
Naheliegend. Nachhaltigkeit ist für Shaper Paul Mittermeier wichtig. Daher wählt er die Grundstoffe sorgfältig aus und bezieht alles aus dem unmittelbaren Umfeld. Darüber hinaus repariert Mittermeier sowohl seine wie fremde Boards
©ACTIVE AGENTS/THOMAS SEMELLIKERMaßgeschneidert. In der Nähe von Tulln entstehen in einer Garage feine Boards für Wellen aller Art. Sie werden seit über einem Jahrzehnt von Paul Mittermeier vollständig von Hand gefertigt. Roland Regnemer hat ihm dabei einen Tag lang zugesehen
Die nächste surfbare Atlantikwelle ist gut 2.000 km von einer unscheinbaren Garage hinter einem Einfamilienhaus in Neuaigen nahe Tulln entfernt. Zum nächsten Surfspot sind es allerdings nur wenige Minuten, denn der Wasserskiclub in Tulln hat sich unter anderem dem Thema Wakesurfen verschrieben. So entstand eine äußerst aktive Community in der noch jungen Disziplin innerhalb des Wasserskiverbandes. Sie erfreut sich zunehmender Beliebtheit und da wie dort ist Paul Mittermeier zu Hause. Im engeren Wortsinn ist sein Heim das oben erwähnte Einfamilienhaus – in der dazugehörigen Garage schraubte bis vor etwas mehr als einem Jahrzehnt sein Vater mit Hingabe an Oldtimern. Mittlerweile ist daraus unter dem Namen Paulsen Surf Garage Österreichs wohl bekannteste Manufaktur für Surfboards geworden, denn den Junior zog es mehr ans Meer als rücklings unter ein Auto. Von einem Urlaub in Fuerteventura kam er mit der fixen Idee zurück, selbst ein Surfboard zu bauen. Gesagt, getan: Dem ersten eigenen Brett folgten bald die nächsten; die jeweils ausgemusterten Modelle wanderten weiter an Freunde und Bekannte. Langsam, aber sicher kam Mittermeier mit dem Aussortieren und Weitergeben der Boards nicht nach, dazu stiegen die Ansprüche und Anforderungen der ihm verbundenen Surfer. So wurde aus dem ursprünglichen Hobby eine nebenberufliche Hauptbeschäftigung.
Solide Basis
Mittermeier kann dabei auf ein starkes Fundament bauen. Als Absolvent der Bundesfachschule für Flugzeugtechnik arbeitete er acht Jahre lang am Flughafen in Schwechat und kehrte dann mit einer Teilzeit-Lehrverpflichtung zurück in seine Schule nach Langenlebarn. Passenderweise unterrichtet er Holz- und Kunststoffverarbeitung in der Fachwerkstätte, in der unterrichtsfreien Zeit und an dem einen oder anderen Wochenende widmet er sich der Entwicklung und dem Bau von Surfboards. „Aus der Flugzeugtechnik kommt die Affinität zum Material, zur Verarbeitung und zu den Rundungen. Waren es früher aerodynamische Aspekte, geht es jetzt um Hydrodynamik – und natürlich sind die Geschwindigkeiten deutlich geringer“, erzählt Paul Mittermeier, während er die ersten Striche für den groben Zuschnitt auf einen Rohling zeichnet. Diese sind aus EPS und kommen aus dem Nachbarort Michelhausen. Dort sitzt mit Austrotherm ein eigentlich für Isoliertechnik im Bau bekanntes, international tätiges Unternehmen. „Ich liefere die CAD-Daten und kann die Rohlinge schon mit dem richtigen Rocker (Biegung des Bretts von der Spitze bis zum Ende, Anm.) abholen“, erklärt Mittermeier das lokale Miteinander. Denn: „Nachhaltigkeit ist mir wichtig, bei Surfboards ist diese aber beim Material nicht wirklich zu gewährleisten.“
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