
Heimvorteil. Luna Rossa nimmt zum siebenten Mal den Kampf um die Kanne auf, bisher gelang den Italienern erst ein Mal der Einzug ins Finale. In heimatlichen Gewässern zählt einzig der Sieg
©LUNA ROSSA PRADA PIRELLI TEAM | STUDIO BORLENGHIAmerica’s Cup. Im Bewerb um die älteste Sporttrophäe der Welt war die Konstanz bislang einzig in der Unberechenbarkeit zu finden. Das soll sich nun ändern. Roland Regnemer fasst die aktuellen Entwicklungen zusammen
Grenzen müssen verschoben werden, um voranzukommen. Dieser Grundsatz gilt in allen Bereichen der Gesellschaft, manifestiert sich aber selten so plakativ wie im Sport. 1851 demütigte der US-Schoner America die am 100-Guinea-Cup teilnehmende britische Flotte und leitete eine Revolution im damaligen Schiffsbau ein. Die Segel waren aus Baumwolle und hatten einen flacheren Schnitt, der Bug war deutlich schlanker und die maximale Breite rückte weit nach achtern. Ähnlich verhielt es sich mit dem Flügel-Kiel von Australia II beim Sieg des Teams aus Down Under gegen die von Dennis Connor gesteuerte Liberty, der die 132-jährige Erfolgsserie des New York Yacht Club beendete. Und nicht zuletzt basiert auch das Thema Foilen zu einem guten Teil auf Forschungen und Entwicklungen im Cup. Wer verstehen will, woher die magische Anziehungskraft des AC auf Segler und Entwickler rührt, der muss sich nur kurz durch dessen Geschichte arbeiten und sich vergegenwärtigen, mit welcher Vehemenz sich die Besten ihrer Zeit diesem Wettstreit gewidmet haben. Aktuelles Beispiel dafür ist die an Obsession grenzende Verbissenheit, mit der Sir Ben Ainslie für sein Heimatland um den Auld Mug kämpft.
Auferstehung vor dem Untergang
Nationenregelung, wenig Transparenz, kaum Kooperationsbereitschaft seitens der neuseeländischen Titelverteidiger sowie das Auseinanderbrechen des Herausforderers (= Challenger of Record) haben so manchen Player aus dem Spielfeld getrieben, ehe der Rahmen für die nächste Auflage überhaupt abgesteckt war; so gab American Magic ebenso seinen Rückzug bekannt wie Red Bull. Dementsprechend darbte der America’s Cup noch vor wenigen Monaten vor sich hin. Regelmäßig wurde bekanntgegeben, was (sicher) nicht passieren und wer nicht teilnehmen würde, konkrete Ausblicke und Highlights gab es nicht. Doch wie so oft kommt es anders, als man denkt, und nun kann von einer Krise des einzigartigen Segel-Events keine Rede mehr sein. Der erste Paukenschlag erfolgte bereits im Mai des letzten Jahres, als Neapel als Austragungsort festgelegt wurde.
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