
Die slowenische Werft legt zwischen 40 und 45 Fuß nach: Die neue 42 übernimmt Ideen der 58, öffnet Salon und Cockpit zur XXL-Lounge – und setzt beim Energiesystem erneut Maßstäbe.
Greenline erneuert sein Erfolgsrezept dort, wo es unternehmerisch besonders brisant ist: mitten im Kernsegment. Die Greenline 42wurde im Jänner auf der boot Düsseldorf enthüllt, jetzt zeigen erste Fahraufnahmen, wohin die Reise geht – optisch klar Greenline mit S-Scherenlinie, Rundum-Verglasung und schlankem Dach, im Detail aber deutlich moderner gezeichnet.
Federführend ist Marco Casali, dessen Handschrift schon bei der Greenline 58 gut ankam. Sein Ansatz: nicht „neu um jeden Preis“, sondern die 40er-DNA weiterdenken – mit spürbarem Mehrwert im Alltag. Der offensichtlichste Hebel ist das Cockpit. Mehr Platz, mehr Optionen: großer Tisch auf der Mittschiffslinie, Sofas beidseits – alternativ gibt es Konfigurationen mit absenkbarer Badeplattform am Heck und offener Fläche mit einer Sonnenlounge.
Das zweite große Thema betrifft das Indoor-Outdoor-Konzept. Seitenfenster an der Pantry runter, Achtertüren auf – und der Salon wird zur Verlängerung des Cockpits. Man bleibt beim Kochen mitten im Geschehen, statt hinter Glas „abzutauchen“. Dass Greenline dabei die Pantry ernst nimmt (Backofen, Doppel-Induktion, viel Kühlraum, dazu 400 Liter Wasser) passt ins Bild: Das Boot will genutzt werden – nicht nur am Steg stehen.
Greenlines Markenzeichen bleibt aber das Energie-Setup. Zehn flächenbündige Solar-Panels liefern bis zu 4,5 kW, gespeist in eine 22-kWh-Batteriebank (optional bis 66 kWh). Damit sind 48 Stunden leiser „Hotelbetrieb“ kein Marketing-Satz, sondern genau die Welt, in der Greenline seit Jahren überzeugt: Ankern ohne Generator-Grollen, Klimaanlage inklusive.
Beim Antrieb reicht die Palette von effizientem Diesel (2 × 250 PS Yanmar) bis zum H-Drive-Hybrid mit 23-kW-E-Motoren. Laut Werft läuft die 42 unter Diesel 25 Knoten – drei Knoten schneller als die 40 bei gleicher Motorisierung. Möglich macht das ein neuer Rumpf von Micad, der Effizienz und Stabilität verbessern soll.
Wichtig: Die 42 ersetzt die 40 nicht. CEO Vladimir Zinchenko spricht offen von einer Ergänzung – für alle, die „ein bisschen mehr“ wollen: modernere Linien, mehr Cockpit, mehr Tempo, ohne das bewährte Greenline-Konzept über Bord zu werfen.

