Kräftemessen in Mallorca

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 © SAILING ENERGY / PRINCESA SOFÍA MALLORCA

Am aufsteigenden Ast. Lukas Haberl und Clara Stamminger fanden vor eineinhalb Jahren auf dem Nacra17 zusammen und belegten in Palma Rang 13

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Trofeo Princesa Sofia. Das österreichische Nationalteam machte beim Saisonauftakt vor Palma größtenteils gute Figur. Judith Duller-Mayrhofer sprach mit Sportdirektor Matthias Schmid über positive Überraschungen, unerfüllte Erwartungen und inhaltliche Schwerpunkte

Palma de Mallorca ist eine Stadt mit zwei Gesichtern. Exzessiver Partytourismus und überfüllte Infrastruktur finden sich auf der einen Seite, das Gegengewicht bildet die pittoreske Altstadt und die imposante Kathedrale La Seu, deren gotische Silhouette sich im Hafen widerspiegelt. Für die Seglerinnen und Segler­ aus dem Olympia-Zirkus steht weder das eine noch das andere im Vordergrund –­ sie verbinden Palma mit dem Start in die neue Saison. „Die Trofeo Princesa Sofia ist zwar für kaum eine Nation ein Ziel­event, hat sich aber zur größten Spitzensport-Regatta des Jahres entwickelt“, weiß OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid. Jeden Frühling kommen Teams aus aller Welt auf die Balearen-Insel, absolvieren hier zur Vorbereitung ihre Trainingseinheiten – und fiebern auf die erste Standortbestimmung nach der Winterpause hin. Für die aktuelle 55. Auflage der Trofeo waren 1.100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 62 Nationen gemeldet, die auf rund 900 Booten aufs Wasser gingen; die größten Flotten stellten Spanien, Italien und Frankreich, Einzelkämpfer kamen aus Pakistan, Uruguay oder der Dominikanischen Republik.
Natürlich wurde die Regatta auch vom Österreichischen Segel-Verband beschickt: 17 Athletinnen und Athleten, allesamt Mitglieder des Nationalteams, waren in sechs Disziplinen am Start, wobei der Bogen breiter nicht gespannt hätte sein können, reichte er doch vom Olympiasieger bis zu blutjungen Neueinsteigerinnen; nicht in Palma aktiv war lediglich 470er-Steuerfrau Lara Vadlau, die sich nach ihrer schweren Knieverletzung weiterhin in der Rehabilitationsphase befindet.

Die Erwartungen, die in die OeSV-­Mannschaft gesetzt wurden, orientierten sich an der jeweiligen Ausgangslage der Athleten, waren entsprechend unterschiedlich und wurden vom Sportdirektor wie folgt zusammengefasst: „In den Klassen 49er, Nacra17 und Formula Kite sollten wir bei jeder Großveranstaltung in der Lage sein, um eine Medaille mitzufahren. Im 49er FX, iQFoil und ILCA7 ist vor allem der Vergleich mit jenen Nationen interessant, die als Konkurrenz für eine Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Frage kommen. Und für die Neuzugänge im Nationalteam geht es ausschließlich darum, zu lernen und Erfahrungen zu sammeln; der Platz auf der Ergebnisliste ist in diesem Fall völlig nebensächlich.“

Debütanten auf glattem Parkett

Zur letztgenannten Gruppe gehören die beiden Skiff-Teams Eva Truttenberger/Livia Farese und Keno Pulte/Leo Übelhör. Sie kommen allesamt vom 29er, haben jeweils eine Saison in der 49erFX Jugend hinter sich und bestritten in Palma ihre erste Großveranstaltung in der allgemeinen Klasse. Frisch aus dem ILCA7 auf den 49er umgestiegen sind Ferdinand Steffan und Jonah Maier. Sie segeln das Skiff erst seit sechs Monaten und haben vor Palma noch nie in dieser Konstellation an einer Regatta teilgenommen; dementsprechend groß war die Herausforderung. „Diese jungen Menschen haben sich für den Profi-Segelsport entschieden und machen gerade ihre ersten Schritte in einer für sie völlig neuen Welt“, umreißt Matthias Schmid deren Status quo. Eine Welt, die in ihrer Komplexität erst einmal erfasst und gelebt werden will: „So wie bei einer Olympiakampagne geht es auch bei einer Großveranstaltung wie in Palma nicht nur darum segeln zu gehen, sondern es müssen diverse, zum Teil sehr unterschiedliche Themen beachtet und bearbeitet werden“, beschreibt Schmid die typischen Herausforderungen.

Den kompletten Bericht lesen Sie in der Yachtrevue 3/2026 – am Kiosk ab 30. April.

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