Aufbruch ins Extrem

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ANT ARCTIC LAB. Norbert Sedlacek ist zu seinem sechsten Versuch gestartet, die Welt einhand, nonstop und ohne Hilfe von außen durch alle fünf Ozeane zu umrunden. Vor dem österreichischen Extremsegler liegen mehr als 32.000 Seemeilen und voraussichtlich rund sechs Monate auf See.

Am Sonntag, dem 26. Juli, um 15.30 Uhr hieß es in Port Olona Abschied nehmen. Begleitet von Freunden, Weggefährten und Unterstützern legte Norbert Sedlacek mit seiner Open60AAL vom Vendée-Globe-Ponton in Les Sables d’Olonne ab. Um 16.38 Uhr überquerte er zwischen der Tonne Nouch Sud und dem Juryboot die offizielle Startlinie der „TENRON Trophy“. Bei zunächst schwachen Windverhältnissen nahm der Solosegler Kurs auf die Biskaya. 

Die Route verlangt Mensch und Material alles ab. Zunächst geht es westlich an den Britischen Inseln vorbei nach Norden. Spitzbergen soll auf rund 80 Grad nördlicher Breite umrundet werden. Danach führt der Kurs über den gesamten Atlantik nach Süden, rund um die Antarktis und durch das Südpolarmeer. Nach der Passage von Kap Hoorn nimmt Sedlacek erneut Kurs auf den Atlantik und schließlich auf die Start- und Ziellinie vor Les Sables d’Olonne. Zwischen Arktis, Roaring Forties und Kap Hoorn warten Stürme, Treibeis, Flautenzonen – und monatelange Einsamkeit. 

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Sp gemütlich wird es für Norbert Sedlacek die nächsten Wochen und Monate wohl nicht. Das Foto entstand im Rahmen der letzten Testfahrten

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Materialprobe auf fünf Ozeanen

Das sportliche Abenteuer ist gleichzeitig ein Härtetest für ein ungewöhnliches Yachtbaukonzept. Die 18,28 Meter lange und 5,82 Meter breite Open60AAL wurde von Innovation Yachts aus Vulkanfaser, einem Balsakern und biobasiertem Epoxidharz gebaut. Der 9,5 Tonnen schwere Prototyp verfügt über ein Rumpf-in-Rumpf-System mit 73 wasserdichten Abteilungen. Damit soll er auch bei Kollisionen und schweren Beschädigungen ausreichend Reserven bieten. 

Sedlaceks Projektgeschichte ist von Beharrlichkeit geprägt. Seit 2018 endeten fünf Anläufe vorzeitig – unter anderem wegen beschädigter Ausrüstung, Problemen mit der Energieversorgung, Defekten an der Ruderanlage sowie Schwierigkeiten mit Pendelkiel und Elektronik. Nun folgt Versuch Nummer sechs. Dass Sedlacek die Härten des Einhandsegelns kennt, steht außer Frage: Bei der Vendée Globe 2008/09 erreichte er nach 126 Tagen als Elfter das Ziel und wurde damit zum ersten deutschsprachigen Finisher der legendären Nonstop-Regatta. 

Die Reise der Open60AAL kann über einen Online-Tracker auf der Projektseite verfolgt werden. Die Positionsdaten sollen im Abstand von vier Stunden aktualisiert werden.
https://innovation-yachts.com/de/aal/tracking/

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Der Blick ist nach vorne gerichtet, mehr als 32.000 Seemeilen liegen noch vor Sedlacek

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