
Wing- und Pumpfoil-ÖM. Tempo, spektakuläre Manöver und eine Entscheidung nach Videostudium: Beim Saisonfinale am Wolfgangsee wurden die österreichischen Meistertitel im Wing- und Pumpfoilen vergeben. Luis Böhm, Viola Lippitsch, Clemens Siraki und Jurij Scheibler sicherten sich die wichtigsten Gesamtwertungen.
Sechs Stationen, unterschiedlichste Bedingungen und zum Abschluss noch einmal alles, was die junge Foil-Szene auszeichnet: Beim UYC Wolfgangsee ging die Kia Wingfoil- & Pumpfoil-ÖM 2026 mit einem sportlich hochklassigen Finale zu Ende. Auf dem Programm standen Racing und Freestyle mit dem Wing sowie die Österreichische Meisterschaft im Pumpfoilen – und in mehreren Klassen blieb die Entscheidung bis zuletzt offen.
Wachablöse im Racing
Im Wingfoil Racing fanden die Athletinnen und Athleten am Wolfgangsee ausgezeichnete Bedingungen vor, drei Wettfahrten konnten absolviert werden. Luis Böhm erwischte dabei das beste Wochenende und setzte sich nicht nur beim Tourstopp durch, sondern krönte sich gleichzeitig zum österreichischen Meister in der Racing-Gesamtwertung.
Der amtierende Champion Clemens Siraki hielt dagegen und lieferte Böhm einen engen Kampf, musste sich in der Jahreswertung diesmal aber mit dem Vizemeistertitel begnügen. Ohne Goldmedaille verließ Siraki den Wolfgangsee trotzdem nicht: Im Freestyle holte er sich den österreichischen Meistertitel.
Dass von hinten bereits kräftig Druck kommt, zeigte Fabian Strasser. Das Nachwuchstalent fuhr im Racing auf Rang drei und unterstrich damit einmal mehr, dass die etablierten Namen in Zukunft mit zusätzlicher Konkurrenz rechnen müssen.
Bei den Damen führte an Viola Lippitsch kein Weg vorbei. Sie entschied die Racing-Gesamtwertung für sich und legte im Freestyle gleich nach. Zwei Disziplinen, zwei Meistertitel – ein makelloses Double zum Saisonabschluss.


Angekommen. Die Wingfoil-Szene wächst und wächst, auch auf Wettkampflevel.
Entscheidung per Videobeweis
Für die wohl knappste Entscheidung des Wochenendes sorgten allerdings nicht Wing und Segel, sondern ausschließlich Board und Foil. Im Pumpfoil-Finale der Herren lieferten sich Fabian Strasser und Paul Hemetsberger ein Duell, das erst unmittelbar auf der Ziellinie entschieden wurde.
Strasser warf sich im entscheidenden Moment nach vorne, doch mit freiem Auge ließ sich kein Sieger ausmachen. Erst das Studium der Videoaufnahmen brachte Klarheit: Strasser hatte die Nase hauchdünn vorne. Hemetsberger blieb Rang zwei, Daniel Trieflinger komplettierte das Podium.
Bei den Damen trafen mit Lisa Zechner und Louisa Harner zwei bekannte Konkurrentinnen aufeinander. Zechner entschied das direkte Duell für sich und holte damit den Sieg am Wolfgangsee.
Der Meistertitel über die gesamte Pumpfoil-Saison ging allerdings an Jurij Scheibler. Mit konstant starken Ergebnissen über alle Tourstopps sammelte er ausreichend Punkte, um die Overall-Wertung für sich zu entscheiden.
Jugend mit Auftrieb
Besonders bemerkenswert: Der österreichische Foil-Nachwuchs beschränkt sich längst nicht mehr auf Achtungserfolge in den Jugendklassen. Die jungen Fahrerinnen und Fahrer mischen zunehmend auch in den offenen Wertungen an der Spitze mit.
Die U17-Titel gingen im Wingfoil-Freestyle an Gregor Zechner und im Racing an Finn Jung. Paul Hemetsberger wurde Jugendmeister im Pumpfoilen. Zur erfolgreichsten Nachwuchsathletin avancierte Lisa Zechner, die gleich drei Titel sammelte: im Pumpfoilen sowie in Racing und Freestyle mit dem Wing.
Damit bestätigt sich eine Entwicklung, die über die gesamte Saison zu beobachten war. Von Neusiedl über Brennsee, Wien, Achensee und Traunsee bis zum Finale am Wolfgangsee wuchs nicht nur das sportliche Niveau. Auch die Breite der heimischen Szene nimmt zu, immer mehr Vereine öffnen sich den Foil-Disziplinen und schaffen damit Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten für die nächste Generation.


Knapp, knapper - Pu,üfoil-Finale. Im Vordergrund der nach Videobeweis zum Sieg gepumpte Fabian Strasser.
© OeSV/Dominik Matesa
