Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

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AtterseeFan
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Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon AtterseeFan » 5. Oktober 2009, 16:43

Ich habe mir die üblichen Seiten mit Gebrauchtbootangeboten (Boatshop24, eyb.fr, gebrauchtboote.de, boot24.at, botenbank.nl, scanboat.com, ...) angesehen und komme irgendwie zu folgendem Eindruck:

1. Es gibt wahnsinnig viele genrauchte Segelboote am Markt
2. Selbst von den Nobelmarken wie Hallberg Rassy, Sunbeam, Najad, X-Yachts, Etap etc. gibt es verfügbare Boote
3. Massenmarken wie Beneteau, Jeanneau, Bavaria, Dehler, Hanse, Elan & Co sind it derart vielen Booten vertreten, dass man ca. 6-7 Jahre alte Boote zum halben Neupreis bekommen kann (Elan 31 Bj. 2002 ab 29.000+USt!!!). Das war noch vor 5 Jahren anders.

Wahrscheinlich klemmt auch der Neobootemarkt, weil die Besitzer ihre alten Boote zu einem vernünftigen Preis nicht loswerden und billig gute Boote nicht verkaufen wollen.

Was ist bei dieser Situation für Euch eine vernünftige Strategie zum Thema "Bootskauf"?

LG
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AtterseeFan

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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon segeljunkie. » 5. Oktober 2009, 17:10

AtterseeFan hat geschrieben:... Was ist bei dieser Situation für Euch eine vernünftige Strategie zum Thema "Bootskauf"?
...

eine in der tat echt schwierige frage, die ich nach langem nachdenken so beantworten würde:
wenn du ein boot haben möchtest: kaufen !
wenn du schon eines hast und damit zufrieden bist: hände weg vom bootskauf !

ich hoffe, das hilft dir weiter ... :wink:

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karl-otto
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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon karl-otto » 5. Oktober 2009, 17:16

einfache antwort:
jetzt kaufen is einfach super! vergiss allerdings dabei den markt mit privatanbietern (ausser sie schrammen schon am privatkonkurs), die träumen noch von warmen eislutschern.
solltest du die absicht haben zu kaufen, bist du auf dem richtigen weg, wenn du die internetbörsen durchstöberst. halt dich eher an broker (und da an namhafte), da wirst du auch nich über den tisch gezogen, die haben (gerade in zeiten wie diesen) zuviel ruf zu verlieren.
an meinem beispiel:
hab was gesucht um die 100.000.- € (nach 30 arbeitsjahren in ein und derselben firma bekommst du ja schon sowas wie abfertigung). mit einer lebensversicherung und etwas ersparten hast dann schon was in der hand (sicher mehr als die erwähnten 100.000.-, aber a reserve braucht man ja noch für allfällige änderungen/wartungen/liegepklatzkosten usw.)
wir haben uns dann eine "europa-rundreise" über 5000 km zusammengestellt (auf grund von internetannoncen), haben besichtigunstermine und hotels gebucht und sind dann los. angelegt auf 2 wochen, von norddeutschland über NL, B, F atlantikküste, F mittelmeerküste, italien. CRO haben wir aussen vorgelassen, weil nur unversteuerte schiffe angeboten wurden.
gesucht haben wir in der klasse jeanneau 40 - 45 fuss.
die reise war aber dann bereits in NL zu ende, weil wir unser traumschiff gefunden haben. bei grossem broker.
es war dann keine jeanneau, weil nachdem wir unser traumschiff gesehen haben, war a jeanneau für uns nur mehr a joghurtbecher (wenn auch meist in sehr gutem zustand).
geworden isses dann a grand soleil 45 bj 1992 (eignerschiff, 1400 motorstunden) mit allem, was man sich wünschen kann: teakdeck,2x lattengross, 2x rollgenua, spi und blister mit schlauch, sturmfock, fallen und schoten neu, neue sprayhood, radar, plotter, autopilot, funk, navtex, tv, bose-anlage, doppeltes kühlsystem (motorflanschkompressor und 12 v), heizung, 220V, elektronik aus 2006 und und und.
schaut besser aus als so manche jeanneau bj. 2001!
dann gutachten mit HISWA-sachverständigem gemacht, alle von ihm aufgezeigten mängel mussten vom vorbesitzer werftmässig mit rechnung abgearbeitet worden, mit abschlusskontrolle durch den gutachter (die holländer haben da andere bestimmungen als wir). der gutachter hat 1000.- € (mit 20-seitigem gutachten, inkl. ausfahrt, rausheben, osmosekontrolle durch feuchtigkeitsmessungen über und unter der wasserlinie usw.) gekostet.
dann vertrag mit marina (kranen + kärchern + winterlager + lagerbock insgesamt 1200.- €). für´s kranen hab ich vor 3 jahren für eine 45-er jeanneau in biograd 700.- € und für einen tag lagerbock (zwecks unterwasseranstrich) 120.- € bezahlt.
jetzt kommt noch ein holländisches bimini ("kuchenbude" mit einhängbaren seitenteilen um 1500.-) dazu, das isses dann, und dann geht´s auf ins MM.
ich möcht allen mut machen, ausgetretene pfade mit dem kauf von mittelmeerbooten, die ned amal versteuert san, zu verlassen, und sich mal im westen umzuschauen. hochinteressant.

ach ja, jetzt die frage: was hat die schüssel gekostet?
110.000.- € (in worten: einhundertzehntausend euro).

wenn´s wen interessiert: ich kann auch namen in NL nennen oder fotos reinstellen.

...und jetzt wart ich auf die miesmacher, die da sagen: viel zu teuer gekauft. ich halt´s aber aus...
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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon Bootschaft » 5. Oktober 2009, 17:37

Gratuliere recht herzlich, denke das Geld is bei den Sparzinsen so wohl am Besten angelegt. :boese2:

Viel Spaß mit deiner Yacht und genieß die Freiheit! Lasse es dir gut gehen!
Zuletzt geändert von Bootschaft am 5. Oktober 2009, 17:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon solent. » 5. Oktober 2009, 17:44

@ karl- otto

da gratuliere ich recht herzlich und wünsch dir viel Freude mit deiner Yacht!
Interessant wäre zu wissen, wie hoch der Wunschpreis der Voreigner war!
Bin selber auf Suche und habe NL auch als interessanten Markt entdeckt, ein paar zusätzliche Broker Adressen wären daher nicht schlecht!
Danke, für deinen interessanten Beitrag und eine schöne Zeit wünscht

solent
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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon Bört » 5. Oktober 2009, 19:23

karl-otto hat geschrieben:ach ja, jetzt die frage: was hat die schüssel gekostet?
110.000.- € (in worten: einhundertzehntausend euro).
...und jetzt wart ich auf die miesmacher, die da sagen: viel zu teuer gekauft. ich halt´s aber aus...


Ich will erster sein : Viel zu teuer gekauft! :boese2: :boese2: :boese2:

Nein Nein war nur ein SCHERZ; dafür bin ich aber schon ein wenig eifersüchtig, aber auch dankbar für die Info, da ich das gleiche Vorhabe. (Arbeiten wie ein Pferd und wenn ichs derleb = (Früh?)Pension gehen = Schiff kaufen und ab die Post)

Was mich aber jetzt wirklich interessieren würde:
Wie sieht es den mit Preisverhandeln aus. Sind die 110.000 Euros der Rufpreis ist gleich Kaufpeis oder lassen die Herren Broker doch ein wenig nach?
Kann man sich das so vorstellen wie beim Auto kaufen, denn wenn man mit den Scheinen anwachelt,
lassen so manche Autoschnalzer die Hosen runter. (Zumindest geht mehr als wenn man auf eine Finanzierung angewiesen ist)
LG
Cptn Bört
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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon la digue. » 5. Oktober 2009, 20:11

hallo
mir ist am markt nur eines aufgefallen
viele boote werden von mehreren brockern angeboten !
viele internetangebote sind uralt !
nachlässe von 10 % auf den verlangten preis sind selten !
und so wie karl otto gesagt hat termine vereinbaren und los
ich hatte im jahr 2008 weniger glück .
"fotos im internet nicht original /schiff in schlechten zustand /bj. nicht gepasst /"
flug nach gran canaria vergebens (ist eben eine urlaubswoche geworden)

werde vom 17.10 bis 20.10. in kroatien drei schiffe ansehen
ich rase nicht / ich fliege tieeeef.

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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon fetznfliaga. » 5. Oktober 2009, 22:22

Ciao Karl-Otto!

Da gratuliere ich recht herzlich zu dem Kauf. :daumen: Eine Grand Soleil ist nichts Alltägliches. Viel Spaß mit dem Schiff und ich hoffe, daß der Winter entsprechend mild ausfällt. 8)

Liebe Grüße und Mast- und Schotbruch,
da fetznfliaga
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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon karl-otto » 5. Oktober 2009, 22:28

Bört hat geschrieben:...Wie sieht es den mit Preisverhandeln aus. Sind die 110.000 Euros der Rufpreis ist gleich Kaufpeis oder lassen die Herren Broker doch ein wenig nach?

man muss bei verhandlungen darauf achten, realistische angebote zu machen (üblicherweise 10 - 20 %). mit der methode "du willst 120.000.--, ich biete 80.000.-- kann man auch auf die schnauze fallen ("ok, dann lass ich eben meine yacht noch länger stehen").
sinnvollerweise sollte man sich im internet vorab informieren und sich eher an den unteren preisen orientieren (am besten dadurch, dass man einem broker auch die ausgedruckten angebote anderer vorlegt).
viele eigner sind eben der meinung "mein schiff ist das beste, das schönste, das am besten ausgerüstete", laufen aber an der realität vorbei.
wir hätten für dieses schiff auch 120.000.- oder mehr bezahlt.

Bört hat geschrieben:...Kann man sich das so vorstellen wie beim Auto kaufen, denn wenn man mit den Scheinen anwachelt,
lassen so manche Autoschnalzer die Hosen runter...

dass kann natürlich auch ein grund sein. wir hatten 20.000.- bar mit und hatten sie dem broker auf den tisch (als nachweis, dass wir es ernst meinen) gelegt. Der hatte zwar keine freude damit ("bitte zahlen sie das auf ein treuhandkonto bei der bank xy ein"), aber das hat die verhandlungen sicher nicht negativ beeinflusst.

tatsache ist (im unterschied zu österreich): die bis jetzt angewiesenen 70.000.- sind nicht beim verkäufer, sondern auf einem treuhandkonto eines notars. nachdem wir den rest bezahlt haben und der verkäufer alle ausgewiesenen mängel behoben hat (mit abschliessender überprüfung durch den gutachter), geht der dampfer in unseren besitz über und der kaufpreis wird dem vorbesitzer überwiesen.

ich denke, dieses verfahren ist fair. so kann man es machen.
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Re: Was macht der Gebrauchtbootmarkt?

Ungelesener Beitragvon Edwin » 6. Oktober 2009, 11:19

Hallo karl-otto!

Da möchte ich Dir auch gratulieren und ich wünsche Dir viel Freude mit dem sicher tollen Schiff! :daumen:

L.G.

Edwin
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