Nuie – das unbekannte Land

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 © Schönbichler-Zeh
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Das Weltumsegler-Paar Martina und Florian Zeh über eine eine kleine Korallen-Insel in der Nähe von Tonga, die Seglern zunächst die kalte Schulter zeigt. Hat man die Anfangshürden genommen, weiß sie aber mit außergewöhnlichen Reizen zu beeindrucken

Hand aufs Herz – wer hat schon einmal von Niue gehört?

Auch wir kannten diese isoliert im Südpazifik gelegene Insel nicht. Doch dann muss-ten wir im Zuge unserer Weltumsegelung die Route von Tahiti nach Tonga planen. Zwei Möglichkeiten standen zur Wahl: die Nordvariante über Suwarrow (gehört zu den Cook Inseln) und Samoa oder die Südvariante über Aitutaki und/oder Palmers-ton und Niue. Auf Grund der vorherrschenden Winde entschieden wir uns für die Südroute und ließen die Cook Inseln aus. Also kehrten wir noch in Maupihaa (auch Mopelia) ein, dem westlichsten schiffbaren und für mich schönsten Atoll in Franzö-sisch Polynesien, und segelten dann in knapp acht Tagen über 958 Seemeilen nach Niue.

Wie nach jeder langen Überfahrt war die Freude groß, als die Insel vor uns aus dem Meer aufstieg. Sie bot uns aber einen besonders imposanten Anblick: Niue liegt als mächtiger Klotz mitten im Südpazifik, es gibt fast ausschließlich Steilküsten und ei-nen Ankerplatz sucht man vergeblich. Der Niue Yachtclub hat vor der Hauptstadt Alofi für Besucher-Yachten auf 25 Metern Wassertiefe etwa 20 Bojen ausgelegt, die jedes Jahr in der Taifunsaison abgebaut und im Frühjahr neu verankert werden. Da-ran kann, nein muss man festmachen – eine Alternative gibt es definitiv nicht.

Wir machten unsere Esperanza am 27. April an einer solchen Boje fest; sie war da-mit die erste Yacht, die Niue im Jahr 2017 anlief. Die Taifun-Saison dauert im Südpazifik offiziell von Anfang November bis Ende April, die großen Etappen werden daher üblicherweise außerhalb dieser Zeit gesegelt.

Niue bzw. Alofi sollte man nur bei Winden aus dem Osten besuchen, denn bei Westwind wird es an den Bojen durch starken Schwell ungemütlich bis gefährlich.

Das An-Land-Gehen ist ein Abenteuer für sich: Im „Hafen“ von Alofi ist es nicht mög-lich mit dem Dingi anzulanden, an der großen Mole gibt es lediglich einen Kran, mit dem sämtliche Boote aus dem Wasser gehoben werden. Dafür braucht es ordentlich Geschick, denn man muss sein Boot zwischen zwei Wellen am Kranhaken befesti-gen, sich mit einem Seil an Land schwingen und dann das Dingi in Windeseile her-aushieven. Bei unruhiger See und brechenden Wellen eine halsbrecherische Aktion.

Schauen und staunen

Wer sie überlebt, dem eröffnet sich eine einzigartige, fantastische Landschaft. Niue ist die Spitze eines erloschenen Vulkans, ein auf über 60 Meter Höhe angehobenes, plateauartiges Korallenriff. Eine 64 km lange Straße führt einmal um die Insel herum, unterwegs gibt es jede Menge Attraktionen zu sehen. Durch die Korallenstruktur der Insel finden sich unzählige Grotten, Schluchten und Felsbrücken, an der rauen Westküste, die dem heranrollenden Schwell des Pazifik die Stirn bietet, raubt einem der Ausblick schier den Atem.

Den gesamten Bericht über dieses ungewöhnliche Revier lesen Sie in der Yachtrevue 3/2018, am Kiosk ab 26. Februar!

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