Doppel-Silber im Wingfoil-Freestyle

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 © GWA/Samu Cardenas
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Wingfoil World Tour. Dramatischer hätte die Entscheidung im Surf-Freestyle kaum ausfallen können: Vor Fuerteventura sicherten sich Benjamin Castenskiold und Nia Suardiaz die WM-Titel. Für Österreich glänzten Viola Lippitsch und Tom Acherer jeweils mit Rang zwei in der Jahreswertung.

Sotavento ist kein Ort für halbe Sachen. Der Wind streicht hier selten zaghaft über das Wasser, vielmehr verwandelt er den kilometerlangen Küstenstreifen im Süden Fuerteventuras regelmäßig in eine natürliche Hochgeschwindigkeitsarena. Beim GWA Wingfoil World Cup ging es heuer um mehr als einen weiteren Tagessieg: Beim letzten Surf-Freestyle-Bewerb der Saison wurden auch die Weltmeistertitel vergeben.

26 Männer und 17 Frauen stellten sich der Entscheidung. Mit konstanten 15 bis 20 Knoten lieferte Fuerteventura zunächst jene Bedingungen, für die das Revier bekannt ist. Die ersten Runden konnten zügig abgewickelt werden, danach stiegen mit jedem Heat Niveau und Nervosität.

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Hi-Flyerin 2026 - die 18jährige Österreicherin holte letzte Woche ihren ersten Weltcupsieg und beendete die Saison auf Platz 2

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Lippitsch wieder aufs Podest

Bei den Frauen hatte Nia Suardiaz den WM-Titel bereits vor dem Finale rechnerisch abgesichert. Die Spanierin konnte damit befreit antreten, während Viola Lippitsch ihren starken Lauf fortsetzte. Die Österreicherin, zuletzt Siegerin auf Gran Canaria, setzte in den Viertelfinali die Bestmarke und dominierte danach auch ihr Semifinale. Mit 22,03 Punkten zog sie souverän in den entscheidenden Heat ein.

Dort traf Lippitsch auf Suardiaz, Sofia Ginzinger und die erst 16-jährige US-Amerikanerin Zoe Trudeau. Lange sah alles nach dem nächsten Erfolg der Österreicherin aus. Trudeau blieb ihr allerdings dicht auf den Fersen und erhielt für einen Frontside 7 starke 9,8 Punkte.

Die Entscheidung fiel erst mit den letzten Versuchen. Ginzinger, Suardiaz und Lippitsch brachten ihre finalen Tricks nicht mehr ins Ziel. Trudeau hingegen landete einen Palau Frontside 3, erhielt dafür 8,83 Punkte und schob sich im letzten Moment an die Spitze. Für die Tour-Newcomerin bedeutete das den ersten World-Cup-Sieg, Lippitsch blieb Rang zwei vor Suardiaz und Ginzinger.

In der WM-Wertung durfte die Österreicherin dennoch über Silber jubeln. Der Titel ging an Suardiaz, Sofia Ginzinger beendete die Saison auf Rang drei.

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Hi-Flyer: Tom Acherer beendet die Saison ebenfalls auf Rang zwei. Chapeau!

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Fünf Stürze und ein neuer alter Weltmeister

Noch enger war die Ausgangslage bei den Männern. Nach den Semifinali waren nur noch Benjamin Castenskiold und Rocco Makana im Rennen um die WM-Krone. Castenskiold hatte sich in seinem Heat vor Axel Gerard behauptet, im zweiten Semifinale sicherten sich Luca Vuillermet und Makana die Finaltickets. Für den Österreicher Tom Acherer war dort hingegen Endstation.

Im Finale zeigte sich, wie schmal der Grat zwischen maximaler Schwierigkeit und Kontrollverlust im Surf-Freestyle geworden ist. Makana stürzte bei seinen ersten fünf Trickversuchen und fand nie in den Rhythmus. Während seine Titelchance mit jeder missglückten Landung kleiner wurde, arbeitete Castenskiold konzentriert sein Programm ab.

Der Däne behauptete die Führung bis zum Ende und holte mit dem Event-Sieg zugleich erneut den Weltmeistertitel. Vuillermet katapultierte sich mit einem Frontside 14 im letzten Versuch noch auf Rang zwei. Gerard wurde Dritter, Makana musste sich mit Platz vier begnügen.

Aus österreichischer Sicht blieb dennoch ein starkes Ergebnis: Tom Acherer beendete die aus vier Stationen bestehende Saison hinter Castenskiold auf dem zweiten Gesamtrang. Chris MacDonald aus den USA komplettierte das WM-Podium.

Grenzen weiter verschoben

Das Finale von Fuerteventura zeigte eindrücklich, mit welchem Tempo sich der junge Sport entwickelt. Drehungen und Rotationen mit immer höherer Schwierigkeit, enorme Sprunghöhen und Landungen, bei denen kleinste Abweichungen über Sieg oder Sturz entscheiden, prägten die gesamte Saison.

Für die Surf-Freestyler ist das WM-Jahr damit abgeschlossen. Auf Fuerteventura geht die Action dennoch weiter: In den verbleibenden Veranstaltungstagen rückt der FreeFly-Slalom in den Mittelpunkt. Dort zählen weniger die akrobatischen Höchstschwierigkeiten als Geschwindigkeit, saubere Manöver und die schnellste Linie über den Kurs.

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