Am Wolfgangsee trafen einander zehn historische Sonderklassen zur Staatsmeisterschaft. Die CIMA dominierte sportlich nach Belieben, doch ein dramatischer Zwischenfall in der letzten Wettfahrt rückte das Ergebnis für einen Moment in den Hintergrund.
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Yachtrevue Online
Im Rahmen des 125-Jahr-Jubiläums des Union-Yacht-Club Wolfgangsee versammelten sich zehn der schönsten und traditionsreichsten Sonderklassen Österreichs und Deutschlands zur Österreichischen Meisterschaft. Viele der teilnehmenden Yachten haben weit mehr als ein Jahrhundert am Kiel und verkörpern damit ein Stück gelebter Segelgeschichte. Dass diese Boote nicht nur museale Schönheiten sind, sondern nach wie vor hochsportlich gesegelt werden, zeigte sich an vier Regattatagen eindrucksvoll.
Sieben Wettfahrten konnten insgesamt ausgetragen werden. Sommerliches Wetter und anspruchsvolle Westwindbedingungen mit bis zu vier Beaufort forderten von den Mannschaften Konzentration, Bootshandling und saubere Manöver. Wettfahrtleiter Jörg Moser führte die Meisterschaft souverän durch das wechselhafte Programm: Am Donnerstag kamen drei Wettfahrten in die Wertung, am Freitag zwei weitere. Am Samstag verhinderte zu starker Wind weitere Starts, ehe am Sonntag noch zwei Rennen gesegelt werden konnten – zunächst bei moderaten Bedingungen, zum Abschluss erneut unter dem Einfluss kräftiger Starkwindböen.
Die ausladenden Spinnaker passten und passen hervorragend zu den Windbedingungen auf unseren Seen
© Martin LutzSchockmoment im Finale
Kurz nach der letzten Leetonne der finalen Wettfahrt kam es zu einem schweren Zwischenfall. Die traditionsreiche Sonderklasse JUGEND, erst nach rund 20 Jahren wieder an ihre frühere Eigentümerfamilie verkauft und damit an den Wolfgangsee zurückgekehrt, lief während ihrer Einstandsregatta voll Wasser. Von den meisten Teilnehmern zunächst unbemerkt, sank das Boot nach einer heftigen Starkwindböe innerhalb von rund 30 Sekunden auf etwa 70 Meter Tiefe.
Die wichtigste Nachricht: Die gesamte Crew blieb unverletzt und konnte wenig später geborgen werden. Dennoch war der Schock unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern deutlich spürbar. Für einen Moment trat der sportliche Ausgang der Meisterschaft in den Hintergrund; zu unmittelbar war das Bewusstsein, wie schmal der Grat zwischen Faszination, Tradition und Risiko am Wasser sein kann.
CIMA nicht zu schlagen
Sportlich führte an der S118 CIMA kein Weg vorbei. Die Crew um Eigner Rikolt von Gagern mit Lukas Eigenstuhler, Matteo Feichtenschlager und Tobias Grasmann, alle Union-Yacht-Club Wolfgangsee, überquerte in sämtlichen Wettfahrten als erstes Boot die Ziellinie. Damit gewann die Mannschaft eindrucksvoll den CIMA-Pokal, der nach Einlauf gemäß olympischer Wertung vergeben wird.
Noch höher einzuschätzen ist der Gewinn der Österreichischen Meisterschaft, die nach berechneter Zeit auf Basis des Yardstick-Systems entschieden wurde. Auch in dieser Wertung setzte sich die CIMA souverän durch und bestätigte damit ihre Ausnahmestellung in diesem Feld.
Silber ging an die deutlich kleinere Sonderklasse VIDI II von Felix Wied-Baumgartner mit Lorenz Wied-Baumgartner, Thorwald Fastner und Benedikt Stärker, alle UYC Attersee. Die Crew segelte eine starke Serie, gewann vier der sieben Wettfahrten nach berechneter Zeit und sicherte sich verdient Rang zwei.
Bronze blieb am Wolfgangsee: Die Sonderklasse FRIGG, gesteuert von Georg Stadler mit Marie-Christine Mantler, Annelies Mantler, Johannes Stadler und Max Malin, alle UYC Wolfgangsee, segelte auf den ausgezeichneten dritten Gesamtrang.
Blick nach vorn
Nach diesem ersten großen Höhepunkt im Jubiläumsjahr richtet der Union-Yacht-Club Wolfgangsee den Blick bereits auf das nächste traditionsreiche Ereignis. Von 26. Juli bis 2. August 2026 finden die Traditionssegeltage statt. Zahlreiche historische Segelboote werden dabei in verschiedenen Klassen, darunter 10er Rennjollen, 20er Rennjollen, 22er Rennjollen und Hansajollen, um Meistertitel und Klassensiege segeln. Damit erhält das 125-jährige Bestehen des UYC Wolfgangsee einen weiteren würdigen Rahmen – und die Klassiker des Segelsports erneut jene Bühne, die ihnen gebührt.


Das Team rund um Eigner Rikolt von Gagern (mit Lukas Eigenstuhler, Matteo Feichtenschlager und Tobias Grasmann) sicherte sich souverän den Meistertitel
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