Alte Donau, Mittwochabendregatta. Die private September-Bilanz von Julia Basagic

Wie geht dieser Steak, fix nochmal?

Erster Tag beim A-Schein-Kurs: Womit hab‘ ich das verdient?

„Sag einmal …“ „Psst!“ „Aber …“ „Pssssssst!“ Luis duldet keine Ablenkung. Der Schmäh rennt nur an Land beim Spritzer, am Wasser beißt der Kampfgeist. Chef, hoch motiviert bei Windstärke nullkommanichtmaljosef: „DICHTHOLEN!“, und dann unhörbar für das restliche Feld: „Fieren, fieren, fieren!“ Psychologische Kriegsführung nennt er das. Ich folge brav. Ein Kuddelmuddel an der Boje, Windstille und einen Algensalat am Schwert später sind wir haarscharf Erste. Genutzt hat’s nix: Zeitlimit überschritten – Abbruch.
Drei Wochen später, Weiden: Will wissen, wie Segeln wirklich geht und mach’ den A-Schein bei der Segelschule Kreindl. Erster Tag, Sturmwarnung: „Alles sichern!“, und schon knallen mir 12 Beaufort um die Ohren. Windhoserln, entwurzelte Bäume und fliegende Kats gibt’s auch. Das nenn ich All-inclusive-Kurs. Die nächsten Tage kämpfe ich bei 5 Windstärken mit Seemannsprache und dem Mann über Bord. Getauft werd’ ich auch: Beim Anlegen ruft der See, rutsche aus und ins Wasser, Freundin folgt mir beim Ablegen ungewollt solidarisch. Viele mehr oder weniger erfolgreiche Manöver, Gelsenstiche und blaue Flecken später halte ich meinen A-Schein in den Händen. Blamage verhindert.
„Chef, nächster Mittwoch, selber Ort, selbe Zeit?“
Irgendwann, vielleicht, übertrumpft der Schüler den Meister.

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