Zukunftszauberer

Eine Virtual Reality Fishing Machine für Angelfreaks, ein Regenwurmextraktor für Ködersuchende, ein Herzmonitor für die Hosentasche, ein Hotelsafe mit automatischer Gebührenabrechnung, ein frei schwimmender Robotertunfisch und ein Fahrrad mit Wasserstoffantrieb: Auf der Suche nach der Zukunft muss man sich durch manches Kuriosum klicken. Aber wo liegt sie, die Zukunft des Segelns? Und ist sie rosig? Oder grün und nachhaltig? Was heißt überhaupt nachhaltig? Wird der Steyr Hybridantrieb der Toyota Prius fürs Wasser? Oder geht bald eh alles nur noch mit Strom? Werden dann Schmalzl und Frauscher zum Google und Microsoft des Elektroantriebs?
Während die großen Bootsfirmen ihre Produktionskapazitäten dem schwächelnden Markt anpassen und Händler wachsende Lagerbestände finanzieren müssen, sind vogelfreie Heinzelmännchen eifrig am Zaubern. Spinner, Träumer, Fantasten – mit wenig Geld aber viel Hoffnung. Wie Jim Harrington in Victoria, in der kanadischen Provinz British Columbia, unweit von Vancouver, dem Austragungsort der nächsten Olympischen Winterspiele. Harrington ist Elektronikingenieur und erfinderischer Tausendsassa, der unter anderem ein Teleskop für die Jupitersonde Ulysses entwickelt hat. Vom Jupiter zum Schiffsdiesel ist es nur ein Katzensprung, erzählt der passionierte Fahrtensegler: „Diesel rauchen, stinken und lärmen. Das ist weder für mich noch die Umwelt gut.” Dann erinnerte er sich an das Apollo Raumfahrtprogramm, das schon anno 1970 Brennstoffzellen verwendete und dachte: „Hmmm …”
Es dauerte ein Jahr, bis Harrington und sein Tüftelpartner Ian Soutar die Katze im Sack hatten und einen Elektromurl auf einem 21 Fuß langen Kimmkieler installierten, der nur Wasserstoff für die Brennstoffzellen benötigt. Selbiger wird durch Elektrolyse hergestellt, die den Strom aus Solarzellen bezieht. Eine rundum saubere Sache also, denn beim Betrieb fallen statt Russ, Stickstoff und Kohlendioxid nur Wasser und Wärme ab. Topspeed laut Erfinder ca. 4 Knoten, bei 500 bis 600 Watt (15 Ampere, 39 Volt Gleichstrom). Und knattern tut auch nix. Harrington wurde für diesen Streich unlängst vom Staate Kanada mit einer hohen Auszeichnung bedacht.
Bestärkt in seinem Tun bastelte er einen Umbausatz für Außenborder, die damit zu E-Motoren mit 3-Phasen-Wechselstrom (230 Volt) mutieren. Die Teile dafür gibt es über den Ladentisch zu kaufen. Strom für die Batterien kommt von der Sonne oder aus Brennstoffzellen:

Harrington ist Enthusiast und Erfinder, aber kein Marketingkaiser, wie Kameraführung und Webseite www.agoenvironmental.com beweisen. Doch auch Rudolf Diesel oder Gottfried Daimler haben klein angefangen. Und daran sollten wir uns erinnern, wenn die Wirtschaft irgendwann wieder mit Vollgas dahindieselt.

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Nominiert für den Darwin-Preis

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Der öffentliche US-Radiosender NPR berichtete zwischen den Nachrichten über Corona und Krieg unlängst über das R.U.S.Z., das Reparatur und Service Zentrum in Wien Penzing. Leiter Sepp Eisenriegler erklärte in bestem Englisch den Verschwendungsweltmeistern in Amerika, dass Reparieren für den geplagten Planeten besser sei als Wegschmeißen und neu kaufen. Und dass in Österreich ab 26. April bis zu 200 Euro Reparaturbonus für die Wiederherstellung von kaputten Elektrogeräten bezahlt werden. Und dass er Franchisenehmer in den USA sucht, die sich diesem altmodisch-revolutionären Prinzip anschließen.









 

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Psst! Freizeitboote belasten die Umwelt. Besonders die großen und jene mit viel Kohlefaser. Von der Wiege bis zur Bahre, klimaschädliche Emissionen für und von einem Produkt (etiam tu, Elektroboot), das niemand wirklich braucht, wie’s Zyniker suggerieren. Die Industrie scheute das Thema Nachhaltigkeit lange wie Luzifer das Weihwasser, doch die Tide kippt und nun es gibt’s ernstzunehmende Lösungsansätze, nicht nur Greenwashing.









 

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