Teatro mit Donner

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 © GIULIO TESTA/STUDIO BORLENGHI

Kunst-Konnex. Die gefalteten Hände wurden 2019 für die Biennale geschaffen, die Ausstellung im Arsenale ist Tür an Tür mit dem Salone

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Salone Nautico Venezia. Die In-Water-Show in Venedig vereint Kunst, Kultur und Yachting auf einzigartige Weise

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Bild von Roland Regnemer

Roland Regnemer

Eines ist unumstritten: Inszenieren, das können sie, die Italiener. Auch für die Eröffnung der 7. Auflage des Salone Nautico Venezia, der Mitte Mai über die Bühne ging, wurde aufgeboten, was gut und eindrucksvoll ist – sogar das drohende Gewitter verzog sich pünktlich. Der brillante Coro del Teatro del Fenice, der hauseigene Chor der weltberühmten Oper Venedigs, kam unter der bereits gnadenlosen Mittagssonne ebenso wenig ins Schwitzen, wie die zahlreichen Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Militär bei ihren Ansprachen. Auch eine Flugshow der Luftwaffe samt Landung von Fallschirmspringern neben der Bühne war Teil des Eröffnungsprogramms; durchaus naheliegend, denn das italienische Militär ist so etwas wie der Hausherr in dem über 900 Jahre alten Areal im Stadtteil Castello. Die Marine hat hier ihre Führungsakademie sowie ein zugehöriges Museum angesiedelt.

Der Salone selbst folgt dem Trend zu In-Water-Messen und bietet dem nautisch interessierten Besucher einen breiten Überblick vor allem im motorisierten Segment. Das beginnt bei neuen Interpretationen des klassischen Motoscafo, auch in elektrifizierter Form, bis hin zu den Luxusyachten von Azimut, Ferretti & Co. Für eine Weltpremiere sorgte Sayyachts: Die Werft vom Bodensee zeigte mit der Say 32 erstmals das neue Einsteigermodell in die vom Österreicher Karl Wagner erschaffene Vollkarbon-Welt. Für Aufsehen sorgten auch die beiden nebeneinander platzierten Varianten der neuen Frauscher x Porsche Spectre, einmal mit Macan-Elektroausstattung, einmal mit konventionellem 350 PS V8 Verbrenner. Sowohl die Modelle von Say als auch Frauscher standen für kurze Probefahrten durch die Lagune bereit – ein interessantes Erlebnis zur Rush Hour im Wasserverkehr … Fahrberichte zu beiden Motoryachten folgen in den kommenden Ausgaben.

Auch abgesehen vom Österreich-Bezug ist das Messeangebot beeindruckend. Vor allem die bemerkenswerte Breite an Themen lädt gemeinsam mit der faszinierenden Architektur im Arsenale zum längeren Verweilen ein – weit über die gewohnte Dauer rund um Boots- und Yachtbegehungen. Nachhaltigkeit, Forschung, wirtschaftliche Aspekte, nichts wurde ausgeklammert, und in Kombination mit einem Besuch der Biennale sowie der einen oder anderen Osteria wird der Salone zu einem einzigartigen und ganzheitlichen Erlebnis. Und das zu einer Zeit, in der Venedig vor allem unter der Woche noch von Touristenströmen verschont bleibt.

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Roland Regnemer

Chefredakteur Yachtrevue