
ANT ARCTIC LAB. Auch beim sechsten Versuch muss Norbert Sedlacek eher früher als später seinen Weltrekordversuch abbrechen und umkehren.
Der österreichische Extremsegler befindet sich mit seiner Open60AAL auf dem Rückweg nach Les Sables-d’Olonne. Der sechste Anlauf endete bereits in der Anfangsphase: Schwerwiegende Probleme mit der Navigationselektronik und weiteren elektrischen Systemen an Bord zwangen den österreichischen Skipper zur Umkehr.
Sedlacek änderte seinen Kurs gestern am späten Nachmittag. Nach Angaben des Teams sind derzeit nur noch die Notfallsysteme sowie die grundlegenden Kommunikationsmittel funktionsfähig. Die Ursache des Defekts ist bislang nicht bekannt. Rumpf und Takelage der Open60AAL blieben unbeschädigt, eine sichere Navigation zurück an die französische Atlantikküste sei gewährleistet. Mit der Ankunft in Les Sables-d’Olonne wird im Laufe der kommenden Woche gerechnet.
Ursprünglich wollte Sedlacek rund 35.000 Seemeilen einhand, nonstop und ohne Hilfe von außen zurücklegen. Die Route hätte von Frankreich nordwestlich an den Britischen Inseln vorbei bis nach Spitzbergen geführt. Danach sollte es über den Atlantik ins Südpolarmeer und vorbei an den großen Kaps der Südhalbkugel gehen, ehe die Open60AAL nach der Rundung von Kap Hoorn wieder Kurs auf Les Sables genommen hätte.
Für Sedlacek und sein Team bedeutet die Umkehr einen weiteren Rückschlag, Vorrang hat nun die sichere Rückkehr. Erst danach wird sich klären lassen, was die elektrischen Systeme an Bord außer Gefecht gesetzt hat – und welche Konsequenzen daraus für einen möglichen nächsten Anlauf gezogen werden.


Norbert Sedlacek in den Tiefen seines Rumpfes aus Vulkanfaser.
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