Von Früh bis Spät

März 2014: Die private Monatsbilanz von Judith Duller-Mayrhofer

Frühstück. Teebeutel in heißes Wasser hängen, iPad schnappen und Position der Fipofix checken. So schaut derzeit meine morgendliche Routine aus. Der für den Papa in die Bresche gesprungene Harald Sedlacek, der ohne Autopilot im Liliput-Boot über den Atlantik taumelt, rührt irgendwie mein Herz; melancholische Logbuch-Einträge wie „See ist ein Wirrwarr von Wellen“ oder „Habe klamme Finger, ein aufgeweichtes Gesicht und Hunger“ tun das ihre um mein Mitgefühl am Köcheln zu halten. Die Kronenzeitung übertreibt aber mal wieder. Dort stand am 6. Februar im Sportteil zu lesen, dass Sedlacek junior „einarmig und ohne fremde Hilfe“ unterwegs sei. Ist mit zwei Armen schwer genug. Die Frage, die mich nicht mehr loslässt: Welches Bild hatte der Redakteur vor seinem geistigen Auge, als er diese Meldung schrieb?
Abendessen. Treffen uns beim Italiener mit einem befreundeten Paar, das mit Segeln nichts am Hut hat. Dachten wir. Die beiden über\u00ADraschen uns mit der Ansage, dass zwecks Beziehungsbelebung ein gemeinsamer FB2-Theorie-Kurs gebucht worden sei; ausgerechnet. Im September wolle man unter Aufsicht eines Profi-Skippers erstmals in See stechen, die Vorfreude sei groß. „Im Moment plage ich mich gerade mit diesem Verhütungszeug herum“, gesteht sie mir hinter vorgehaltener Hand. Bin mir nicht sicher, wie ich das auffassen soll, also lächle ich nur aufmunternd. „Weißt eh, diese Verhütungsregeln!“ Ich stehe immer noch auf der Leitung. „Wie heißen die schnell, genau, die Kollisions\u00ADverhütungsregeln!“
Ich glaube, wir werden noch viel Spaß haben mit den zwei Neo-Skippern.

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