Spurensuche auf Lissa

Spurensuche auf Lissa

Nach dem nochmaligen Aufsuchen der Untergangsstelle der Baron Gautsch und dem obligatorischen Besuchen von Triest – bei strömendem Regen – und Pula im Trockenen begaben wir uns auf die Fahrt zur kroatischen Insel Vis dem ehemaligen Lissa. Wind und Wetter kann man sich nicht aussuchen und so kamen wir entsprechend angekündigt und über dem Velebit auch gut erkennbar in den Genuss einer ausgeprägten Bora. Dass sie bis 50 Knoten ging war aber nicht zu erkennen und wir hatten ordentlich zu tun. Dafür gab es eine grandiose Fernsicht sodass unser Ziel bereits aus beinahe 60 nm Entfernung zu sehen war. Die Besichtigung fand dann bei bestem Wetter statt. Natürlich wurde der Friedhof mit dem Löwendenkmal besichtigt. Es handelt sich dabei um eine Replik, da das Original 1919 von den Italienern nach Livorno verbracht wurde. Zu stark war anscheinend der Schmerz der damaligen Niederlage 1866. Es stehen noch einige Batterien und Befestigungsanlagen, es verweist aber kaum etwas auf die Anwesenheit der Österreicher hier vor knapp 150 Jahren. Lediglich im Restaurant Admiral hängt ein großes Gemälde der Schlacht, bei dem insbesondere auch auf den Umstand hingewiesen wird, dass Tegetthoff aus Marburg in der damaligen Untersteiermark und damit dem heutigen Slowenien stammt. Der Angriff der Italiener auf Lissa um die österreichische Flagge aus der Adria zu vertreiben schlug fehl. Bei der Seeschlacht von Lissa mussten den Preis 650 Seeleute mit ihrem Leben bezahlen. Auch dieser vom Kaiserreich viel gerühmte Sieg konnte nicht verhindern dass 52 Jahre später der 1918 Lissa an das spätere Königreich Jugoslawien verloren ging. Schlussendlich gesehen waren sowohl die italienischen wie aber auch die österreichischen Opfer sinnlos! Dem Gedenken an dies Opfer gilt unsere Fahrt nach Vis (Lissa) im Rahmen unseres Projektes „Mare Vostrum“

Weitere Artikel aus diesem Ressort

Ressort Mare Vostrum

Leere Strände, leere Bunker

Projekt Mare Vostrum: Besuch der Untergangsstellen der Lloyd Dampfer Bregenz und Linz vor Albanien

Ressort Mare Vostrum

Die vergessenen Toten vor Albaniens Küste

Blog Mare Vostrum: 1918 kamen bei der Versenkung österreichischer Dampfer tausende Menschen ums Leben

Ressort Mare Vostrum

Geschichtsträchtiges Venedig

Die Lagunenstadt war Anfangs- und Endpunkt der österreichischen Kriegsmarine

Ressort Mare Vostrum
Fliegendes Wasser in Pula

Schwarze Bora

Der gefürchtete Adria-Wind zeigt die Zähne

Ressort Mare Vostrum
Rijeka, dahinter die schneebedeckten Berge

Leere Häfen - kalte Winde

Segeln im Winter: Unterwegs in der oberen Adria

Ressort Mare Vostrum
Winter in der Adria

Winter in der Adria