Check, check, check!

Wer die notwendigen Servicearbeiten an Elektrik und Elektronik schon im Winterlager erledigt, vermeidet Pannen zu Saisonbeginn. Was wie überprüft werden sollte, verrät Yachtelektrik-Experte Burkhard Linke

Check, check, check!

Die Betriebssicherheit von Elektrik und Elektronik an Bord ist wesentlich vom regelmäßigen Winterlager-Check abhängig. Das Vorhandensein eines Kabelplans oder ein Schaltbildes der Elektrik-Anlage kann im Problemfall hilfreich sein und gehört zu den wichtigsten Bordunterlagen. Ein Multimeter zur Fehlersuche gehört in jede Bord-Werkzeugkiste.

1) BATTERIEN

Sowohl Service- als auch Starter-Batterie (Gel, AGM, Bleisäure) sollten voll geladen sein, wenn das Schiff eingelagert wird. Während des Winterlagers gilt es, spätestens alle sechs Wochen für Nachladung über den Landanschluss zu sorgen.

Im Gegensatz dazu sollten Lithium-Batterien keinesfalls voll geladen in die Winterpause geschickt werden, da sie sonst schneller altern. Je nach Dauer der Lagerung wird ein Ladezustand zwischen 20 und 40 Prozent empfohlen. Auch bei einer Lithium-Batterie findet eine temperaturabhängige Selbstentladung statt, sie fällt mit rund fünf Prozent monatlich aber deutlich geringer aus als bei einer AGM- Gel oder Nass-Batterie. Lithium-Batterien sollten daher bei einer Temperatur zwischen fünf und 15°C gelagert werden.

Zum Laden der Batterien keinesfalls Billigladegeräte aus dem Baumarkt verwenden. Diese haben meist keine Ladekennlinie mit Umschaltung auf Ladeerhaltung. Zu langer Ladebetrieb überlädt die Batterie.
Auch sehr geringer Eigenstrombedarf, z.B. von permanent angeschlossenen Ladereglern, kann über Wochen eine Tiefentladung erzeugen und die Batterie schädigen. Auch wenn die Polklemmen der Batterie gelöst werden oder die Batterie mit nach Hause genommen wird, muss nachgeladen werden, denn jede Batterie verliert Energie durch Selbstentladung. Zeigen sich bei Batterien an den Polklemmen, in der Nähe der Serviceöffnungen oder an den Ventilkappen bei wartungsfreien Batterien weiße Ablagerungen (Resultat von Gasung), kann das auf zu hohe Ladespannungen hinweisen.

Schon Spannungen, die geringfügig über der zulässigen Ladeendspannung liegen, führen zu Gasung und damit zu Flüssigkeitsverlust. Dann muss unbedingt mit einem Multimeter die Ladespannung ALLER Ladequellen geprüft werden.
Zeigen sich bei einer servicefreien Batterie oben an den Sicherheitsventilen weiße Ablagerungen, ist diese meist schon durch Kapazitätsverlust geschädigt. Werden Nass-Batterien verwendet, muss der Flüssigkeitspegel durch Herausschrauben der Füllkappen geprüft werden. Es darf nur so viel destilliertes Wasser nachgefüllt werden, bis die Bleiplatten wieder bedeckt sind.

Alle Polklemmen und die daran angeklebten Kabel müssen auf festen Sitz geprüft werden. Sind an den Batterieklemmen oder dort angeschlossenen Kabeln grüne Ablagerungen zu sehen, muss die Kontaktsicherheit geprüft werden. Um Korrosion an den Batteriepolen zu vermeiden, können diese mit technischer Vaseline flächig bestrichen werden.

Selbstverständlich ist, dass schwere Batterien an ihrem Platz fixiert sind. Eventuell poröse Befestigungsgurte müssen getauscht werden.

Sind mehrere Batterien parallel geschaltet, müssen, sofern das nötig ist, alle getauscht werden. Nur Batterien gleicher Technologie (Gel, AGM, Nass) und gleicher Kapazität dürfen parallel geschaltet werden.


Der Ladezustand lässt sich je nach Batterietechnologie durch Spannungsmessung oder bei wartungsbedürftigen Säure-Batterien mit Hilfe eines Säurehebers ermitteln.

Die gesamte Story mit zahlreichen Tipps lesen Sie in der Yachtrevue 3/2022, am Kiosk ab 4. März!

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