Dalmatien - Ston

Mali Ston. Von einer Reise in die Stille, über die Berge und zu vielen Muschelsorten. Von Werner Meisinger

Wie wir von der Festung ablegten und was davor und kurz danach geschah
45 Meter über dem Meere strich die Tochter des Oligarchen die Geige und blickte über das Treiben auf dem Wasser hinweg auf den Stadtberg. Türkis getönt durch die Scheiben des Pavillons bot sich ihr eine bewegte Szenerie mit flanierenden Menschen in bunten Hemden und dem heiter im Winde flatterndem Tand der Marktstände dar. Hoch darüber sah sie historisch wertvoll den Turm der Basilika in den sonnenschweren Himmel ragen und dachte dabei in der Art derart russischer Töchter gar nichts. Recht gedankenlos stellte sie einen Crosstrainer auf Stufe 3. Jetski war ihr bei dem aktuellen Betrieb im Peljes?ki Kanal zu ordinär. Die Fitnesshalle am obersten Deck der hier verankerten Club Med hatte sie hingegen ganz für sich allein.
Viel Betrieb! Die Stadt Korc?ula und der Feinstaub an kleinen Inseln davor wirken magnetisch. Die Schiffe werden angezogen und um die Insel herumgesogen, und nur hin und wieder entkommt diesem seltsamen Mahlstrom ein Boot, um einen anderen Weg zu finden. Der kann es dann hinwegführen von den gewohnten Anblicken und in andere Zeiten. Von einem solchen Fall soll hier berichtet werden. Die Oligarchentochter war Zeugin, als sich unser Schifflein herauslöste aus dem Schwarm und eigene Wege schwamm.

Wie wir uns auf die Fahrt in unbeliebte Gebiete vorbereiteten und was die Gummischweine konnten
Wir verließen Korc?ula im Besitze guter Ausrüstung für ungewöhnliche Fahrt. Das Beschaffungsreferat des Schiffleins hatte ein großes Sortiment an Pos?ip-, Plavac- und Gras?evina-Weinen akquiriert, einen Regalmeter Jaffa-Gummikekse, sechs Kubikwerst artverwandter Näschereien, zwei Prügel Knoblauchwurst für den Besatzungsteil mit dem Hang zum Rustikalen, eine halbe Dezimaltonne Wasser sowie weitere Nützlichkeiten für die Erschließung unbekannter Reviere, der Gesamtbestand an ulkigen Kopfbedeckungen aus dem Mare-Shop und ein halbes Dutzend Plastikschweine, die in der Finsternis gefällig leuchten konnten. Derart gerüstet brachen wir auf in ein Fahrtgebiet mit kaum Espresso und wenig Schiffsverkehr. Es war so abenteuerlich!

Den kompletten Artikel finden Sie in Ausgabe 12/2008
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