
Allrounder. Spritzig und kraftvoll die Leistung, sicher und trocken dank solider Linien. Die Sunfinder punktet vor allem im Cruising-Speed, macht aber auch bei höheren Geschwindigkeiten Spaß
©HerstellerAIATA Sunfinder. Finnisches Design, türkische Fertigung und eine bemerkenswerte Dichte an bekannten wie clever weitergedachten Lösungen: AIATA startet mit zwei ambitionierten Family-Cruisern in den Markt. Wir haben beide Modelle vor Istanbul getestet
AIATA hat sich Zeit gelassen. Als Teil der türkischen Anadolu-Gruppe verfügt die junge Marke über ausreichend finanziellen und industriellen Rückhalt, um ein neues Produkt nicht unter Zeitdruck auf den Markt bringen zu müssen. Doch 2026 präsentiert die Werft mit der Sunfinder 50 sowie ihrer kleineren Schwester Sunfinder 38 gleich zwei Modelle. Sie wirken auf den ersten Blick vertraut – als Teil des Konzepts. AIATA versucht nicht, das Rad neu zu erfinden; man greift Lösungen auf, die sich bei anderen Herstellern bereits bewährt haben. Diese wurden neu kombiniert, in ein eigenständiges Gesamtpaket integriert und das Ergebnis ist eine Art Best-of im modernen Day- und Weekender-Segment; gezeichnet in finnischer Designsprache und umgesetzt mit beachtlichem Qualitätsanspruch in der Türkei.
Unter der Haube
Beginnen wir dort, wo die Sunfinder 50 ihr vielleicht markantestes Merkmal trägt – am Heck. Drei Mercury V10 mit jeweils 400 PS verbergen sich unter einer großen Sonnenliege. Nicht vollständig, aber weit genug, um die Außenborder optisch in den Hintergrund treten zu lassen und gleichzeitig eine großzügige Badeplattform zu ermöglichen. Das Prinzip kennt man von anderen Werften, AIATA setzt es schlüssig und sauber um.
Über Sinn und Unsinn versteckter Außenborder lässt sich trefflich diskutieren. Offen montierte Aggregate erleichtern Zugang und Wartung, andererseits geht so wertvolle Fläche am Heck verloren. Bei der Sunfinder 50 verschwinden die Motoren weitgehend unter der Liegewiese, mutieren aber nicht zu Innenbordern. Das wirkt elegant und bringt einen weiteren handfesten Vorteil: Die Geräuschentwicklung ist erstaunlich moderat. Bei Reisegeschwindigkeit ist man am Steuerstand von den drei Zehnzylindern angenehm abgeschirmt, auch Gäste im Bugbereich können sich bei rund 24 Knoten problemlos unterhalten. Diese Lösung wurde also nicht nur aus optischen Gründen gewählt. Die Badeplattform ist großzügig, der Cockpit-Übergang offen und unkompliziert. Variable Rückenlehnen lassen sich mit wenigen Handgriffen drehen und verändern so die Sitzlandschaft. Auch diese Systeme sind längst keine Seltenheit mehr, entscheidend ist, wie stabil und intuitiv sie funktionieren und beides passt bei der Sunfinder 50. Zwei Kühlschränke, Grill und weitere Möglichkeiten zur Verpflegung machen das Cockpit zur vollwertigen Outdoor-Lounge. Beim Dach lässt AIATA dem Eigner die Wahl zwischen Solarpaneelen und Glasflächen.
Regen willkommen
Getestet wurde im Heimatrevier der Werft nahe Istanbul. Die dortige Marina bietet ein bemerkenswertes Umfeld: Neben großen Yachten im Trockendock finden sich moderne Appartementanlagen, Einkaufszentrum und Vergnügungspark. Ein bisschen von allem und das beschreibt auch die Philosophie der Sunfinder. Bei unserem Test spielte das Wetter ebenfalls mehrere Rollen: Flaches Wasser ermöglichte reproduzierbare Vollgaspassagen, kräftiger Regen sorgte dafür, dass T-Top und Scheibenwischer ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen mussten.
Den kompletten Fahrbericht lesen Sie in der Yachtrevue 5/2026 – am Kiosk ab 4. September.

