2008 Umsatzrückgang in der Wassersportwirtschaft

Auch in der Wassersportwirtschaft sind nach den fetten Jahren magere Jahre angesagt

Die Wirtschaftskrise ist auch in der deutschen Wassersportwirtschaft angekommen. Erstmals seit zwei Jahren verlor die Branche 2008 wieder an Fahrt. Der Umsatz ging gegenüber 2007 um 1,81 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro zurück, wie der Bundesverband Wassersportwirtschaft (BVWW) am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. 2007 war der Umsatz noch um 6,8 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro gestiegen. Nach einer ungewöhnlich langen Wachstumsphase mit jährlichen Steigerungsraten von durchschnittlich fünf bis sechs Prozent müsse sich die Branche in näherer Zukunft auf schwierigere Zeiten einstellen, erklärte die Experten.
Das stark exportorientierte Geschäft mit Neubooten war den Angaben zufolge nach einem guten Frühjahr und Sommer zum Jahresende hin rückläufig. Hier ging der Umsatz im Gesamtjahr um sieben Prozent zurück. Bei Gebrauchtbooten belief sich das Minus auf 5,7 Prozent. Das Geschäft mit Booten macht rund ein Drittel des Branchenumsatzes aus. Die anderen Geschäftszweige wie Tauch- und Surfausrüstungen, Reparaturen, Treib- und Schmierstoffe und weitere Dienstleistungen hätten sich dagegen als weitgehend stabil erwiesen. Gerade in Zeiten, in denen Neubootkäufe zurückgestellt würden, investierten die Bootseigner verstärkt in ihre Yachten.
Vor allem die Konjunkturaussichten für den deutschen Markt würden zurückhaltender als im Vorjahr beurteilt. Lediglich 42 Prozent glauben laut Verband an gleich gute oder bessere Geschäfte im Jahr 2009. Betroffen von den Umsatzrückgängen seien insbesondere die Anbieter von Mittelklassebooten: Deren Kunden stammten zumeist aus dem Mittelstand und litten bereits seit Jahren unter realen Einkommensverlusten, hieß es. Ein anhaltender Vertrauensverlust in das Finanz- und Wirtschaftssystem könnte die Investitionslust weiter dämpfen.
Auch für 2009 rechnet der BVWW mit weiteren Umsatzrückgängen im Geschäft mit neuen Jachten und Segelbooten, in dem deutsche Hersteller wie Bavaria und HanseYachts zur Weltspitze gehören. Vor allem die Ausfuhren auf den US-Bootsmarkt, für den Fachleute in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von bis zu 40 Prozent erwarten, dürften den Branchenerwartungen zufolge stark leiden.
In den anderen Zweigen soll das Geschäft aber anhaltend stabil bleiben. Daher zeigt sich die Branche insgesamt nicht allzu pessimistisch. \u00ABDie längerfristigen Aussichten sind positiv\u00BB, sagte BVWW-Geschäftsführer Jürgen Tracht. Er fügte hinzu: \u00ABWir werden mit einem blauen Auge davonkommen. Zudem bilden eine halbe Million Besitzer von Booten und Jachten in Deutschland ein stabiles Fundament\u00BB.
Langfristig sieht sich die Branche aber durch den demografischen Wandel unter Druck. Schon heute sei ein Bootsbesitzer hierzulande im Schnitt 56 Jahre alt. Da es ab einem Alter von 40 Jahren kaum noch Quer- oder Neueinsteiger unter den Freizeitskippern gebe, müsse man dringend jüngere Leute und junge Familien für den Bootssport begeistern, betonte Tracht: \u00ABSonst wird die Branche langfristig schrumpfen.\u00BB

Weitere Artikel aus diesem Ressort

Ressort News

Fährten in die Vergangenheit

Hundert Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs brachte der YC Braunau Simbach eine elfteilige, historisch ...

Ressort News

Trauer um einen Visionär

Firmengründer Josef Meltl verstarb am 16. Jänner überraschend im Alter von 79 Jahren

Ressort News

Frohes Neues Jahr!

Die Redaktion der Yachtrevue wünscht eine erfolgreiche Wassersport-Saison 2018

Ressort News
 

Frohe Weihnachten!

Die Redaktion der Yachtrevue wünscht erholsame Feiertage und ein friedvolles Weihnachtsfest

Ressort News

Träume in Trümmern

Seit 17 Jahren segelt ein Schweizer Paar mit immer größer werdender Familie um die Welt. Doch nun könnte ...

Ressort News

Gesund gewachsen

Vor 40 Jahren wurde das Unternehmen Master Yachting gegründet, das heute zu einem der erfolgreichsten im ...