Endstand Weltcup Weymouth

Österreichs Nationalkader fand mit drei Top-Ten-Plätzen nicht ganz die Ideallinie

Endstand Weltcup Weymouth

Am abschließenden Medal Race-Tag zeigte sich das Olympiarevier von 2012 wieder von seiner sanften und launischen Seite. Damit waren viel taktisches Gespür, gutes Risikomanagement und starke Nerven gefragt.
Thomas Zajac und Tanja Frank , die sich als drittbestes Team für die Entscheidung in der Nacra17-Klasse qualifizieren konnten, ließen ihre Chancen bereits beim Wegfahren liegen. Die Österreicher waren den Tick zu früh über der Linie und wurden wegen Frühstarts disqualifiziert. Damit beendet das heimische Duo, das im Verlauf der Serie zwei Wettfahrten gewinnen konnte, den England-Weltcup auf Rang sieben. Gold sichern sich die Australier Waterhouse/Darmanin.
Matthias Schmid und Florian Reichstädter fanden gut in die Medal Race-Entscheidung der 470er-Herren, ein taktischer Fehler auf der zweiten Kreuz spülte die Vize-Europameister von 2014 allerdings auf Rang neun zurück. Unterm Strich reichte es für die Österreicher zum siebenten Gesamtrang, der Sieg geht an die US-Amerikaner Stuart Mcnay und David Hughes. Lara Vadlau und Jolanta Ogar beendeten ihr Medal Race auf Rang sechs und verteidigen damit bei den 470er-Damen den achten Gesamtrang. Hannah Mills und Saskia Clark feierten einen Heimsieg, auf Rang zwei folgten die Olympiasiegrinnen Aleh/Powrie (NZL).
Als nächster Wettkampf steht für die OeSV-Asse die Kieler Woche auf dem Programm (20.-24. Juni). Neben Bargehr/Mähr, Vadlau/Ogar und Scharnagl/Schulz kehren auch Benjamin Bildstein und David Hussl auf die Regattabühne zurück. Das 49er-Duo trainiert nach Bildsteins Schulter-OP und einer viermonatigen Segelpause aktuell am Gardasee.

Stimmen:

Thomas Zajac:
„Wir haben von der Disqualifikation erst nach der Wettfahrt erfahren und waren extrem enttäuscht. Beim Start war es bei der Hälfte des Feldes knapp, wir waren uns sicher nicht drüber zu sein und sind ein sehr gutes Rennen gesegelt. Der Rückfall auf Platz sieben ist bitter, in Summe war in dieser Woche aber viel Gutes dabei. Wir haben uns mit einer soliden Serie den Anspruch erarbeitet um die Medaillen mit zu segeln, auch heute konnten wir unser seglerisches Potential abrufen, was leider gefehlt hat war das Fingerspitzengefühl beim Start.“
Matthias Schmid:
„Es war kein gutes Race, wir haben leider die falschen Entscheidungen getroffen und sind vom heutigen Tag schon enttäuscht. Wir haben hier bei Leichtwind nicht die taktische Linie drinnen gehabt, mit dem Rest sind wir aber zufrieden. Damit gilt der Focus ab sofort wieder Rio. Dort ist ein anderer Typ Segler gefragt, die Bedingungen sind so speziell, dass wir jede Möglichkeit vor Ort zur Weiterentwicklung nützen müssen.“
Lara Vadlau:
„Wer mich kennt weiß, dass ich nie zufrieden bin, wir haben uns hier mit der Materialabstimmung schwer getan, uns hat ganz einfach die Geschwindigkeit gefehlt. Wir wollen und werden uns zurückbeißen und nützen die Kieler Woche um weitere Regattapraxis zu sammeln.“
Georg Fundak:
„Das Comeback von Lara und Jola kann als gelungen bezeichnet werden, nach der Regattapause fehlt ihnen naturgemäß die Praxis, das merkt man vor allem beim Start und den Manövern. Sie kämpfen und sind mit maximalen Engagement dabei, aber sie brauchen noch Zeit und Geduld. Bei den 470er-Herren haben Matthias (Schmid) und Florian (Reichstädter) eine überzeugende Leistung abrufen können, sie haben hinsichtlich der internen Qualifikation für die Olympiageneralprobe im August die Nase vorne, auch die Serie von Thomas (Zajac) und Tanja (Frank) stimmt mich sehr positiv. Sie haben endlich gezeigt was möglich ist, aber natürlich ist es ärgerlich, dass sie sich heute nicht entsprechend belohnt haben. Ein Frühstart in dieser Konstellation darf nicht passieren, ich hoffe sie lernen daraus. Bei Delle Karth/Resch war die Materialabstimmung nicht optimal, ihnen hat speziell in der Welle die Geschwindigkeit gefehlt. Wir werden die Woche in Ruhe analysieren, aber sie sind lange genug im Geschäft dabei, um sich nicht verunsichern zu lassen. Laura Schöfegger und Elsa Lovrek haben einen Schritt vorwärts gemacht, bei Starkwind fehlt ihnen allerdings die Selbstverständlichkeit und Sicherheit beim Bootshandling. Unterm Strich nehmen wir aus Weymouth viel Positives mit, wir wissen was zu tun ist und werden die Kieler Woche nützen um weitere Regattapraxis zu sammeln. Anschließend folgt ein weiterer Trainingsblock in Rio, die Olympiageneralprobe im August und die einzelnen Weltmeisterschaften sind unsere heurigen Zielpunkregatten.“

ISAF World Cup/Weymouth/Endstand:

Nacra17 /10 Wettfahrten+MR*/1 Streicher:
1. Jason Waterhouse/Lisa Darmanin AUS 47
7. Thomas Zajac/Tanja Frank AUT 75 (14/3/1/12/6/1/(16)/4/3/9/22*)
470er-Herren /8 Wettfahrten+MR*/1 Streicher:
1. Stuart Mcnay/David Hughes USA 22
7. Matthias Schmid/Florian Reichstädter AUT 89 (19/25/3/3/(29)/8/6/7/18*)
21. David Bargehr/Lukas Mähr AUT 130 (27/15/13/26/13/19/(28)/17
470er-Damen /7 Wettfahrten+MR*/1 Streicher:
1. Hannah Mills/Saskia Clark GBR 21
8. Lara Vadlau/Jolanta Ogar AUT 73 (11/6/10/12/11/11/(15/12*)

49er /10 Wettfahrten+MR/1Streicher:
1. Peter Burling/Blair Tuke NZL 36
15. Nico Delle Karth/Niko Resch AUT 135 (25/15/19/11/(38)/18/15/17/4/11)
49erFX-Damen /10 Wettfahrten+MR/1 Streicher:
1. Alexandra Maloney/Molly Meech NZL 25
19. Laura Schöfegger/Elsa Lovrek AUT 175 (17/11/22/12/17/18/23/14/(OCS)/20)

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