Gelungener Einstand

Beim Test-Event für den neuen Nationen-Bewerb SSL Gold Cup, der im Frühjahr 2022 erstmals stattfinden soll, bewies das österreichische Team, dass es im Reigen der internationalen Größen mithalten kann

Gelungener Einstand

SSL Gold Cup, das muss man erst einmal erklären. Also: SSL steht für Star Sailors League, eine Regattaserie nach Vorbild der ATP-Tennistour, die seit 2013 auf dem Starboot ausgetragen wird und Grand-Slam-Events sowie ein Finale mit fettem Preisgeld beinhaltet – ein sehr erfolgreiches Konzept, das Jahr für Jahr Segel-Prominenz aus diversen Lagern anzieht.

Im Frühjahr 2019 stellten die Initiatoren in Lausanne mit dem SSL Gold Cup einen neuen Bewerb vor, der sich am Vorbild der Fußball-WM orientiert und als Länderkampf angelegt ist. Im Zwei-Jahres-Rhythmus soll, so die Idee, die beste Segelnation ermittelt werden, teilnahmeberechtigt sind grundsätzlich alle Mitglieder des Weltsegelverbands, pro Nation gibt es nur einen Startplatz. Ein Team besteht aus maximal elf Seglerinnen und Seglern (neun Aktive, zwei Ersatzleute), die allesamt den Pass des jeweiligen Landes besitzen müssen. Fünf kann der Teamchef auswählen, die anderen fünf müssen sich über ein spezielles, von der SSL eingerichtetes Ranking qualifizieren. Darin fließen, gewichtet nach einem komplexen System, Ergebnisse aus unterschiedlichsten Bootsklassen und Events ein, vom Optimist bis zur TP52, von der lokalen Club-Regatta bis zu Olympischen Spielen. Auch für jede Nation wird auf diese Weise eine Punktzahl berechnet und eine Setzliste der Teilnehmer erstellt. Mannschaften, die am Ende dieser Liste, also mit niedriger Bewertung gereiht sind, müssen in die Qualifikation, starke Nationen steigen später ein; die besten vier Länder haben einen Fixplatz für das Achtelfinale. „Ein Roger Federer spielt im Tennis auch nicht in der Qualifikation“, erklärte Doppelolympiasieger Matteusz Kusznierwicz, Sportdirektor des SSL Gold Cup und gleichzeitig Teamleader von Polen, das Prinzip bei der Präsentation am Genfersee.

Gesegelt wird auf 47 Fuß langen One-Design-Monohulls (genannt SSL47, tatsächlich modifizierte RC44-Yachten), die den Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden. Zehn Stück sind im eigens geschaffenen SSL-Hauptquartier am Schweizer Lac de Neuchatel (= Neuenburger See) stationiert und können dort von den gemeldeten Teams eine Woche pro Jahr für Trainingseinheiten genutzt werden. Die Finanzierung läuft über die Stiftung SAF (Sailing Athletes Foundation). Deren Gründer ist Michel Niklaus, ein Schweizer Immobilien-Mogul und leidenschaftlicher Starboot-Segler, der sie aus seinem Privatvermögen speist und damit das Ziel verfolgt, dem Segelsport eine bessere Bühne und öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Die Premiere des SSL Gold Cup, dessen Format Flights mit vier Yachten, Up-and-Down-Wettfahrten sowie Viertelfinale, Halbfinale und ein K.o.-Finale vorsieht, hätte heuer im Herbst mit mehr als 50 Teams aus aller Welt über die Bühne gehen sollen, wurde aber aufgrund der Pandemie auf Frühjahr 2022 verschoben. Als Vorgeschmack fanden in Grandson am Lac de Neuchatel ab September drei Test-Events mit jeweils acht Nationen statt – und da war auch Österreich mit von der Partie.

Heimische Elite in einem Boot

Denn die Organisatoren hatten vor eineinhalb Jahren den Kontakt zu Thomas Zajac gesucht, damals der höchstplatzierte Österreicher in der SSL-Rangliste, und angefragt, ob er als so genannten Captain ein Nationalteam anführen wolle. Er sagte zu, befand sich damit in Gesellschaft von Superstars wie Robert Scheidt (Brasilien), Loick Peyron (Frankreich) oder Paul Cayard (USA) und stellte eine hochkarätige Truppe zusammen.

Die gesamte Story lesen Sie in der Yachtrevue 11/2021, am Kiosk ab 5. November!

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