Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Alle Themen rund ums Segeln, Motorbootfahren, Surfen, Kitesurfen, Tipps und Tricks ...
marjane.
Kadett
Kadett
Beiträge: 123
Registriert: 12. September 2011, 17:26
Ich bin: Segler

Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon marjane. » 27. Mai 2014, 07:42

Atlantiküberführungen mit Serienyachten?

Keine davon ist HOCHSEE geeignet, dessen bin ich mir sicher. Auch wenn die Hersteller "Hochseetauglichkeit" noch so beteuern. Wie das ENDEN kann, dokumentiert der UNFALL der First 40.7 nach der ergebnislosen Suche der Besatzung.

Ein Traum der Segler, der nur die ewige Ruhe brachte, in der Tiefe und Weite der See.

http://segelreporter.com/panorama/vermi ... ungsinsel/

Eine andere Crew, auf einer Alliage 44 unterwegs, fast zur gleichen Zeit, hatte jedoch GLÜCK im UNGLÜCK und wurde gerettet.

http://segelreporter.com/panorama/seeno ... -gerettet/

In beiden Fällen reichten offensichtlich nur einige wenige "WELLEN oder BRECHER" aus, um diese Yachten hoffnungslos zu demolieren. Deswegen habe ich kürzlich sogar eine bezahlte ÜBERSTELLUNG von Guadeloupe nach Mallorca verworfen. Noch dazu auf einer Bavaria 42 Match, die schon Havarien nach Kielverlusten in der Adria hatte.

http://www.seglermagazin.de/Toedlicher- ... 089.0.html

Demnach überlegt euch gut, welche Yacht für den großen Traum geeignet wäre. Oder wollt ihr auch sterben?
Zuletzt geändert von marjane. am 27. Mai 2014, 13:08, insgesamt 3-mal geändert.

Kasper
Trainee
Trainee
Beiträge: 50
Registriert: 6. Dezember 2008, 21:11
Ich bin: Segler

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon Kasper » 27. Mai 2014, 09:26

Hi Marjane,

mein Mitgefühl allen Angehörigen. Solche Dramen dürften nicht passieren. Ich wundere mich gelegentlich warum nicht mehr Unfälle passieren. Wohl deshalb weil die meisten Boote die meiste Zeit in Marinas herumhängen und vielleicht weil die Ehefrauen der Eigner sich (wohl zu Recht) fürchten. Die meisten Boote erfüllen keine sehr hohen Anforderungen an Seetüchtigkeit. Da hilft auch CE Konformität nichts. Am Wichtigsten scheint Komfort und Wohnlichkeit zu sein. Am Meisten fällt mir dieser Mangel auf wenn ich die Riggs ansehe. Die sind leichter zu beurteilen da gut sichtbar.

Ahoi Kasper

marjane.
Kadett
Kadett
Beiträge: 123
Registriert: 12. September 2011, 17:26
Ich bin: Segler

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon marjane. » 27. Mai 2014, 09:49

Kasper hat geschrieben:Hi Marjane,

mein Mitgefühl allen Angehörigen. Solche Dramen dürften nicht passieren. Ich wundere mich gelegentlich warum nicht mehr Unfälle passieren. Wohl deshalb weil die meisten Boote die meiste Zeit in Marinas herumhängen und vielleicht weil die Ehefrauen der Eigner sich (wohl zu Recht) fürchten. Die meisten Boote erfüllen keine sehr hohen Anforderungen an Seetüchtigkeit. Da hilft auch CE Konformität nichts. Am Wichtigsten scheint Komfort und Wohnlichkeit zu sein. Am Meisten fällt mir dieser Mangel auf wenn ich die Riggs ansehe. Die sind leichter zu beurteilen da gut sichtbar.

Ahoi Kasper


JA NATÜRLICH, auch meine GEDANKEN sind bei den in der SEE gebliebenen und bei deren Angehörigen. Sorry.

Forfi
Deckshand
Deckshand
Beiträge: 35
Registriert: 1. April 2011, 21:54
Ich bin: Segler

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon Forfi » 5. Juni 2014, 10:10

Naja, aber die Firsts sind im Vergleich (z.B. zur von dir erwähnten 42 Match) sicher um einiges seetauglicher. Fahren ja auch genug von denen herum, und sie verlieren nicht ständig den Kiel.
In dem speziellen Fall ist die Ursache wohl eher wo anders zu suchen, weil wenn alles in Ordnung ist sollte der Kiel nicht flöten gehen, ob jetzt Hochsee oder an der Küste...

Benutzeravatar
SkipperAlex.
3. Offizier
3. Offizier
Beiträge: 371
Registriert: 19. September 2013, 07:57
Ich bin: Segler
Über mich: Profiskipper, Segellehrer
Wohnort: Wien und Sukosan

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon SkipperAlex. » 5. Juni 2014, 11:19

also abgesehen davon, dass ein Kielverlust eh überall saublöd ist, nicht nur auf dem Blauwasser, frag ich mich, warum Serienyachten nicht hochseetauglich sein sollen. dass die yachten entsprechend noch nachgerüstet werden müssen ist klar, aber immerhin segeln 100te Serienyachten um die Welt.

Meines Erachtens kommst viel mehr auf die Qualität des Skippers und der Crew an, wie sicher ein Törn verläuft.

Tatsache ist jedoch , dass die ganz neuen Yachten für Charter optimiert sind und immer hochseeuntauglicher werden ( insbesondere wegen den breiten flachen Cockpits,..) aber mit einer 10 jahre alten First fahr ich dir überall hin ( wos nicht zu kalt ist :mrgreen: )

Klar ist ein Langkieler da kommoder, aber den Serienyachten generell die Hochseetauglichkeit abzusprechen, sei dir unbenommen, aber für mich nur teilweise nachvollziehbar.
www.b3-onWater.at
www.sailaustria.at

sail fast.live slow.

Benutzeravatar
SkipperAlex.
3. Offizier
3. Offizier
Beiträge: 371
Registriert: 19. September 2013, 07:57
Ich bin: Segler
Über mich: Profiskipper, Segellehrer
Wohnort: Wien und Sukosan

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon SkipperAlex. » 5. Juni 2014, 11:30

so und jetzt zu diesen o.a. "Horrormeldungen":

Im ersten Fall wurde das Schiff treibend auf dem Atlantik gefunden und zwar, obwohl offenbar durchgekentert und ein Riss im Rumpf ist es immer noch geschwommen! Die Rettungsinsel unbenutzt! Und keiner mehr an Bord! Für mich ein grober Fehler der Seemannschaft, wahrscheinlich war keiner im Cockpit eingepickt.
Was kann das (Serien)Schiff dafür?

im zweiten Fall ist ein offenbar besonders hochseetaugliches Schiff abgesoffen, spekuliert wurde, ob der Hubkiel überhaupt ausgefahren war. die Rettungsinsel konnten die 3 75 Jahre (!) alten Segler nicht verwenden, da sie vergessen hatten, sie vor dem Aufblasen anzubinden und sie wurde weggespült.
Also kein Serienschiff, sondern eine Blauwasseryacht - wahrscheinlich wieder gröbste Fehler der Crew.
www.b3-onWater.at
www.sailaustria.at

sail fast.live slow.

marjane.
Kadett
Kadett
Beiträge: 123
Registriert: 12. September 2011, 17:26
Ich bin: Segler

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon marjane. » 12. Juni 2014, 10:49

SkipperAlex hat geschrieben:so und jetzt zu diesen o.a. "Horrormeldungen":

Im ersten Fall wurde das Schiff treibend auf dem Atlantik gefunden und zwar, obwohl offenbar durchgekentert und ein Riss im Rumpf ist es immer noch geschwommen! Die Rettungsinsel unbenutzt! Und keiner mehr an Bord! Für mich ein grober Fehler der Seemannschaft, wahrscheinlich war keiner im Cockpit eingepickt.
Was kann das (Serien)Schiff dafür?

im zweiten Fall ist ein offenbar besonders hochseetaugliches Schiff abgesoffen, spekuliert wurde, ob der Hubkiel überhaupt ausgefahren war. die Rettungsinsel konnten die 3 75 Jahre (!) alten Segler nicht verwenden, da sie vergessen hatten, sie vor dem Aufblasen anzubinden und sie wurde weggespült.
Also kein Serienschiff, sondern eine Blauwasseryacht - wahrscheinlich wieder gröbste Fehler der Crew.


Natürlich ist die See unberechenbar, das wissen wir alle. Oft genügt aber eine einzige Welle, um auch größere Boote spurlos verschwinden zu lassen oder zu demolieren. Ich denke: Eine Alu-oder Stahl-Yacht hätte diesen Wellenschlag unbeschadet überstanden.

Wenn aber jemand der Ansicht ist, dass die Serienyacht-Luken und Standard-Niedergänge sicher sind, dann sollte er einmal nach Berichten suchen, die die mögliche Gewalt von Brechern beschreiben, die sogar Bullaugen aus dem Stahlrümpfen schlagen können. Demnach war die Plexischot im Niedergang gleich in 3 Teile zerschlagen.

Beispiel: Eine einzige gewaltige Passatwelle mit brechendem Kamm auf der Atlantikseite vor Martinique, die uns mit enormer Wucht traf und rasant, meterhoch überspülte, auf die Seite schlug, so dass der Mast in die Fluten klatschte, reichte für folgende Schäden bei einer Bavaria 38 aus. Motor aus der Verankerung gerissen, Hauptschot gestaucht und gerissen, große Salonluke geborsten, Babystag aus den Terminal gerissen. Sämtliche Zierleisten flogen ab, Kojentüren hängten sich aus. Da der Niedergang nur mit der untersten Steckschot gesichert war, stand das Wasser nach dem Aufrichten ganze 45 cm über dem Boden. Demnach war alles Durcheinander unter Deck und an Bord. Die Crew war unter Deck, desorientiert, vollkommen durchnässt, kurze Zeit später konnten wir aber das Boot unter Kontrolle bringen um auf die Leeseite der Insel zu gelangen. Damit war eine geplante Atlantiküberstellung schlagartig beendet. Eine einzige Welle, ansonsten war der stürmische Passat eigentlich beherrschbar. Dann: Plötzlich war sie da, wie aus dem NICHTS, Nachts, kaum Sicht und beendete unsere kaum begonnene Tour.

So könnte es auch in diesen Fällen gewesen sein.

Benutzeravatar
Blind Pew
Deckshand
Deckshand
Beiträge: 21
Registriert: 13. Februar 2014, 20:01
Ich bin: Segler

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon Blind Pew » 12. Juni 2014, 14:02

Immernoch da?

Benutzeravatar
Sir Richard Bolitho.
Trainee
Trainee
Beiträge: 57
Registriert: 21. Oktober 2013, 08:35
Ich bin: Segler & Motorbootfahrer

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon Sir Richard Bolitho. » 12. Juni 2014, 16:55

Blind Pew hat geschrieben:Immernoch da?


Jetzt bin i aber schon von der Administrationsführung a bisserl enttäuscht!
Zuletzt geändert von Sir Richard Bolitho. am 16. Juni 2014, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.
Alles Gescheite ist schon gedacht worden. Man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken.

Benutzeravatar
Blind Pew
Deckshand
Deckshand
Beiträge: 21
Registriert: 13. Februar 2014, 20:01
Ich bin: Segler

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon Blind Pew » 13. Juni 2014, 12:54

Dann gehe eben ich.

ifox
Landratte
Landratte
Beiträge: 1
Registriert: 14. Mai 2015, 21:31

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon ifox » 14. Mai 2015, 22:11

Keine Yacht wie kein Schiff im Allgemeinen ist vor Havarie oder Untergang gefeit. Es gibt sie nicht, diese Sicherheit, die in Ihrem Beitrag herauszuhören ist – nur den Wunsch danach. Segeln auf dem Meer beinhaltet Risiko und Gefahr. Seit jeher. Jeder Hochseetörn kann im Desaster enden. Das ist einfach so auf dem Meer, genauso wie bei jeder Autofahrt.

In beiden Fällen ziehen Sie voreilige Schlüsse. Obschon Sie eigentlich ebensowenig wie sonst wer (ausser den drei +70Jährigen) weiss, was und wie genau vorgefallen ist. Die Version der drei Geretteten wird immer mit einem Fragezeichen behaftet bleiben, da womöglich gravierende Fehler zur Kenterung geführt haben. Dass solche lieber nicht zugegeben werden ist verständlich und menschlich.

Alle Serienyachten pauschal wegen solcher Unfälle zu verteufeln ist vielleicht auch einfach menschlich. Hilfreich jedoch ist es bestimmt nicht.

Benutzeravatar
Rud1
Trainee
Trainee
Beiträge: 71
Registriert: 27. Oktober 2009, 17:03
Ich bin: Segler

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon Rud1 » 31. Juli 2015, 13:56

Hier enden die ganzen Spekulationen. Der Untersuchungsbericht:
https://www.gov.uk/maib-reports/keel-detatchment-and-capsize-of-sailing-yacht-cheeki-rafiki-with-loss-of-4-lives
Damit können wir wieder unser Erfahrungsspektrum ein wenig erweitern!
Handbreit
Rud1
--------------------------------
http://sailing.czaak.at

Benutzeravatar
Askew
Pantrychef
Pantrychef
Beiträge: 10
Registriert: 15. September 2015, 08:12

Re: Kenterung der "Rafiki" östlich von Cape Cod im Atlantik

Ungelesener Beitragvon Askew » 16. September 2015, 10:02

Traurig..... Mein Mitgefühl den Angehörigen.


Zurück zu „Allgemeines“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder

cron

Die neuesten Artikel auf www.yachtrevue.at

Ressort Achteraus

Aha-Erlebnisse

November 219: Die private Monatsbilanz von Roland Duller

Ressort Abdrift

Trixileaks

Damentörn I: Was ist anders, wenn Frauen auf See unter sich sind? Ja, auch wir Männer sind neugierig. Also ...

Ressort Produkte

Verbindung fürs Leben

Eine Lifeline soll verhindern, dass ihr Träger über Bord gespült wird. Welche Modelle diese Aufgabe am ...