Einem alten Freund zum 70er

Vom Volk, fürs Volk. So war’s gedacht am 23. April 1942, als das erste Nordische Folkeboot in Göteborg vom Stapel lief. Kostengünstig, seetüchtig, zum Spazierenfahren, Tourensegeln und Regattieren. Mehr als 4.000 dieser Boote gibt’s noch, die meisten davon aus Biomasse. In Österreich sieht man sie kaum. Spartanisch, einfach, sehr gewichtig und dabei unterbesegelt, tut sich dieser Langkieler bei Zinserlwind am See eher schwer. Auch wenn die Deutschen im Ruhrpott, in Berlin und am Bodensee große Folkeflotten haben, fühlt sich das Folke auf rauen Gewässern am wohlsten. Dabei erliegen viele dem Retrocharme dieser Klinkerkonstruktion, die sich wohltuend von der industriell gefertigten Einheitsware abhebt. Und Affinität zum Schrägen schafft Freunde. „Wenn sich zwei Entenfahrer auf der Straße begegnen, grüßen sie einander”, sagt der Hamburger Meisterfotograf und Folkepilot Michael Müller. „Mit einem Folkeboot ist das genauso.”
Hervorgegangen ist das Schiff aus einem skandinavischen Konstruktionswettbewerb, zu dem 58 Vorschläge eingingen. Ein junger Designer namens Tord Sundén wurde beauftragt, die besten vier Einsendungen zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufassen, was ihm auch gelang. In der Nachkriegszeit wurde das Folkeboot zuerst in Schweden, Dänemark und Deutschland populär, später auch in England, Holland und Nordamerika.
Die stärkste Flotte außerhalb Europas ist die in San Francisco, die für 10 Jahre quasi meine seglerische Heimat war. Dort wird Folke gesegelt, weil es den Mörderwind und den Mörderstom auf der Bay locker wegsteckt. Ohne Weicheiereien wie Reffen oder Rollfock. „Unser Aktivposten sind die Leute, die dieses Schiff anzieht”, erklärt Hillary Andersen, die Vizechefin der Flotte, die alle zwei Jahre den International Cup ausrichtet, zu dem etliche Europäer anreisen, zum Teil mit eigenem Schiff. Dafür fahren die Amis zum Goldcup, der inoffiziellen Folkeboot-WM, nach Europa, wo sie gnadenlos vorgeführt werden. Doch das ist wurscht, denn wenn die Leute passen und die Gaudi auch, schmerzt Abledern weniger. So war’s bisher und so soll’s auch bleiben, für die nächsten 70 Jahr’.

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Nominiert für den Darwin-Preis

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Der öffentliche US-Radiosender NPR berichtete zwischen den Nachrichten über Corona und Krieg unlängst über das R.U.S.Z., das Reparatur und Service Zentrum in Wien Penzing. Leiter Sepp Eisenriegler erklärte in bestem Englisch den Verschwendungsweltmeistern in Amerika, dass Reparieren für den geplagten Planeten besser sei als Wegschmeißen und neu kaufen. Und dass in Österreich ab 26. April bis zu 200 Euro Reparaturbonus für die Wiederherstellung von kaputten Elektrogeräten bezahlt werden. Und dass er Franchisenehmer in den USA sucht, die sich diesem altmodisch-revolutionären Prinzip anschließen.









 

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