Reisenotizen

Juli 2017: Die private Monatsbilanz von Judith Duller-Mayrhofer

Reisenotizen

Süden. Mit dem Hausboot durch die Bretagne. Bequem und beschaulich, nur die Natur hält zu Beginn nicht ganz, was ich mir versprochen habe. Keine wilden weißen Pferde, sondern handzahme Rösser hinter Zäunen, die Flamingos zwar rosa, aber auf stark befahrene Straßen, Baustellen oder hässliche Wohnhausanlagen blickend. Lebe dafür wie eine Göttin in Frankreich. Auf den Märkten bieten freundliche Standlerinnen Schmackhaftes feil, in den Landgasthäusern serviert man mir Fisch, frische Austern und süffigen Wein. Selten auf einer Bootsfahrt Besseres gegessen.

Norden. Fliegender Wechsel nach Island, diesmal auf eine Segelyacht. Da es im Revier an einschlägiger Infrastruktur fehlt, wird ausschließlich am Schiff gekocht. Der Großeinkauf in Reykjavik kurz vor Ladenschluss verläuft unkoordiniert, Alkohol gibt es nur in speziellen Läden mit absurden Öffnungszeiten. Laufe erstmals seit 30 Jahren ohne ein einziges Döschen Bier im Bordkühlschrank aus – passt zur kargen Kost der kommenden Woche. Die Lammsuppe, die der Skipper nach einem Rezept seiner isländischen Großmutter kocht, macht die Sache nicht besser; nie zuvor schwamm ein fetteres Stück Fleisch in meinem Teller. Die Kilos, die ich mir am Hausboot angefuttert habe, purzeln wieder … Aber die Landschaft! Schwarzes Vulkangestein, blendend weiße Gletscherkappen, tosende Wasserfälle, blauviolette Lupinen, alles völlig unberührt. Selten auf einer Bootsfahrt Eindrucksvolleres gesehen.

Fazit nach zwei abwechslungsreichen Wochen: Du kannst im Leben nicht alles haben. Aber du kannst das, was dir das Leben gibt, in vollen Zügen genießen.

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Facebook 1. Mehr Präsenz in den sozialen Netzwerken, lautet die Vorgabe von ganz oben, Redaktionen mit begrenzten Ressourcen mögen sich auf Facebook konzentrieren und von dort aus die Welt erobern. Okay, wird erledigt. Bin als einzige im Team halbwegs Facebook-affin, werde daher flugs zur Social-Media-Managerin ernannt und von einem Auskenner instruiert. Täglich mindestens ein Beitrag, empfiehlt er, immer mit Bild, ansonsten erstmal experimentieren und beobachten, was der Community gefällt. Poste also News vom Volvo Ocean Race (Reaktion mittelprächtig), eine Bord-Katze (schon besser) und diverse Yachten in Not (ziemlich gut). Die mit großem Abstand meisten Likes, Herzen und Kommentare bekommt aber die Rennyacht von Lego. Boys and their toys; ich liebe unsere Community.









 

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