaubt haben die Bora abwettern zu können, so hat sie uns eines besseren belehrt.
War die Tegetthoff damals vor Franz Josef Land im Eis gefangen, so sind wir nun von der schwarzen Bora festgesetzt. Der Wetterbericht zeigte und zeigte keine Änderung und die ACI Marina in Pula bietet wohl die beste Gelegenheit die Hafenmanöver bei kräftigem Seitenwind zu trainieren. Da wir seit Ende Dezember aber das einzige Schiff waren das hier eingelaufen ist dürfte es anscheinend noch ein Geheimtipp sein. In der letzten Nacht wuchs sich das Orgelkonzert der Bora zu einem Furioso aus. Das Pfeifen in den Masten und Schlagen der Fallen übertönte selbst das knarren der Festmacher- und Mooringleinen. Selbst sicher geglaubte Webeleinsteks lösten sich allmählich und führten zum Schlagen der Fender an die Bordwand. Frühstück um 8 Uhr mit Wetterbericht. Alle drei Quellen sprechen von unverändertem Wetter bis einschließlich Samstagabend mit 30 bis über 40 Knoten. Es blieb uns nichts anderes übrig als uns den Bedingungen zu stellen. Wir legen stark in die Luv- Achterleine eingedampft ab und der erhobene Daumen des Marineros bestätigt den positiven Verlauf.
Das Hafenbecken von Pula kocht wie damals in Ibiza und von der in Bau befindlichen Ölplattform fliegen die Gerüstplanen in Fetzen weg. Auch unsere Stander fliegen und an der Hafenausfahrt in Pula fliegt das Wasser. Draußen bläst es mit über 40 Knoten. Auch in der Einfahrt in die Marina Veruda fliegt das Wasser, aber Tankstelle und Stege liegen deutlich windgeschützter als im ehemaligen k.u.k. Hauptkriegshafen Pula und so ist das Anlegemanöver unproblematisch.

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