Sunnyboy mit Erdung

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Du hast immer drei Möglichkeiten: aufgeben, nachgeben oder alles geben!“

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iQFoil. Der Niederösterreicher Theo Peter hat sein Leben ganz auf die Olympischen Spiele 2028 ausgerichtet. Seine zuletzt erzielten Erfolge weiß der 23-Jährige richtig einzuordnen, bei der EM Ende November steht die Probe aufs Exempel an

Jung, braungebrannt, durchtrainiert – Theo Peter, der seit fünf Jahren zum österreichischen Segelnationalteam zählt, ist der personifizierte Stereotyp eines Windsurfers. Board-Disziplinen gehören zur OeSV-Familie, das ist spätestens seit den Goldmedaillen von Christoph Sieber (Sydney 2000) und Valentin Bontus (Paris 2024) einem breiten Publikum bekannt. Peters Leben spielt sich an den Stränden von Palma, der Côte d’Azur und aktuell verstärkt in Süditalien ab. „Mein Alltag ist aber nicht ganz so hochglanz, wie es Instagram-Postings oder Magazine vielleicht nahelegen mögen“, rückt der in Gumpoldskirchen wohnhafte Peter die Dinge zurecht, „er bedeutet vielmehr harte Arbeit am Wasser und an Land. Und in der Zeit zu Hause, also zwischen den Trainingsblöcken und Regatten, wird gearbeitet und studiert.“ Seine bisherige sportliche Laufbahn führte ihn vom Optimisten über ILCA zu einem Abstecher in die Klasse Open Bic sowie in die Segelbundesliga, seit drei Jahren hat er sich ganz und gar dem olympischen Windsurfen verschrieben. Damit hob er zwangsläufig ab und landete am iQFoil. 2024 war Theo Peter Sparring-Partner von Lorena Abicht und bestritt mit ihr deren Vorbereitung auf die Olympischen Spiele vor Marseille. „Das war eine unglaubliche Erfahrung, die ich hoffentlich auch bei meiner eigenen Karriere werde einbringen können. Was sich in den letzten Wochen vor den Spielen abspielt, ist unbeschreiblich. Jetzt bin ich mir noch sicherer, dass ich diesen Weg weitergehen will“, so Peter.

Führungsarbeit

Weitere Mosaiksteine auf ebendiesem Weg waren zwei Podestplätze bei kürzlich stattgefundenen internationalen Regatten. So holte Peter bei der Formula-Windsurf-Weltmeisterschaft am Gardasee die Silbermedaille. Dabei trat er mit seinem olympischen Equipment an und verzichtete bewusst auf die Möglichkeit, zusätzliche Foils oder Segel zu verwenden. „Das stellte natürlich einen Materialnachteil dar, den ich über bessere Taktik und Technik wettmachen musste“, erläutert Peter. Er habe die WM als Vorbereitungsregatta gesehen, holt er weiter aus, zwei Kollegen aus dem Olympia- und Weltcup-Zirkus hätten ebenfalls teilgenommen. Die Formula-Disziplin bietet jungen olympischen Athleten, aber auch älteren Surfern, die sich bereits aus dem Profisport zurückgezogen haben, eine perfekte Möglichkeit, sich auf hohem Niveau im Wettbewerb zu vergleichen. Der Vizeweltmeistertitel bestätigte Peters bisher geleistete Arbeit und war darüber hinaus mit zwei wertvollen Erfahrungen verbunden. Einerseits steckte der 23-Jährige einen unverschuldeten Crash professionell weg, andererseits waren die zahlreichen Kilometer in und an der Spitze des Feldes ein lehrreicher Entwicklungsschritt. Letzteres gilt auch für das vierte Event der iQ Games am Silvaplanasee in der Schweiz, das im olympischen Modus ausgetragen wurde und bei dem Theo Peter Rang drei belegte. Zwar waren – wie es für ein nacholympisches Jahr typisch ist – bei Weitem nicht alle Spitzensurfer am Start, aber „auch hier war es für mich wichtig, einfach einmal Wettfahrten bei einer internationalen Regatta zu gewinnen und aufzuzeigen“.

Aktuell steht die Vorbereitung für die EM am Programm, die Ende November in Sizilien über die Bühne geht. Dafür ging Peter eine Trainingsgemeinschaft mit Teams aus Spanien und den USA ein. Knapp zwei Wochen verbringt er in Cadiz, ehe er ins EM-Revier wechselt. Deklariertes Ziel ist die Qualifikation für die Goldgruppe, danach, so Peter, wolle er „das Momentum der letzten Erfolge mitnehmen und einfach schauen was drin ist, wenn alle Top-Surfer am Start sind“.

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