Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

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Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

Ungelesener Beitragvon abcdef » 25. Juni 2011, 12:58

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Re: Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

Ungelesener Beitragvon Bootschaft » 26. Juni 2011, 10:56

Hallo Dirty,

ich kann dir nur für Österreich a Auskunft geben, da immer die nationale Gesetzgebung zählt:

Fahrzeuge und Schwimmköper dürfen nur von Personen geführt werden die neben anderen rechtlichen Vorschriften (Alter, Lizenzen und CO) NICHT durch Alkohol, psychotrope Substanzen aussergewöhnliche Erregung oder Ermüdung beeinträchtigt sind.

Für private gilt: 0,25 mg Atemluftalkohol pro Liter als Grenze (ist 0,5 Promille) für gewerbliche 0,05mg/l ALA. Überprüfen dürfen dies Organe der Schifffahrtsaufsicht (ausg. in Landesvollziehung fallende Wasserstrassen) und Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes (Polizei). Notfalls kann dir sogar passieren, dass du (gleich dem Lenken eines KfZ) einem Amtsarzt oder im öffentlichen Sanitätsdienst stehenden Arzt vorgeführt werden kannst.
Befähigungsausweise werdensind vorläufig abgenommen und werden der Ausstellungsbehörde vorgelegt.

Wenn Schwimmer oder andere Personen/Schiffe gefährdet werden, kann es auch durchaus zu weitreichenderen Anzeigen führen (Allgemeingefährdung etc.)

Zum Thema einen anderen Skipper ernennen: Der Schiffsführer Co kann sich zur Führung des Fahrzeuges oder des Schwimmkörpers entsprechend kundiger Personen der Besatzung z.B. als Rudergänger, Navigator) unter seiner Aufsicht bedienen. Dies bedeutet in der Praxis, dass unter der Leitung des Schiffsführers auch Personen, die ihre Eignung nicht durch ein behördliches Zeugnis belegen können – aber der Führung kundig sein müssen – mit der Führung eines Wasserfahrzeuges betraut werden dürfen. Verantwortlich bleibt der Schiffsführer!!!

Für diese gelten dann die identen Vorschriften hinsichtlich Alkohol und Drogen!! Rein für die Mannschaft bestehen in Österreich keine Grenzwerte hinsichtlich Aklohol und Ermüdung. Wie weit bei Unfällen und ähnlichen aber eine Mithaftung daraus resultiert sei dahingestellt!

lg seli

Ps: Am Anker oder Boje gilt nicht als führen, daher auch keine rechtliche Handhabe! Allerdings reicht der Verdacht ein Fahrzeug in einem beeinflussten Zustand gelenkt zu haben bzw. eine Haverie verursacht zu haben

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Re: Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

Ungelesener Beitragvon Bootschaft » 26. Juni 2011, 10:58

Zusatz:

Das Schifffahrtsgesetz gilt für öffentliche fließende Gewässer sowie für die in der Anlage 1 zu diesem Bundesgesetz angeführten öffentlichen Gewässern und Privatgewässer. Es gilt auch für sonstige schiffbare Privatgewässer, soweit die über diese Privatgewässer Verfügungsberechtigten nichts anderes bestimmen. Ausgenommen von diesen Bestimmungen sind der Bodensee und der Alte Rhein....

also bitte nicht für die Adria anwenden ;-)

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Re: Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

Ungelesener Beitragvon Imco » 27. Juni 2011, 10:21

Laut IMO Konferenz im Juni 2010 gilt ab 2012: max. 0,5 Promille für alle die an Bord Verantwortung tragen. LG

abcdef

Re: Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

Ungelesener Beitragvon abcdef » 27. Juni 2011, 11:01

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Re: Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

Ungelesener Beitragvon zawi » 28. Juni 2011, 09:57

Bin ein bisschen überrascht dass man auf Anker "tot" sein und das Schiff führerlos bleiben darf.

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Re: Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

Ungelesener Beitragvon Einspieler Marjan » 2. Oktober 2011, 21:08

Ich bin schon viele Hochseetörns gesegelt, aus Sicherheitsgründen gibt es für die Deckwachen absolutes Alkoholverbot. Die Crew akzeptiert meine Einstellung. Für mich als Skipper gilt ein freiwilliger Verzicht auf Alkohol. Nicht einmal ein Bier. Keine Manöverschlucke und sonst noch was.

Der Rest der Crew darf in erträglichen Mengen konsumieren, aber nur bis keine Beinträchtigungen im Verhalten feststellbar sind. 2 Stunden vor Wachwechsel ist aber dann Schluss mit dem Alkoholgenuss. Betrinkt sich aber ein Crewmitglied trotzdem, bleibt es unter Deck zur Ausnüchterung.

Die Sauftörns quer durch die Reviere sind echt beschämend. Bin sogar für einen Lizenzentzug, sollte ein Skipper betrunken sein.

Betrunken eine Yacht führen ist grobfahrlässig und eine Gefahr für alle, die in die Quere kommen. Sogar für die Hafenmolen.

Finde es absolut okay, wenn betrunkene Crews aus dem Verkehr gezogen werden.

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Re: Alkohol am Ruder - rechtliche Lage?

Ungelesener Beitragvon cathunt » 3. Oktober 2011, 08:11

Dem kann ich mich nur anschließen was das Revier Adria/Kroatien betrifft. Dies Sauftörns sind nur in den Griff zu bekommen, wenn es empfindliche Strafen und Entzug der Lizenz als Belohnung gibt und da gehören auch die Marinas mit ins Boot und zwar an die erste Stelle.


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