beidrehen bzw beiliegen

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wolfgangA
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beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon wolfgangA » 2. Januar 2014, 13:05

und schon wieder was neues

weils offensichtlich für eine menge poster ein problem sein sollte

hat zumindest ein user hier geschrieben, auch für profis, POs, lehrskipper udgl ist das ein problem,
ach ja?
ich kann mir das zwar net vorstellen, aber wer weiss, wenns hier wer behauptet....

wer von euch weiss, wie beidrehen bzw beiliegen geht?

wir alle wissen (glaub ich mal), dass man das im sturm macht, wenns mal eng wird, wellen und so...

aber wie geht das wirklich?

treibanker? öl auf die wellen usw, was man halt so in den romanen so liest...

also wie geht das: beiliegen und was ist das...

mfg wolfgang

UND: vor allem: wie fährt man das vorbereitende manöver dazu?

und ja, ich meine diese frage absolut ernst!

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon BONZE » 2. Januar 2014, 13:14

So machts der Profi: Gross maximal dicht und massive Schräglage:

wolfgangA hat geschrieben:beidrehen geht mit den üblichen yachten (kurzkielern) ohne probleme

genua oder fock back, ruder auf anluven und ruder fixieren
das ist mir noch nie misslungen

zum gross möchte ich sagen:

wenn man es maximal dicht holt (es wird ja wohl auch der windsituation angepasst sein), dann kanns nicht mehr schlagen und man hat nur ne massive schräglage und man verliert keine zeit
welche aber auch vorteile hat, beim an bord holen der pob

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon Bört » 2. Januar 2014, 17:48

Interessantes Thema.
Beim FB 3 haben wir Beiliegen 3-4 geübt, in der Praxis aber noch nie situationsbedingt anwenden müssen, (brauchen)
Bei den Törns haben wir es eine Zeit lang geübt, weil wir genau wissen wollten wie viel Abdrift bei welcher Windstärke zu erwarten ist. (Seeraum)
Wende, Fock back, Ruder nach Luv, Groß dicht. Und dann wird es ruhig.
Große Frage: Wer hat den Erfahrung damit? Würde mich sehr interessieren wer schon mal bei Sturm ein ganze Nacht so abgewettert hat?
Gibt es Unterschiede bei diesen Manöver zwischen Einrumpfern und Katamaran?
LG
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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon winnfield » 2. Januar 2014, 19:02

hi bört

bin immer nur zum jausnen beigelegen, bis ca. 40 knopferln.

zum glück immer bei schwerem wetter irgendwo fest.

hatte aber immer ein gutes gefühl.

prosit chris

ps. nachdem es mit einem h 16 funzt, denke ich das funzt auch mit diesen wohnklos.
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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon DergestiefelteKater » 2. Januar 2014, 19:42

Auszug aus dem Skipperguide:

Beiliegen ist die stabile Lage eines Segelbootes, die sich aus dem Manöver Beidrehen ergibt. Beim Beiliegen liegt das Schiff unter voller Beseglung stabil und treibt quer über die Lee-Seite ab. Hierbei schiebt das Schiff kaum Lage und da es in das vom Bootsrumpf beruhigte Wasser hinein geschoben wird, sind auch die Wellenbewegungen gedämpft.

Das Manöver eignet sich hervorragend zum Reffen des Großsegels. In manchen Crews wird es auch gerne genutzt, um den Besuch der "Keramikabteilung" zu erleichtern.

Das Manöver vollzieht sich in drei Phasen:

1. Phase:
Aus einem Am-Wind-Kurs heraus wird eine Wende vorbereitet. Dabei bleibt die Fock belegt.

2. Phase:
Nachdem der Bug durch den Wind gedreht hat, steht die Fock nun back. Gleichzeitig wird während des Wendens die Großschot weit aufgefiert. Sobald die back-gestellte Fock anfängt zu drücken, wird hart Gegenruder in den Wind gelegt. Mit aufgefiertem Großsegel und ohne Fahrt durchs Wasser kommt es dann nicht zur erneuten Wende. Das Boot pendelt sich ein.

3. Phase:
Das Ruder kann jetzt mit Anschlag nach Luv festgelegt werden. Die Fock steht back und ist ebenfalls festgelegt. Die Großschot ist lose und das Großsegel weht im Wind. Damit es nicht schlägt kann es leicht dicht geholt werden.


Miau!
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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon winnfield » 2. Januar 2014, 19:49

DergestiefelteKater hat geschrieben:
Die Großschot ist lose und das Großsegel weht im Wind. Damit es nicht schlägt kann es leicht dicht geholt werden.[/i]

Miau!


ich würde das groß schon ein wenig für vortrieb nutzen, je nach trimm

chris

DergestiefelteKater hat geschrieben:
Lieber Gott, bitte laß es "Hirn" regnen, ganz, ganz, ganz viel ....
Ich ertrage einfach soviel Quatsch nicht mehr!

Miau!
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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon wolfgangA » 3. Januar 2014, 12:07

Wende, Fock back, Ruder nach Luv, Groß dicht. Und dann wird es ruhig.


@bört

genauso wirds gemacht :daumen:

grüssle wolf :D

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon wolfgangA » 3. Januar 2014, 12:24

Das Manöver eignet sich hervorragend zum Reffen des Großsegels.


da werden wohl die meisten ein problem haben, zumindest bei einem rollgross
und die mastrutscher bei nem bindegross werden wohl hierbei auch net recht wollen
auch eventuell vorhandene lazyjacks werden da wohl sehr einseitig (bis zum reissen) beansprucht werden


In manchen Crews wird es auch gerne genutzt, um den Besuch der "Keramikabteilung" zu erleichtern.


auch dies halte ich für falsch

denn meistens wird bei der schräglage des bootes die wc anlage net so recht fonktionieren
bei den meisten charteryachten jedenfalls

kater:

man sollte in einem forum net unbedingt nur kopierte texte von irgendwoher reinzitieren (kopieren), die man ja eh jederzeit nachlesen kann, sondern vor allem eigene erfahrungen einbringen
aber da haperts bei dir offensichtlich ja daran, daher also kopierst halt...

ein tip an @all zum reffen von bindegrosssegel:

wenn man vor beginn des törns die mastrutscher und die nutschiene im unteren bereich mit einem billigen spüli (geschirr) einspritzt, dann ist die rutschfreudigkeit der rutscher phänomenal, danach alle 2 tage wiederholen

mein rekord (zeit) zum bergen eines grosssegels auf ner 38er war gestoppte 3,5 sekunden, vom öffnen des grossfalls bis zum schliessen des segelsackes (mit lazyjacks)

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon BONZE » 3. Januar 2014, 12:27

wolfgangA hat geschrieben:
Wende, Fock back, Ruder nach Luv, Groß dicht. Und dann wird es ruhig.


@bört

genauso wirds gemacht :daumen:

grüssle wolf :D


Mir host aba erzählt du machst das ganz anders:

BONZE hat geschrieben:
wolfgangA hat geschrieben:wenn man es (Anm. Gross) maximal dicht holt (es wird ja wohl auch der windsituation angepasst sein), dann kanns nicht mehr schlagen und man hat nur ne massive schräglage und man verliert keine zeit
welche aber auch vorteile hat, beim an bord holen der pob


Mit maximal dichtgholtem Gross machst aber soviel Fahrt, dass die POB im Kielwasser entschwindet, oder wenns scho anghängt is beim Mitschleifen ersäuft.

Bild
http://www.skipperguide.de/wiki/Beiliegen

wolfgangA hat geschrieben:ohne genua macht ein dicht geholtes gross niemals soviel fahrt, dass die die maschine net ausgleichen könnte

viel thorie, keine praxis...


Also liegst nach deinen eigenen Worten ohne Genua bei (nur unter Gross) und gleichst mit Maschine aus während du bei massiver Schräglage die POB aus dem Wasser holst.

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon BONZE » 3. Januar 2014, 12:32

wolfgangA hat geschrieben:
In manchen Crews wird es auch gerne genutzt, um den Besuch der "Keramikabteilung" zu erleichtern.


auch dies halte ich für falsch

denn meistens wird bei der schräglage des bootes die wc anlage net so recht fonktionieren
bei den meisten charteryachten jedenfalls


Nur zur Info: Beim Beiliegen reduziern sich Schräglage und Schiffsbewegungen, drum macht mans ja. Und drum eignet sichs zum Reffen weil auch Arbeiten (z.B. Reff vorn am Mast einhängen) durch die moderatere Schräglage erleichtert werden.

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon wolfgangA » 3. Januar 2014, 12:34

sorry, war ne überschneidung
Zuletzt geändert von wolfgangA am 3. Januar 2014, 12:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon wolfgangA » 3. Januar 2014, 12:37

BONZE hat geschrieben:
wolfgangA hat geschrieben:
In manchen Crews wird es auch gerne genutzt, um den Besuch der "Keramikabteilung" zu erleichtern.


auch dies halte ich für falsch

denn meistens wird bei der schräglage des bootes die wc anlage net so recht fonktionieren
bei den meisten charteryachten jedenfalls


Nur zur Info: Beim Beiliegen reduziern sich Schräglage und Schiffsbewegungen, drum macht mans ja. Und drum eignet sichs zum Reffen weil auch Arbeiten (z.B. Reff vorn am Mast einhängen) durch die moderatere Schräglage erleichtert werden.


schiffsbewegungen ja, schräglage nur unerheblich
man macht das vordringlich net der crew, sondern dem schiff zuliebe, um das material zu schonen...

gemacht hast du das wohl in der praxis nie, gell?

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon BONZE » 3. Januar 2014, 12:37

wolfgangA hat geschrieben:
wenn man nix versteht, dann sollte man auch nix schreiben.. :kopfandiewand:


Ui, jetzt hast mi aba FACHLICH widerlegt.

:lol:

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon wolfgangA » 3. Januar 2014, 12:41

Also liegst nach deinen eigenen Worten ohne Genua bei (nur unter Gross) und gleichst mit Maschine aus während du bei massiver Schräglage die POB aus dem Wasser holst.


du meine güte

das meinst aber net ernst, oder?

obwohl?

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Re: beidrehen bzw beiliegen

Ungelesener Beitragvon BONZE » 3. Januar 2014, 12:43

wolfgangA hat geschrieben:gemacht hast du das wohl in der praxis nie, gell?


Damit host mi jetzt auch FACHLICH unglaublich widerlegt.

Ich brings dir aber gern bei, so wie ichs vielen andren scho beibracht hob. Dann siehst auch was des wirklich bringt und um wieviel die Schräglage sich reduziert - natürlich nur wenn ma ned wie du die Grosschot maximal dichtknallt und mit massiver Schräglage beiliegt.
Zuletzt geändert von BONZE am 3. Januar 2014, 12:48, insgesamt 1-mal geändert.


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