Sporaden

Blaue Stunden: Pagasäischer Golf und nördliche Sporaden

Wir können unser Glück kaum fassen. Mitten im August finden wir am späten Nachmittag problemlos einen sicheren Platz in dem kleinen Hafen an der Südküste von Palio Trikeri, einer putzigen kleinen Insel, die der Halbinsel Trikeri vorgelagert ist. Es ist unser erster Tag an Bord, am Vormittag haben wir unsere Bavaria 49 am Ecker-Stützpunkt in Achilleion übernommen, gleich Segel gesetzt und uns bei herrlichen 15 Knoten aus Nordost in den Eingang zum Pagasäischen Golf, auch Golf von Volos genannt, verholt. Nun liegen wir an der Steinmole neben einem netten britischen Pärchen, das seit Monaten in Griechenland herumstromert und uns verrät, dass es das Revier um die nördlichen Sporaden für ein Seglerparadies hält. Nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Wind, weil Meltemi und Seegang hier deutlich gemäßigter als in der Ägäis sind, überschaubare Distanzen, abwechslungsreiche Ziele, äußerst freundliche Menschen. Und kein Zeitstress: Die bange Frage, ob sich wohl noch ein freies Plätzchen in der Marina findet, stellt sich hier nicht. Zum einen, weil es keine Marinas gibt, zum anderen, weil selbst im Hochsommer relativ wenig Yachten unterwegs sind; das eine dürfte mit dem anderen wohl zusammenhängen.
Beschwingt vom erfreulich klingenden Kurzbericht unserer Nachbarn gönnen wir uns einen Sundowner im Cockpit, ehe wir zwischen Zitronen-, Feigen- und Granatäpfelbäumen zu einem alten Kloster spazieren, das genau in der Mitte des autofreien Inselchens liegt. Entgegen der angegebenen Öffnungszeiten finden wir es verschlossen vor. Macht nichts, der angeblich Wunder wirkenden Ikone, die es hier zu bestaunen gäbe, hätten wir ohnehin eher Skepsis denn Verehrung entgegengebracht; wenigstens haben wir uns die Füße vertreten.
Für das Abendessen stehen zwei unmittelbar nebeneinander liegende Lokale direkt am Wasser zur Wahl, wir entscheiden uns für das „Isalos“, wo vor allem Einheimische zu sitzen scheinen. Als wir Oktopus vom Grill bestellen wollen, rät uns der Wirt stattdessen zu einem Oktopus-Stifado, also einer Art Eintopf. Guter Tipp: Er serviert uns eine duftende Köstlichkeit mit karamellisierten Zwiebeln und einer beinahe orientalisch anmutenden Sauce, die ebenso herrlich schmeckt wie sie riecht.

Den kompletten Artikel finden Sie in Ausgabe 11/2011.

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