Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

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berni123
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Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

Ungelesener Beitragvon berni123 » 15. Dezember 2014, 11:08

Hallo,

ich habe zu meinem geplanten Schiffskauf im Ausland eine Frage:

Das Schiff (Baujahr 1982) wurde in Australien gebaut. Derzeit läuft diese unter norwegischer
Flagge. Das Boot liegt in der Karibik. Bisher wurde dafür noch keine Mehrwertsteuer oder sonstige
Steuer dafür in der EU bezahlt.

Unser Plan ist mit diesem Schiff einige Monate Südamerika zu bereisen.

Nun zu meinen Fragen:

- Sind für die Ausstellung eines österreichischen Seebriefes irgendwelche Steuern (Mwst,...) zu bezahlen?
- Benötige ich vom Verkäufer außer der Deregistrationsbestätigung irgendwelche weiteren Unterlagen?



Schöne Seglergrüße
Bernhard

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Re: Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

Ungelesener Beitragvon Gummiente. » 15. Dezember 2014, 13:02

Eigentumsnachweis (Kaufvertrag) alle Dokumente in deutsch oder amtliche Übersetzung.

Steuer wird erst bei erstmaliger Einfahrt in den EU Raum fällig.

infos für Wien https://www.wien.gv.at/amtshelfer/umwel ... fahrt.html
STMK http://www.verwaltung.steiermark.at/cms ... ebrief.pdf
http://www.noe.gv.at/Verkehr-Technik/Sc ... print.html

Ausrüstungsvorschriften je nach Fahrtbereich, Funk anmelden nicht vergessen.
Liebe Grüße
Willi

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Re: Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

Ungelesener Beitragvon xenomorph » 15. Dezember 2014, 14:47

Solange das Schiff nicht in den EU-Raum verbracht wird ist keine MWST fällig. Aufpassen sollte man aber bei sogenannten Übersee-Territorien wie etwa Martinique, St.Maarten(St.Martin) etc. Diese sind im Prinzip EU-Land. Ob es da unter Umständen Sonderregelungen gibt wäre interessant herauszufinden.
Bei einem Boot dieses Alters wird aber nicht besonders Viel an Steuern anfallen, kommt gegebenen Falles auf das "richtige" Schätzgutachten an. :wink:

Solltest Du vorhaben mit dem Schiff nach Europa zu reisen kann es nicht nur wegen der Steuer problematisch werden, da ja ohne Zweifel keine CE-Certifizierung vorliegt. Es sei denn das Schiff wäre schon einmal unter einer EU Flagge gelaufen, Norwegen gehört da zwar nicht dazu, ist aber EFTA Mitglied und soweit ich gehört habe wird das auch anerkannt, genaues wäre aber herauszufinden.
Diesbezüglich würde ich mich bei der für dein Bundesland zuständigen Zulassungsbehörde, in Wien wäre das die MA58, genauer erkundigen.
Ein Seebrief würde dir aber trotzdem ausgestellt werden, dieser wäre dann aber nur ausserhalb der Union gültig.

Für den Antrag zum Seebrief:
Lichtbildausweis, Kaufvertrag, Zahlungsbestätigung für Kaufpreis, Wenn in einen Register eingetragen dann Entregistrierungsbescheid, normaler Weise CE-Certifikat, Messbrief (ge.loyd, Veritas etc.)
In deinem Fall würde ich mich nach dem Bedarf einer Beglaubigung mit Apostille (für Kaufvertrag) erkundigen

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Re: Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

Ungelesener Beitragvon klabautermann » 15. Dezember 2014, 19:46

Beitrag gelöscht...

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Re: Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

Ungelesener Beitragvon Erich. » 15. Dezember 2014, 21:53

xenomorph hat geschrieben:Ein Seebrief würde dir aber trotzdem ausgestellt werden, dieser wäre dann aber nur ausserhalb der Union gültig.

Wieso gültig nur ausserhalb der EU - Zitat: 'Union' - ?
Woher hast Du diese Idee?
Wo steht das?
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Re: Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

Ungelesener Beitragvon Erich. » 15. Dezember 2014, 22:15

xenomorph hat geschrieben:Solange das Schiff nicht in den EU-Raum verbracht wird ist keine MWST fällig.


So ist es , und wenn, dann zum Zeitwert (und das aber dann prompt)

xenomorph hat geschrieben:.... da ja ohne Zweifel keine CE-Certifizierung vorliegt. Es sei denn das Schiff wäre schon einmal unter einer EU Flagge gelaufen,


Die CE-Richtlinie gilt IMHO für Sportboote, die nach dem 30. September 1995 gebaut worden sind bzw. erstmals in der EU in Verkehr gebracht und in Betrieb genommen wurden. Falls durch Rechnungen (Kauf, Liegeplatzrechnungen etc...) nachgewiesen werden kann, daß das Boot bereits in der EU in Betrieb war, sollte die Zulassung ohne CE kein grosses Problem sein.

xenomorph hat geschrieben:Diesbezüglich würde ich mich bei der für dein Bundesland zuständigen Zulassungsbehörde...


ACK

Und der dann ausgestellte Seebrief ist DER 'Zulassungsschein' und Eigentumsnachweis des Bootes (unter Österr.Flagge) und (ähnlich wie beim Auto als Zulassungsschein) auch in der EU gültig.

Danke ✫✫✫Gummiente✫✫✫ für Deine Darstellung und Links!
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Re: Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

Ungelesener Beitragvon xenomorph » 16. Dezember 2014, 10:23

Wieso gültig nur ausserhalb der EU - Zitat: 'Union' - ?
Woher hast Du diese Idee?
Wo steht das?

1: Europäische UNION(habe mir erlaubt "Europäische" wegzulassen zwecks ökonomischer Schreibweise :mrgreen: )
2: Ist keine Idee, sondern steht geschrieben---->
3:---> und zwar hier
https://www.wien.gv.at/umwelt/wasserrec ... hnung.html


Binnen- und Seeschifffahrt: Gebrauchte Fahrzeuge ohne CE-Kennzeichnung (vor dem 16. Juni 1998 ohne EU-Nachweis) können zugelassen werden. Sie dürfen auf Gewässern der Europäischen Union jedoch nicht in Betrieb genommen werden. Eine diesbezügliche Eintragung erfolgt im Seebrief und in der Zulassungsurkunde.


4. Gilt ab 16.Juni 1998


L.G

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Re: Schiffskauf im Ausland - Versteuerung

Ungelesener Beitragvon catsailor. » 16. Dezember 2014, 11:42

Hallo,
ich hatte ein ähnliches Problem mit meinem (nicht von mir gebauten) Eigenbau Bj 1988. Ich musste nachweisen, dass das Boot vor 1998 in der EU in Verkehr gebracht wurde. Nach einigem Hin und Her war das erledigt und so ging das dann ohne CE-Zertifizierung.
Bei einem (neuen) Eigenbau gilt auch heute noch, dass man es ohne CE-Zertifzierung (woher soll die auch kommen...) in der EU anmelden kann, du darfst es halt erst nach 5 Jahren verkaufen.

Da du aber ohnehin vorhast, in Südamerika zu fahren sollte das kein Problem sein.

lg,
r.


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