Alternative Stromversorgung

Mit Hilfe von Sonne, Wind, Wasser und Brennstoffzelle kann man auf einer Yacht selbst Strom erzeugen

Alternative Stromversorgung

Wenn Landstrom oder Lichtmaschine als Stromversorger nicht in Frage kommen, können Wassersportler, die unter Segeln und vor Anker mit Strom versorgt sein wollen,die Bordbatterien mit der Energie der Sonne, des Windes, des Wassers oder einer Brennstoffzelle, laden. Auch im Hafen ist es unter Umständen nötig, einer schädlichen Batterieentladung auf diese Weise entgegenzuwirken, etwa wenn der Landstrom-Anschluss in der Hauptsaison besetzt oder defekt ist.

Die Versorgung mit erneuerbarer Energie hat zwei wesentliche Vorteile: Zum einen steigt die Betriebssicherheit, weil sicherheitsrelevante Geräte wie Seefunkgerät, Bilgepumpe und Ankerwinsch auch ohne Landstromversorgung zuverlässig arbeiten. Zum anderen steigt die Lebenserwartung der Service-Batterie durch die geringere Entladetiefe – und zwar erheblich.

Je nach vorhandener Batteriekapazität und individuellem Stromverbrauch reicht schon ein Solarmodul von 20 Watt, eventuell kombiniert mit einem kleinen Windgenerator (<50 Watt), um die mögliche Zeitspanne am Anker- oder Liegeplatz zu verlängern. Bei allen hier vorgestellten alternativen Energiequellen lässt sich mit Hilfe des Wetterberichts und etwas Erfahrung die täglich zu erwartende Ladeleistung sehr genau abschätzen. Will man sich vom Landstrom unabhängig machen, muss eine zu Schiff und Crew passende Energiebilanz erstellt werden: Einfach die im Durchschnitt verbrauchten Amperestunden (Ah) addieren und das Ergebnis mit der zu erwartenden Ladeleistung (in Ah) der geplanten regenerativen Energiequelle vergleichen.

SOLARTECHNIK

Steht man vor der Entscheidung, welche regenerative Energiequelle zur Stromversorgung genutzt werden soll, ist Solartechnik die erste Wahl. Selbst bei bedecktem Himmel kann mit einem (wenn auch geringerem) Ladeertrag gerechnet werden, bei Schlechtwetter lassen sich – abhängig vom Restlicht, das durch die Wolken kommt – immerhin noch 5 bis 20 % der Leistung, die an einem sonnigen Tag möglich wäre, erzielen. Je nach Dimensionierung kann eine Solaranlage der Selbstentladung der Batterie entgegenwirken oder eine autarke Stromversorgung ermöglichen. Zu berücksichtigen ist allerdings, in welchem Fahrtgebiet und zu welcher Jahreszeit die Segelyacht genutzt wird.

Im Prinzip lässt sich für Solarmodule immer ein geeigneter Montageort an Bord finden. Gibt es für die geplante Solarleistung nicht ausreichend Montageplatz, bieten sich diverse Alternativen an – von der festen, auch begehbaren Montage an Deck (semiflexible Module) , der nachführbaren Montage am Heckkorb bis zur zweiachsigen Nachführung mit speziellen Solarmodulhaltern (Aluminium gerahmte Module).

Schon durch die einachsige Nachführung am Heckkorb kann der tägliche Energieertrag gesteigert werden. Durch zweiachsiges manuelles Nachführen eines Solarmoduls, das sich am Sonnenstand orientiert, kann der tägliche Leistungsertrag sogar um rund 30 % erhöht werden. Neben der Modultemperatur und der atmosphärischen Trübung spielt für den Leistungsertrag eines Solarmoduls der optimale Einfallswinkel der Sonnenstrahlen (= 90°) eine entscheidende Rolle. Hat man die Wahl, sollten in südlichen Breiten Solarmodule mit mehr als 36 Einzelzellen genutzt werden. Da mit zunehmender Modultemperatur die Ladespannung sinkt, liefern 40- oder 42-zellige Module auch bei Hitze noch ausreichend Ladespannung, um Ladestrom fließen zu lassen.

Die gesamte Story inklusive einer übersichtlichen Auflistung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Stromquelle lesen Sie in der Yachtrevue 1/2019, am Kiosk ab 2. Jänner!

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