Kykladen

Ägäis. Mit einsamen Buchten ebenso wie mit viel Trubel locken die nordwestlichen Kykladen Törnwillige an.

Lang ist’s her, seit ich in Lavrion mein erstes Charterschiff übernahm. Das Ortschild weckt Erinnerungen, doch Stadt und Hafen an der Ostseite der Halbinsel Attika unweit von Athen sind mir fremd geworden. So viel stürmt auf mich ein, dass unser Bus schon am Yachtsteg vorbei gefahren ist, bevor ich all das Neue verarbeitet habe. Sein Fahrer hat Verständnis für Segler mit schwerem Gepäck. Er zieht eine Schleife, die nicht im Fahrplan steht, und setzt uns punktgenau ab. Das macht uns Lavrion, obwohl nicht gerade eine griechische Schönheit, gleich viel sympathischer. Diese Sympathie vertieft sich, als wir die inneren Werte seiner Geschäfte und Restaurants erkunden. Fast schon wie zu Hause fühlen wir uns abends an der Wasserfront des quirligen Fährhafens, als wir uns einen „Metrios“ servieren lassen, um mit Hilfe dieses halbsüßen Kaffees die griechische Nacht durchstehen zu können.
Als am nächsten Tag unser Schiff mit dichten Schoten Lage schiebt, genießen wir das Segeln und fliegen buchstäblich den Stenon Makronisou hoch Richtung Norden. Nördlich der Untiefen vor Kap Tripiti verkommt der Flug zum flügellahmen Geflatter, weil uns der Kurs nach Andros zwingt die Schoten zu fieren. Welchen Hafen auf der Insel des Andreus, jenes Generals aus Kreta, der immer auf der Seite der Feinde Athens stand, wir anlaufen sollen, hatten wir uns schon gestern gefragt. Die Altstadt von Kastros ist das lockendste Ziel. Leider faucht der Meltemi in ihren Hafen, in dessen Grund aus Fels und Gras kein Anker gerne beißt. Gavrion gilt als sichere Bucht, hat aber außer dem Schwell der Fähren nicht viel zu bieten. Batsi wird selten von Yachten angelaufen, weil die in der Ansteuerung liegenden Inseln und Untiefen schwer auszumachen sind.

Den kompletten Artikel finden Sie in Ausgabe 1/2008
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