Privatyacht gekapert [3]
- Jean und Scott Adam wollten das Wort Gottes in die Welt tragen
- Die 58-Fuß-Yacht Quest diente ihnen dabei als Fortbewegungsmittel
Das Risiko, als simpler Segler in die Hände von Piraten zu fallen, sei auch in gefährlichen Revieren gering, heißt es manchmal, seien Letztere doch vor allem an großen Tankern oder Handelsschiffen interessiert. Sollte das amerikanische Ehepaar Jean und Scott Adam daran geglaubt haben, so ist es einem tragischen Irrtum unterlegen. Die beiden sind Prediger und seit 2004 auf ihrer 58 Fuß langen Yacht Quest auf Weltumsegelung, um Bibeln an diversen abgelegenen Orten wie den Fidschi-Inseln, in Alaska, Neuseeland, Mittelamerika oder Französisch Polynesien zu verteilen. Nach dem indischen Hafen Cochin wollten sie als nächsten Salalah im Oman ansteuern. Doch rund 450 Kilometer vor der Küste Omans wurde ihre Yacht von somalischen Piraten gekapert, die Geiselnahme sei, so ließ der Vertreter Somalias bei den Vereinten Nationen, verlautbaren „Anlass zu ernster Sorge“.
Kein Wunder: Derzeit befinden sich 40 Schiffe mit 800 Seeleuten in der Gewalt somalischer Piraten. Wenn auch die überwiegende Zahl der gekaperten Schiffe kommerzielle Frachter sind, wurden in der Vergangenheit auch wiederholt private Yachten entführt. Um die Befreiung der Geiseln zu verhindern, brachten die Piraten die Segler wiederholt an Land. Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr.
www.svquest.com
















http://english.aljazeera.net/news/africa/2011/02/201122215416125245.html
Laut spiegel.de hat die Besatzung der Quest nicht überlebt.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,747080,00.html
Wenn ein kleines Segelschiff auf offener See 450 km vor dem Ziel gekapert wird, kann man davon ausgehen, dass die Piraten nicht zufällig zur Stelle waren, sondern dass die Informationsketten von allen relevanten Häfen aus funktionieren.
Die Piraten sind gut organisiert und nutzen alle modernen Möglichkeiten. Es ist ein Armutszeugnis für die zivilisierte Welt, dass es bis jetzt nicht möglich ist, ein doch relativ gut eingrenzbares Problem zu lösen. Behindern uns dabei einfach die juristischen Spitzfindigkeiten unserer hochzivilisierten Gesellschaften oder auch die Tatsache, dass sich auch in diesem Segment für Versicherungen viel Geld verdienen lässt?