Wochenbilanz

„The Race“ geht in die 4. Woche – wiedereinmal Zeit, die vergangenen 7 Tage Revue passieren zu lassen. Aus meiner Sicht verliefen die 7 Renntage gut. Es gab keine wesentlichen zusätzlichen technischen Probleme, sieht man von einem, wäre er nicht so gewichtig, auch für mich erstmaligen Funktionsfehler des Motors ab.

Unglaublich aber wahr. Segelt die nauticsport-kapsch hart am Wind auf Steuerbordbug, was in den letzten Tagen ausnahmslos der Fall war, so drückt die Beschleunigung großer, harter Querläufer den Motor auf seinen Blöcken um etwa einen Zentimeter nach Steuerbord.
Genau das ist aber genug, um die Riemenscheibe der Seewasserpumpe am Tragerahmen des Motorfundamentes anschlagen zu lassen. Und sind diese Schläge zahlreich und hart genug, wird der Spanner nach innen, sprich zusammen geschoben. D.h. wiederum der Keilriemen wird locker, die Seewasserpumpe fördert nicht mehr, der Motor wird heiß……. !
Halb so Wild, wenn man es erst einmal geschnallt hat. Ein starker Spanngurt um das Motorfundament und ein Lenzrohr und das Problem ist erledigt. Nun ich erzähle diese eine Sache so ausführlich, weil sie a-typisch für zahlreiche andere, kleine aber durchaus unangenehme Zwischenfälle und/oder Fehlfunktionen steht.
Nun, einziges wirkliches, wenn auch noch kleines, Sorgenkind ist der Ruderstock des BB-Ruders. Obwohl alles serviciert wurde und alle Lager, Schrauben, Bolzen etc. neu sind, hat der Ruderstock bereits etwas Luft im oberen Lager. Ich denke das stammt aus der Biskaya wo die Grundplatte locker wurde. Nun, beobachten und lauschen ist hier angesagt, denn sollte sich der Zustand rasch verschlechtern muss repariert werden. Dies bedeutet Stehzeit. Also hoffe ich das sich das Ruder wie ein echter Wiener verhällt, nämlich „pausenlos nörgelt aber letzendlich doch seine Pflichten erfüllt!“
Tja, ansonsten habe ich seit heute schon die Wegpunkte meines ersten Gates südlich vom Kap der Guten Hoffnung auf dem Plotter. Ich sollte es in 10 – 12 Tagen erreichen so das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht.
Persönlich bin ich etwas angespannt da ich im Eilzugstempo auf den Punkt zusteuere, welcher mir vor 4 Jahren das Aus beschert hat. Somit gilt, wenn ich auf die Westwindautobahn auffahre, das erste Kap querab an BB liegt und der Zustand an Bord noch genauso gut ist wie heute, dann werde ich etwas entspannter sein. Das wird auch notwendig für die langen Stunden mit klammen Fingern hinter dem Ruder, wenn die Steuerleinen knirschen, die nauticsport-kapsch absurfen wird, die Gischt über das Deckshaus fegt und die Augen vom Salzwasser brennen.
„Aber letztendlich ist es ja genau das was wir suchen!“
PS: Zur Zeit segle ich etwa die Geschwindigkeit der Siegergruppe bei der Vendée Globe 1996.
Damit will ich sagen, das sich meine seglerische Leistung durchaus im Spitzenfeld der Bootsgeneration befindet. Noch härter würde in den Kräftespitzen eine permanete Überlastung der Yacht bedeuten, welche ich zu diesem Zeitpunkt BEWUSST mit Sicherheit nicht eingehen möchte.
Liebe grüße aus dem „Büro mit Lage“
Norbert

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