
Standortwechsel. Trotz der kurzfristig durchgezogenen Verlegung fanden über 150 Seglerinnen und Segler aus drei Nationen den Weg an den Attersee. Die Optimistklasse stellte wie immer das größte Feld
©Armin Jacobs PhotographyKraftakt. Binnen weniger Wochen mussten die Jugendmeisterschaften von Neusiedl an den Attersee verlegt werden. Der furios agierende UYCAs sprang in die Bresche und bescherte dem Nachwuchs ein Event mit Festspielcharakter
Anfang August, also knapp vier Wochen vor Beginn der Österreichischen Jugendmeisterschaften, zeichnete sich ab, dass der Neusiedler See aufgrund seines schlechten Wasserstands für ein Regattaspektakel dieser Größenordnung nicht infrage kommen würde. Daher war der UYC Neusiedlersee als designierter Veranstalter – in Abstimmung mit dem Österreichischen Segel-Verband sowie den beteiligten Klassenvereinigungen – dazu gezwungen, die Notbremse zu ziehen. „Es war eine schwere und bittere Entscheidung, sie war allerdings auch alternativlos“, kommentierte Constantin Marsano, Veranstaltungsleiter des UYCNs, „die bereits geleistete Arbeit ist aber keineswegs umsonst gewesen.“ Man habe sehr viele grundsätzliche Learnings für die Organisation von Großveranstaltungen mitgenommen, so Marsano weiter, und auch das Wissen, dass gut 50 Clubmitglieder bereit gewesen wären, ihren Urlaub und ihre Freizeit für den Jugendsegelsport zu investieren, würde bleiben.
Nach der endgültigen Absage durch den UYCNs stand für einige Tage eine verteilte Durchführung der ÖJM im Rahmen bestehender Klassenregatten im Herbst im Raum. Bis, ja bis der UYC Attersee als Retter in der Not auftrat. In einer kurzfristigen Ho-Ruck-Aktion bekannten sich der Vorstand sowie das Organisationsteam rund um Gert „Blondl“ Schmidleitner dazu, die Jugend zum traditionellen Termin am Attersee zu versammeln. „Die Vorstellung, dass einem ganzen Jahrgang an Seglerinnen und Seglern dieses einmalige Erlebnis der gemeinsamen Meisterschaft verwehrt bleibt oder die Titelkämpfe überhaupt ausfallen, hat uns alle Hebel in Bewegung setzen lassen“, erklärte Schmidleitner. Statt sich zwischen Soling Zipfer Trophy und Attersee Around Alone ein paar Tage Erholung zu gönnen, machten Blondl und sein Team in sehr langen Arbeitstagen innerhalb von zwei Wochen das Unmögliche möglich. Für die Aktiven und ihren Begleittross bedeutete dies: Quartiere umbuchen, Fahrgemeinschaften umplanen und das Mindset von pannonischer Tiefebene auf Salzkammergut umstellen. Am Wasser zauberte der UYCAs mit tatkräftiger Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen von Weyregg zwei Regattabahnen aus dem Hut. Während Schmidleitner die jüngste und zahlenmäßig größte Gruppe der Optimisten dirigierte, nahm sich Christian Kargl der drei anderen Klassen, sprich ILCA, Zoom8 und 29er an. Nach drei Regattatagen hatten alle Klassen die erforderliche Mindestanzahl an Wettfahrten für eine gültige ÖJM im Kasten, am letzten Tag hieß es – wie auch an Tag zwei – lange: Bitte warten. Knapp vor Ende der letzten Startmöglichkeit ging es dann noch einmal aufs Wasser, bei 4–8 Knoten und instabiler Wetterlage schafften es aber lediglich die 29er noch einmal ins Ziel.
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