Die vergessenen Toten vor Albaniens Küste

Blog Mare Vostrum: 1918 kamen bei der Versenkung österreichischer Dampfer tausende Menschen ums Leben

Die vergessenen Toten vor Albaniens Küste

Das letzte Jahr 2015 war geprägt durch die von uns mitgestaltete Sonderausstellung 100 Jahre Marineakademie – Mare Vostrum auf den Spuren der österreichischen Seefahrt. Dabei wurden die die Geschichte des letzten Standortes der Marineakademie, die von Juni 1915 bis zum Kriegsende im November 1918 in Braunau am Inn untergebracht war, sowie die Geschichte der österreichischen Seefahrt beleuchtet. Der Schwerpunkt wurde dabei auf die Opfer des Seekrieges, insbesondere auch im ersten Weltkrieg, aber auch auf die zivilen Leistungen in der Seefahrt und die Seeexpeditionen der Österreicher gelegt. Von dieser Ausstellung entstand eine sehenswerte Multimediadokumentation die wir gerne auf Einladung von Yachtclubs oder auch sonst an Geschichte und/ oder Seefahrt Interessierten zeigen.
Nun geht’s endlich wieder auf See.
Die zweite Hälfte unseres Projektes Mare Vostrum starten wir gemeinsam mit einem ORF Kamerateam. Aufgesucht werden die Straße von Otranto und die Untergangstellen der als Truppentransporter requirierten Lloyd Dampfer Bregenz und Linz.
Konnte der österreichische Flottenverband am 15. Mai 1917 beim Angriff auf die Otranto- Sperre der Entente noch einen Achtungserfolg erzielen, der Nikolaus Horthy einen Admiralsrang einbrachte, so zeichnete sich 1918 mit den Versenkungen der österreichischen Lloyd Dampfer Linz und Bregenz am 19.März und 13. Mai 1918 das Ende des Krieges mit tausenden Toten ab. Die Versenkung der Linz war dabei die größte Katastrophe der österreichischen Seefahrt, kamen doch dabei ca. 2.700 Menschen ums Leben. Es brachte ihr die Bezeichnung österreichische Titanic ein, waren doch über 1.000 Menschenleben mehr zu beklagen als bei der Titanic selbst. Der österreichische Taucher Gerald Kozmuth hat das Wrack der Linz, die vor Kap Rodoni nördlich von Durres (Durazzo) in Albanien liegt gefunden und uns für unsere Ausstellung einige einmalige Fundstücke, darunter die Glocke, als Leihgaben zur Verfügung gestellt.
Wir werden nun von Korfu aus wiederum wenig befahrene Gewässer diesmal vor Albanien mit einem ORF Kamerateam aufsuchen und dort ab 21. Mai 2016 2 Wochen unterwegs sein. Die Fahrt führt uns auch in den zweiten österreichischen Kriegshafen Kotor (Catarro) in der gleichnamigen Bucht der sogenannten Bocce im heutigen Montenegro. Laufende tagesaktuelle Berichte, direkt von Bord werden wieder auf unserer Webseite www.ycbs.at zu lesen sein.

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