Der Herr Carl

Als 15-Jähriger lernte Carl Eichenlaub auf einem Eigenbau in San Diego das Segeln. Später ergriff er den Beruf des Bootsbauers, „durch Osmose”, wie er mir einmal sagte. Seine Jollen, Starboote und Eintonner machten Segler wie Lowell North, Malin Burnham, Bill Ficker, Doug Peterson oder Dennis Conner zu Legenden. Dabei hätte man Eichenlaub, dessen Dienstfahrzeug ein elektischen Golfkarren war, glatt für einen Sandler halten können: Stoppelbart, Schlapphut, Hosenträger und den abgekauten Stummel einer kalten Zigarre im Mund. Geniale Tarnung eines genialen Mannes, dessen Lebensuhr nach 83 Jahren am 29. November 2013 acht Glasen schlug. Die Anekdoten und Geschichten des Herrn Carl, der auch vortrefflich Fagott spielte (Konzerte nannte er „Fagott-Regatten”), füllen zahllose Bände. Sie belegen den Humor, den Charakter und die Cleverness dieses Mannes, der 1960 Lightning-Weltmeister war und von 1976 bis 2000 als technischer Betreuer des US Sailing Teams fungierte. Vor Jahren hielt Carl einen Vortrag über Boote auf der San Diego State University, nachdem Dennis Conner über Taktik referiert hatte. „Um sich Gehör zu verschaffen, brauchte er einen guten Spruch”, erinnert sich Mark Reynolds, mehrfacher Star-Weltmeister und zweifacher Olympiasieger, der damals als Student dabei war. Und den hatte er auf Lager. „Vergesst, was ihr von Dennis gehört habt“, sagte Carl, „das einzige, was ihr wirklich zum Siegen braucht, ist ein schnelleres Boot.“ Seine Hilfsbereitschaft war legendär, auch gegenüber Seglern anderer Länder. Den Brasilianern schweißte er bei den PanAm Games einen zerknitterten J24-Bugkorb, den Argentiniern reparierte er einen gelöcherten Lightning und den Kanadiern flickte er einen Windsurfer. Letzeres erregte beim US-Segelverband Missfallen. Wie er ihm den Ärger vergelten könne, fragte der kanadische Delegationsleiter Paul Henderson. „Ein paar kubanische Zigarren wären ein gutes Schmerzmittel”, gab Eichenlaub zurück. Und um der Hitze in seinem Werkstattcontainer Herr zu werden, schnitt er bei den Olympischen Spielen in Sydney mit dem Schweißbrenner kurzerhand Löcher in die Seitenwände. „Air Conditioning” nannte er das. Typisch Herr Carl.

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Nukes und Walzer

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Amazon hat uns an der Nase herumgeführt, oh Schreck. Das Versprechen der Klimaneutralität bis 2040, wurde von einer banalen Realität überholt: Der firmeneigene Ausstoß klimaschädlicher Gase stieg von 2019 bis 2021 um fast 40%, auf mehr als 71 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent durch die Covid-Konjunktur für den Onlinehandel. Mehr Umsatz, mehr Lager, mehr Leute, mehr Flieger, mehr Laster, mehr Emissionen, logisch. Aber unbequeme Wahrheiten lassen sich grünfärben und das sieht dann so aus: Die ausgestoßene CO2-Menge pro Artikel sei gesunken, so wurde aus 40% Plus ein kleines aber feines Minus der Karbon-Intensität von 1,9%. Dass bei der Berechnung nur Artikel zählten, die unter der Marke Amazon über den virtuellen Ladentisch wanderten, (ca. 1% des Gesamtvolumens), wird diskret verschwiegen.









 

Ein blaues Fitnessstudio

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Nominiert für den Darwin-Preis

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Der öffentliche US-Radiosender NPR berichtete zwischen den Nachrichten über Corona und Krieg unlängst über das R.U.S.Z., das Reparatur und Service Zentrum in Wien Penzing. Leiter Sepp Eisenriegler erklärte in bestem Englisch den Verschwendungsweltmeistern in Amerika, dass Reparieren für den geplagten Planeten besser sei als Wegschmeißen und neu kaufen. Und dass in Österreich ab 26. April bis zu 200 Euro Reparaturbonus für die Wiederherstellung von kaputten Elektrogeräten bezahlt werden. Und dass er Franchisenehmer in den USA sucht, die sich diesem altmodisch-revolutionären Prinzip anschließen.









 

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Psst! Freizeitboote belasten die Umwelt. Besonders die großen und jene mit viel Kohlefaser. Von der Wiege bis zur Bahre, klimaschädliche Emissionen für und von einem Produkt (etiam tu, Elektroboot), das niemand wirklich braucht, wie’s Zyniker suggerieren. Die Industrie scheute das Thema Nachhaltigkeit lange wie Luzifer das Weihwasser, doch die Tide kippt und nun es gibt’s ernstzunehmende Lösungsansätze, nicht nur Greenwashing.









 

Fragen stellen

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Kein Maulheld