Urlaub am Neusiedler See

September 2017: Die persönliche Monatsbilanz von Verena Diethelm

Urlaub am Neusiedler See

Vorbereitung auf die 24-Stunden-Regatta Twilight: Manöver trainieren, Unterwasserschiff reinigen, Trimmfäden kleben, Wegpunkte in die Navi-App eingeben, unnötigen Ballast abwerfen. Letzteres nimmt die Crew allzu wörtlich: Zuerst versinkt der Pinnenausleger still und heimlich im See, dann fliegt die Winschkurbel in hohem Bogen mit einem Salto mortale über Bord. Auch sonst läuft einiges schief. Die Reffleine der Rollreffanlage wickelt sich nicht wie sie sollte in der Trommel auf, sondern kunstvoll um das Profilstag. Zwei mal schaffe ich es, den Leinensalat zu entwirren, doch dann ist irgendwann einmal die Leine aus. Die Genua lässt sich weder ein- noch ausreffen. Und das bei Böen mit 30 Knoten. Ein ganz schön blödes Gefühl. Zum Glück ist auf die Nachbarn Verlass. Ein Schlauchboot des Segelzentrums rettet mich aus misslicher Lage und schleppt mich in die Windabdeckung, wo wir die Genua bergen.

Fast einen Tag bin ich damit beschäftigt, für die Regatta entbehrliches Zubehör von Bord zu schaffen. Interessant, was sich innerhalb eines Jahres alles so ansammelt. Meine Putzmittel-Kollektion, Staubsauger, SUP-Board, Lichterketten, Diskokugeln, Spritzpistolen, Luftmatratzen, Grill samt Holzkohle, Hängematte, ein stattlicher Weinkeller, Cockpittisch und- polster werden ins Auto verbannt.

Am Vorabend der Regatta will ich noch einmal die Batterien vollständig aufladen, aber irgendwie schalten sich die Ladegeräte immer wieder ab. Vermute einen Wackler und drücke den CEE-Stecker ein bisschen fester in den Landanschluss. Sofort beginnt es zu krachen und zu zischen. Das Kabel glüht plötzlich rot und brennt vor sich hin wie eine Wunderkerze. Sehe vor meinem geistigen Auge das Boot in Flammen aufgehen und hirsche schon zum Feuerlöscher, als endlich der FI fällt und die Wunderkerze verglüht. Die restliche Nacht verbringe ich damit, verschmolzene Kabelreste aus dem Stecker zu bekommen. Dagegen war die Twilight dann trotz anfänglicher Flaute, nächtlicher Gewitter und ziemlich viel Wind und Regen am zweiten Tag richtig erholsam.

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Facebook 1. Mehr Präsenz in den sozialen Netzwerken, lautet die Vorgabe von ganz oben, Redaktionen mit begrenzten Ressourcen mögen sich auf Facebook konzentrieren und von dort aus die Welt erobern. Okay, wird erledigt. Bin als einzige im Team halbwegs Facebook-affin, werde daher flugs zur Social-Media-Managerin ernannt und von einem Auskenner instruiert. Täglich mindestens ein Beitrag, empfiehlt er, immer mit Bild, ansonsten erstmal experimentieren und beobachten, was der Community gefällt. Poste also News vom Volvo Ocean Race (Reaktion mittelprächtig), eine Bord-Katze (schon besser) und diverse Yachten in Not (ziemlich gut). Die mit großem Abstand meisten Likes, Herzen und Kommentare bekommt aber die Rennyacht von Lego. Boys and their toys; ich liebe unsere Community.









 

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