Algarve

Atlantik. Von ihren Häfen liefen einst Portugals Entdecker aus, um den Seeweg nach Indien zu erkunden. Heute zieht die Südküste des Landes erneut Segler an, die in diesem Revier Atlantikluft schnuppern wollen. Text und Fotos: Carl Victor

Es knallt. Teile eines Beschlages fliegen uns um die Ohren. Geschockter als wir scheint die Genua zu sein, die von einer Sekunde zur anderen faltig altert. Schuld ist eine an den Mast genietete Klemme, die vom auffrischenden Wind überfordert regelrecht explodierte und so dem Genuafall erlaubte auszurauschen. Wir hatten uns für den ersten Tag geruhsames Segeln gewünscht, um uns auf die 49 Fuß große Yacht einstimmen zu können. Statt dessen ist schon wenige Stunden nach dem Auslaufen in Vilamoura Action angesagt. Weil sonst kein Block frei ist, muss die Dirk auf ihren verzichten. Durch ihn scheren wir das Genuafall, um es über die Steuerbordwinsch auf dem Kajütaufbau legen zu können. Die ist für die Reffleinen des Rollgroßsegels ausgelegt, nicht aber für ein Fall. Obwohl wir uns an der Winschkurbel abwechseln, gewinnt das Tuch sein faltenlos jugendliches Aussehen erst zurück, als uns schon die Arme zu lahmen beginnen. Lange kann es sich ohnedies nicht der Pracht seiner 70 Quadratmeter erfreuen, denn der Wind nimmt schneller zu als die Meilen zu unserem Ziel ab. Als uns die elektrischen Schotwinschen der Genua signalisieren, dass sie an der Grenze ihrer Möglichkeiten angelangt sind und es mit sieben Windstärken durchs Rigg pfeift, kürzen wir unserer Dame die Röcke gleich ordentlich. Die Genua, die jene früher auf Deckhöhe geschäkelten Starkwindsegel ersetzen soll, entschwindet in immer lichtere Höhen je mehr sie eingerollt wird. Um unser Schiff bei so viel Wind zum Laufen zu bringen, müssten wir mehr Tuch setzen. Doch mehr als den Vortrieb würde dies die Krängung bei einem Kurs hart am Wind verstärken. Vom erhofften Segelspaß bleibt so nur die Pflicht das Schiff sicher nach Lagos zu bringen.

Den kompletten Artikel finden Sie in Ausgabe 1/2007
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