Broker wie CSI-Yachtcharter: Keine Qualitätskontrolle, keine Verantwortung!

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Grog
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Broker wie CSI-Yachtcharter: Keine Qualitätskontrolle, keine Verantwortung!

Ungelesener Beitragvon Grog » 8. Oktober 2017, 19:21

Nach sehr schlechten Erfahrungen mit CSI-Yachtcharter in Guntramsdorf und MG Yachts in Lefkas, hier die Frage ins Forum:
Mich würde interessieren, wie die Broker den tatsächlichen optischen und technischen Zustand und die Bewertungen der angebotenen Yachten überprüfen:
Ich habe für Ende August über CSI Yachtcharter (1. FEHLER!!!) eine Bavaria 34C (Dinosour) in Griechenland, Lefkas bei MG Yachts (2. FEHLER!!) gebucht.
Angeboten wurde eine Yacht, Baujahr 2008, laut Beschreibung und Fotos (aus dem Herstellerprospekt, die nicht mit der tatsächlichen Yacht übereinstimmten) und Bewertungen in einem sehr guten Zustand.

Tatsächlich war/ist die Yacht aber in einem schlechten Zustand: Ankerwinsch arbeitet nur gelegentlich, Fenster sind undicht, Fensterverriegelungen sind lose, Drehzahlmesser und Motorstundenanzeige fast nicht lesbar, da Abdeckung blind, alle Leinen sind hart und verbraucht, teilweise nicht mehr fest, Tiefenmesser funktioniert nur manchmal und auch dann nicht verlässlich, 12V Steckdose verrostet, Polster mit Stockflecken, Befestigung der Spray Hood gebrochen, Spray Hood Fenster blind, Decktisch schmutzig und verbraucht etc. etc..
Die bei der Übernahme feststellbaren Beanstandungen wurden mit „we know, but …“ abgetan. Zahlreiche Mängel konnten auch erst während des Törns festgestellt werden (Anker, undichte Fenster, Leinenzustand etc.), sodass ich entschied, die Yacht zu akzeptieren, statt den Törn abzusagen.
Dass die Yacht lt. den Dokumenten Baujahr 2007 ist, jedoch als Baujahr 2008 angeboten wurde, ist auch bezeichnend für die Qualität des Angebotes und der Seriosität von CSI Yachtcharter und MG Yachts.

Die während des Törns zusätzlich festgestellten Beanstandungen wurden von CSI Yachtcharter und MG Yachts zuerst mit einer Unterstellung beantwortet: Die Beanstandungen wären ja nur wegen den Kosten für das in einem Sturm verlorenen Dinghi erfolgt. Diese Unterstellung lief jedoch mit der Zahlungsbestätigung der Versicherung und mit der eindeutigen Fotodokumentation ins Leere. Die Beanstandungen wurden dann auch schriftlich anerkannt, jedoch keine akzeptable einvernehmliche Lösung vorgeschlagen – 5% Discount bei der nächsten Buchung bei MG Yachts – nein danke, nie wieder bei CSI Yachtcharter und/oder MG Yachts???

Auch CSI Yachtcharter ist nicht an einer wirklichen Unterstützung für eine einvernehmliche Lösung interessiert und verweist auf den Rechtsweg in Griechenland (!!) gegen MG Yachts, da solche Konflikte lt. CSI Yachtcharter nur mit dem Vercharterer, jedoch nicht mit dem Broker/Vermittler zu lösen sind.

CSI Yachtcharter kassiert nur das Geld und die Provision, übernimmt jedoch keine wie immer geartete Verantwortung, hat keine Qualitätskontrolle über deren Angebot, hat das Wort Kundenservice noch nicht gelernt und putzt sich einfach ab.
Tatsache ist, dass Broker, wie CSI Yachtcharter, die Verantwortung auf den Vercharterer schieben. Man darf fragen, wofür die eigentlich ihre Provision bekommen.

In der Kommunikation mit CSI Yachtcharter wurde mir auch das Übernahmeprotokoll zugesandt: Darin ist NACH meiner Unterschrift die Bewertung der Yacht mit 5 Sternen in allen Punkten angeführt.
Diese Bewertung habe ich jedoch nie ausgefüllt, nie abgegeben und stimme aus den oben angeführten Gründen logischerweise auch nicht zu und ist daher gefälscht.
Diese Bewertung wird aber dann für die Bewertung der Yacht auch im Angebot von CSI Yachtcharter an weitere Kunden verwendet!

Meine Fragen:
- Wie überprüfen die Broker die Bewertungen der angebotenen Yachten?
- Wie überprüfen die Broker, wie die Bewertungen zustande kommen?
- Sind die auf den Websites der Broker gezeigten Fotos auch tatsächlich Fotos der angebotenen Yachten – wie überprüfen die Broker das?
- Wie überprüfen die Broker den technischen Zustand der Yachten?
- Wie haften die Broker und was unternehmen die Broker, wenn der tatsächliche Zustand nicht den Bewertungen entspricht?
- Mit wem habe ich im Falle von Beanstandungen zu verhandeln, wen im schlimmsten Fall auch zu klagen – in Griechenland, auf den Seychellen, in Thailand oder sonst wo auf der Welt – viel Vergnügen?
- Haben alle Broker eine so fragliche Qualität und Einstellung wie CSI Yachtcharter oder gibt es hier auch Ausnahmen?

Meine Empfehlungen:
- Buche NUR bei einem Broker, der sich nicht nur abputzt, sondern dir auch hilft, allfällige Beanstandungen durchzusetzen, vor allem wenn er schon das Geld kassiert hat - CSI Yachtcharter tut das nicht!
- Buche NUR bei einem Broker, der auch den Zustand der Yacht tatsächlich überprüft hat - CSI Yachtcharter hat keine Ahnung über den tatsächlichen Zustand der Yachten, die sie vermitteln!

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w-sailingteam
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Re: Broker wie CSI-Yachtcharter: Keine Qualitätskontrolle, keine Verantwortung!

Ungelesener Beitragvon w-sailingteam » 10. Oktober 2017, 11:51

Meine 5 Cents ...

Größere etablierte Vermittler erhalten mehr Kundenfeedback und können daher besser abschätzen wie die vermittelten Unternehmen arbeiten. Ausserdem haben etablierte Vermittler im Fall von Schwierigkeiten aufgrund der häufigen Buchungen mehr Gewicht beim Vercharterer und können ggf. für den Kunden besser intervenieren.

Wie überall und in allen Branchen sollte man sich eben im Vorhinein seine Geschäftspartner mit Bedacht aussuchen.

freundliche Seglergrüße
Hermann
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uomoinmare
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Re: Broker wie CSI-Yachtcharter: Keine Qualitätskontrolle, keine Verantwortung!

Ungelesener Beitragvon uomoinmare » 13. Oktober 2017, 09:15

Hallo Grog,

also ich glaube, dass die Agenturen das in den meisten Fällen gar nicht prüfen und auch gar nicht prüfen können, insbesondere wenn sie sich einer der Online-Datenbanken bedienen. Im konkreten Fall ist das YachtSys. Auf den Inhalt dieser Datenbanken haben die Agenturen im Regelfall denke ich keinen Einfluss und werden derlei in deren AGBs auch tunlichst ablehnen, weil sie es einfach nicht können.

Nachdem ich in den letzten Jahren und auch heuer 2x in Griechenland gechartert habe will ich zu der konkreten Charter auch noch meinen Senf dazu geben:
Also ob die Yacht Baujahr 2007 oder 2008 ist, ist nach meiner Erfahrung in der Praxis ziemlich irrelevant. Im Regelfall sind solche Boote nach den vielen Jahren im Charter schlicht am Ende ihrer Lebenszeit angekommen. Den einzigen Vercharter, der solche Boote noch wirklich in Schuss hatte war Ecker Yachting, aber wie wir alle wissen gibt es den langjährigen Vercharter meines Vertrauens leider nicht mehr.
Dass die Griechen nicht die begnadetsten Servicetechniker vor dem Herrn sind kann man in Griechenland nicht nur an Yachten sehen sondern an allem Möglichem am Straßenrand, das dringend eines Services bedürfen würde. Dafür sind sie bei Lösungen sehr kreativ und sonst auch nicht pingelig. Das macht sie halt auch, zumindest nach meiner Meinung, durchaus sympathisch.

Quintessenz: Wenn Du eine top gepflegte Yacht haben willst, dann chartere eine maximal 1 Jahr alte. Das gilt überall und besonders in Griechenland.
Und wenn Du erwartest, dass die Agentur mehr leistet als einen Zugang zu einer Onlineplattform zur Verfügung zu stellen, dann solltest Du im Vorfeld wie schon vom Vorposter angeregt dem Laden auf die Zähne fühlen bevor Du mit ihm Geschäfte machst. Die von mir bevorzugte Agentur im Süden Salzburg hat zum Beispiel gestern den neusten Katalog für 2018 übersandt. Da weiß ich zumindest, dass die sich mit den aufgeführten Yachten und Vercharterern beschäftigt haben, wenngleich die natürlich auch nicht sicherstellen können, dass alle Fenster dicht sind.

LG,
umoinmare.

SkipperAlex
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Re: Broker wie CSI-Yachtcharter: Keine Qualitätskontrolle, keine Verantwortung!

Ungelesener Beitragvon SkipperAlex » 15. Oktober 2017, 07:43

Als Inhaber einer Charteragentur möchte ich einige Dinge des Vorposters kommentieren:

1. Gute und seriöse Charteragenturen können sehr wohl die Qualität der angebotenen Yachten und insbesondere die generelle Qualität des Anbieters überprüfen.

Wir machen es zb so:

Grundsätzlich bieten wir nur Yachten an, wenn wir den Anbieter überprüft und für würdig befunden haben. Zu den Kriterien gehören u.a.: Persönlicher Kontakt mit dem Eigentümer/Stützpunktleiter, Kennenlernen der Yachten, möglichst persönliche Überprüfung vor Ort, Prüfung des Chartervertrages, Checkin Prozedere vor Ort, Freundlichkeit, Bewertungen externer Rankings, Bewertung der übermittelten Beilagen, Routenvorschläge, usw.

Wir führen eine "schwarze Liste" von Anbietern, die mehrfach negativ aufgefallen sind.

Logischerweise finden wir dann manchmal für unsere Kunden in der Saison keine Yacht mehr, aber bevor wir und unsere Kunden Troubles haben und der Urlaub versaut ist, bieten wir lieber nichts an. Und die Yachten sind halt meist keine Superschnäppchen.

2. Alter der Yachten: Eine Yacht muss nicht maximal ein Jahr alt sein, damit sie in Ordnung ist. Im Gegenteil, im 1. Jahr müssen viele "Kinderkrankheiten" behoben werden, sodass die Yachten ab dem 2. Jahr oft besser in Schuss sind.
Charteryachten BJ 2007 oder 2008 sind keinesfalls am Ende ihrer Lebensdauer, es hängt von der Pflege ab, wie gut sie in Schuss sind, daher können sogar wesentlich ältere Yachten, insbesondere nach Refit, top sein. Wir kennen viele Charterfirmen, die gute gebrauchte Yachten anbieten, Ecker war sehr gut keine Frage, andere sind aber auch sehr gut.
www.b3-onwater.at


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